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Wirksames Fliegenpapier. Der Chemiker Dr. S. Merzinski empfiehlt folgendes Verfahren zur Herstellung eines sehr wirksamen Fliegenpapieres: 10 Gramm doppeltchromsaures Kali, 30 Gramm Zucker, 2 Gramm äther. Pfefferöl, 20 Gramm Alkohol und 120 Gramm destrlürtes Wasser werden bestens zusammengemischt, worauf man das Gemenge fünf bis sechs Tage fest verschlossen an einem warmen Orte stehen läßt. Alsdann filtrirt man die Flüssigkeit, taucht ungeleimtes Papier, sogenanntes Fließpapier, wiederholt m dieselbe ein und läßt es nachher trocknen. Droguisten seren aus dieses neue Fliegenpapier besonders aufmerksam gemacht.
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Frühlingssirppe. Junge Frühlingskräuter aller Art, sowie Kohlrabischeiben, kleine Karotten, junge Erbsen, Spargel und Blumenkohlröschen kocht man mit so viel Wasser, als man Suppe braucht, mit Salz und einem guten Stück Butter werch, fügt 10-20 Gramm Liebigs Fleischextract je »ach der Menge der Suppe hinzu, würzt die Brühe mit wenig Muskatbluthe und reicht dis sehr wohlschmeckende Suppe mit gerösteten Semmelschnittchen zu Tisch-
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Neue Methode, Eier zu verpacken und zu eonserviren. An Stelle des Strohes empfiehlt man zum Verpacken der Eier die Holzwolle und zwar mit Recht, denn die in Holzwolle verpackten Eier erhalten sich längere Zeit und bleiben im Geschmacks unverändert, was bei in Stroh aufbewahrten Eiern weniger der Fall ist. Auch zieht Stroh leicht Feuchtigkeit an und geräth dann in Gäbrung und Fäulmß, wodurch sich die Temperatur um die verpackten Eier in nach- Heiligster Weise steigert. * *
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Italienische Reissuppe Als meine Freundin aus Italien zurückkehrte, rühmte sie von allen dort genossenen Gerichten, die für unfern deutschen Gaumen oft recht wenig schmackhaft sind, eine Reissuppe, die sie an verschiedenen Orten getroffen und immer als sehr wohlschmeckend gefunden hatte. Man nehme zwei oder drei reife Tomaten, löse die Schale los und setze sie ohne Wasser aus's Feuer. Binnen Kurzem kocht eine Art Sauce heraus, welche man an die fertige Reissuppe gießt, welche dadurch einen herzhaften, angenehmen Geschmack erhält, die uns selbst den Zusatz von Fleischbrühe ver- muthen läßt.
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Vertilgung von Ungeziefer bei Stubenhunden. Man vermischt ein Liter lauwarmes Wasser mit zwölf Gramm Aloötinctur (aus der Apotheke zu beziehen), wäscht damit die Hunde und kämmt sie, noch ehe sie wieder trocken sind. Durch dieses Mittel wird das Ungeziefer wirklich sogleich getödtet und die Hunde bleiben eine zeitlang von demselben verschont, während bei der Anwendung von Insektenpulver das Ungeziefer zwar die Hunde verläßt, aber nicht stirbt, sondern die Menschen belästigt. *
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Luftdichter Kitt wird bereitet, indem man Kautschuk schmilzt, ohne daß reichliche Dämpfe aufsteigen, in kleinen Portionen gelöschten und gesiebten Kalk zusetzt, bis der Kautschukgeruch verschwunden ist. Dann setzt man noch 1/2 Mennige hinzu und bestreicht den Glasstöpsel dich mit dem Kitt.
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Flecke auf polirten Möbelu, welche durch das Aufstellen heißer Gegenstände entstanden sind, entfernt man, indem man die Flecke mit naßgemachter Cigarrenasche bedeckt und diese längere Zeit darauf liegen läßt. Dann reibt man mit einem Korkpfropfen, dessen Fläche angekohlt ist, auf der Stelle so lange hin und her, bis die Flecke verschwunden sind; man reibt mit Petroleum nach.
Hevinischtes.
Mißlicher Beweis. Dame (zu einem engagirten Mädchen): „Wollen Sie den Dienst gleich bei mir antreten?" - Dienstmädchen: „Jawohl I" - Dame: „Gut! Uebrigens werden Sie es bei mir gut haben! Wie sehr sich die Mädchen zu mir drängen, können Sie daraus ersehen, daß, während meiner siebenjährigen Ehe schon mehr als zwanzig in meinen Diensten gewesen sind." * ,
Doppelsinnige Redensart. „Diese beiden Geld- äcke bringen Sie zum Bankier Schulze. (Legt sie ihm auf die Schulter.) So! Werden Sie sie aber auch so weit tragen önnen?" — „O ja, wenn ich nur erst im Zuge bin, werde ch schon damit fertig werden!" *
Gerieben. Aennchen: „War das nicht schlau, daß ich die Katze in den Speiseschrank eingeschloffen hab'? Mama kann dann doch nicht sagen, daß ich den Kuchen gegeffen hab.
Höchster Grad von Liebestollheit. „Aber Elsa, was machst Du mit dem Atlas?" - „Ach, ich küfle Mägde- bürg, da ist mein Otto geboren." *
Die Hdtelrechnung.* Gast: „Sie haben mir hier auf die Rechnung gesetzt: Papier fünfzig Centimes, während Sie mir überhaupt kein Papier geliefert haben." Kellner: „Verzeihung, mein Herr, das ist dieses Papier hier, auf dem Ihre Rechnung geschrieben.ist." *
Der kleine Geschäftsmann. Lehrer: „Moritz, was hat der General Steinmetz im französischen Kriege eingenommen?" - Moritz: „Wie soll ich wissen, was er hat eingenommen, und wenn schon, wer sagt mir, daß es reiner Verdienst war?" e ,
Einst und jetzt. Verehrer: „Eine Locke von Ihrer Stirn, Fräulein Emma, würde mich zum Glücklichen unter den Sterblichen machen!" (Nach zehn Jahren.) Ehemann: „Aber Emma, was ist denn das, die ganze Schublade liegt voll von Deinen Haaren, pfui!" *
Harmonie. „Sie bitten also um die Hand meiner Tochter. Haben Sie irgendwelche Chancen?" — „Nein, nicht die geringsten!" — „Meine Tochter auch nicht. Nehmen Sie sie und seien Sie glücklich!^ *
Die boshafte Gattin. Sonntagsjäger (im Begriff, auf die Jagd zu gehen, zu seiner Frau): „Ich weiß nicht, uh habe so eine Ahnung, als ob ich heute etwas treffen würde. — Frau: „Dann laß nur um Gotteswillen den Hund hier. Du kannst Dir doch nicht jeden Sonntag einen neuen anschaffen.
Weitgehendes Bedachtsein. „Was der Tausend, Du hast ja zwei Taschenuhren." — „Ja, eben gekauft von den Moneten, die mir mein Goldonkel geschickt hat." — „Aber warum zwei Taschenuhren?" — „Die eine zum Tragen, die andere zum Versetzen." * ,
Gerechte Preiserhöhung. Kunde: „Was bin ich schuldig?" - Barbier: „Zwanzig Pfennige." -Kunde: „Aber an Ihrem Fenster steht doch: Rasieren zehn Pfennig. — Barbier: „Ja, Sie haben aber, auch ein Doppelkinn!
Wes das Herz voll ist . . . Frau Rittmeister von Kleckau wird am Morgen, als sie die Rückkehr der Schwadron vom Manöver erwartet, von ihrem Mädchen geweckt. „Jette , fragt sie, „was ist's für Wetter?" - „Ach! gnädige Frau, wunderschön! Der Himmel sieht aus wie lauter Draionersi
Redactton: A, Schepda. — Druck und Verlag der Brühl'fchen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.


