-

mehr zu sagen, in welchen Worten die Leute mir gegenüber ihrer Stimmung Ausdruck gaben, und ich glaube nicht, daß in meinem Beisein überhaupt eine bestimmte Drohung aus- gesprochen worden ist; aber es bedurfte keines besonderen Scharfsinnes zu der Erkenntniß, daß ihre Wuth sich zuerst gegen Sie und Ihr Eigenthum kehren würde, sobald, die Schranken vernünftiger Ueberlegung und klarer Besinnung vor dem Ansturm der entfeffelten Leidenschaften erst einmal ge­fallen waren. Als ich dann zufällig eine Stunde später davon hörte, daß der Herr Oberst mit feinen Damen den heutigen Abend bei Ihnen zuzubringen gedenke, hielt ich es selbst auf die Gefahr hin, als zudringlich zu erscheinen, für meine Pflicht, ihn auf die Lage der Dinge aufmerksam zu machen; aber meine Darlegung wird Sie, wie ich hoffe, hinlänglich über­zeugt haben, daß ich Ihnen irgend welche Denunziantendienste nicht zu leisten vermag." (Fortsetzung folgt.)

Gerir-iirnÄtzrges.

Weitze Strohhüte reinigt man auf folgende Weise: Man nimmt lauwarmes Seifenwaffer, fügt etwas Zucker hinzu und reibt mit dieser Flüssigkeit mittelst eines Schwammes oder einer weichen Bürste den Hut ab. Alsdann spült man mit reinem Waffer nach und giebt dem Hut die gewünschte Form; auch während des Trocknens sorge man dafür, daß er nicht durch schiefes Hängen und Biegen die Form verliert. Noch reiner und schöner sollen die Hüte werden, wenn man dem Seifenwaffer einen Theelöffel voll Weinsteinfalz zufügt. Die Behandlungsweise ist dieselbe.

»

Wie reinigt man schmutzige Golvleisten an Oelbiidern? Man bürste dieselben tüchtig, reibe mit einer angeschnittenen saftigen Zwiebel nach und trockene mit reinem Leinenlappen nach.

Pflaumenwein. Vollkommen reife, gesunde Pflaumen werden entstielt, gemahlen, der Brei in ein gut gereinigtes Faß gethan und der Gährung überlaffen. Während derselben bleibt das Spundloch offen. Ist die Gährung beendet, so ist der Wein fertig. Schmackhafter wird er, wenn man nach der Gährung etwas Zimmet und Gewürznelken zusetzt, und das zugespundete Faß fünf Monate ruhig liegen läßt. Nach dieser Zeit wird der Wein auf Flaschen^abgezogen.

Pflaumensaft, Pflaumensyrup, wird hergestellt, indem man ganz reife, blaue Pflaumen rein wäscht, entkernt, in ein hölzernes Gefäß thut, eine Nacht darin stehen läßt, am fol­genden Tage mit hölzerner Keule stampft, dem Brei etwas Waffer zusetzt, ihn allmählich in einen leinenen Preßbeutel süllt und preßt. Den ausgepreßten Saft versetzt man mit ebensoviel Wasser, bringt ihn auss Feuer, erhitzt ihn langsam zum Kochen, schäumt fleißig ab und schüttet nach und nach so viel gepulverte Kreide hinein, bis der Saft nicht mehr auf­braust und ein hineingetauchtes blaues Lackmuspapier nicht mehr roth wird. Nun gießt man den Saft durch Flanell, läßt ihn völlig abklären, und dünstet ihn in einem Kessel zu Syrupsdicke ein. * *

Apfelsinen einzumachen. Man wählt hierzu recht feinfchalige, feste Apfelsinen, wiegt ebensoviel Zucker ab, als ihr Gewicht beträgt, und schneidet sie auf einem Brett sammt der Schale in fingerdicke Schalen, entfernt die Kerne, thut sie mit dem etwa ausgelaufenen Saft zu dem Zucker, den man mit einem halben Liter Wasser geläutert, und läßt sie so lange kochen, bis die Schale weich ist. Dann nimmt man die Scheiben vorsichtig heraus, legt sie nach dem Erkalten in die Gläser, kocht den Zucker zu Syrupsdicke ein und gießt ihn, wenn er abgekühlt ist, auf die Früchte; nach zwei Tagen kann man ihn nochmals abgießen und aufkochen lassen.

Kurzer Bescheid. Bei einem seiner schneidigen Kürze wegen bekannten Regimentscommandeur meldete sich der Sohn eines reichen Gutsbesitzers zum Eintritt in das Regiment als Avantageur. Der alte Haudegen hörte ihn schweigend an und sagte nach einer Pause,' während welcher Jener, ohne die Hand vor den Mund zu halten, in ungeschliffener Weise gegähnt hatte, schroff:Ich kann Sie nicht annehmen, ich habe eben einen zu tiefen Einblick in Ihr Inneres gethan!"

Durchsichtig. Mein Neufundländer ist mir heute zum dritten Male entlaufen. Dem Wiederbringer sichere ich als Belohnung die fast neue Violine meines Sohnes zu!

Gast:Herr Wirth, beißt*Jhr Hund?" Wirth:Nein!" Gast:Schade, sonst könnte er einmal versuchen, das Fleisch zu beißen, das Sie mir vorgesetzt haben-"

Abhülfe. Theaterdirector (beim Mittagsmahl):Giebt es denn heute kein Apfelcompot?" Directorin:Nein, wo soll ich denn Aepfel herkriegen? Ich sagte Dir doch gestern, Du sollst den Karl Moor von dem Putschke spielen lassen, damit sie ihm welche an den Kopf werfen."

Gefährliche Aehnlichkeit. Onkel (zum Neffen, dem er seine Photographie zeigt):Nun, lieber Edgar, wie bin ich getroffen?" Neffe (Studiosus):O, lieber Onkel, zum An» pumpen ähnlich!"

e

Liebeszeichen. Kellnerin:Aber, Herr Sergeant, Sie bleiben mir doch jedesmal die Zeche schuldig!" Sergeant: O, Fanni, merken Sie denn noch immer nicht, daß ich Sie liebe?" ____________

Bei der 75jährigen Jubelfeier der Bonner Hochschule brachte Herr sind. jur. E. Meumann aus Köln einen Toast in poetischer Form auf die Damen aus. Wir greifen aus dem urwüchsigen Gedicht folgende Strophen heraus:

Einer edeln Jubeldame Gilt das Fest in diesem Saal: Alma mater ist ihr Name, Fünfundsiebzig" ihre Zahl. Mele Tausende von Söhnen Zog sie auf mit Geist und Bier, Dem sie lebenslang dann fröhnen Mit unsterblicher Begier.

Wenn die höchste Geistgemeinde Uns als Frauenbild erscheint, Muß dann nicht ich frag' Euch, Freunde

Selbst der ärgste Weiberfeind Tief beschämt es anerkennen: Das Sublimste sicherlich Unter Allem, was wir nennen, Ist die Frau die Frau an sich." Weisheit ist des Mannes Zierde, Vollends im Gelehrtenstand, Der das Faß der Wißbegierde Mühsam anfüllt bis zum Rand. Köstlicher ist der gesunde, Unstudirte Mutterwitz, Der aus klugem Frauenmunde Leuchtet, wie der rasche Blitz!

Vorlesungen halten kann ja Der Professor wundervoll, Nur bedarf des Hefts der Mann da, Wenn die Sach' ihm glücken soll; Doch in freier Redefülle, Ohne Heft und Studium, Hält ihm selbst die Haussibylle Oft ein Privatissimum.

Und nun gar die künft'gen Frauen, All' das duft'ge Knospenheer, Das so wonnig anzuschanen Und zu pflücken noch weit mehr! All' die Lilien, Nelken, Rosen, Veilchen und Vergißmeinnicht, Pfirsichblüthen, Aprikosen, Voller Duft und Farbenlicht.

Ihr, der Menschheit Wonnegarten Und des Lebens Paradeis All' Ihr blonden, Hellen, zarten, Und Ihr dunkeln, gleicherweis'. Seid gegrüßet, groß' und kleine, Bis des Gärtners Hand Euch pflückt. Und besonders noch die eine. Die mich selber einst beglückt!

Oesfnet Euch, verhalt'»? Schleusen, Brich hervor, gestautes Meer!

Was hilft uns der Stein der Weisen, Wenn das Leben kalt und leer?

Und wer soll ihm Wärme geben, Als der Frauen hold' Geschlecht Unsere Frauen sollen leben Und die Jungfrauen erst recht!"

Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.

Ni

S

Ur

II Excedi muthei Neuka sich do erworl Rede Es wc und d«

als sie sah- , uns ai

T erwidei

,/ bings diesen Umgeb!

kaum," »Ich r geleiten unterw

D absichtli dem Dl gedeute! Stirn Verlobt freundli hässigen ltcher 6 pfinden des An!

Ak würdigt verbeug! sich naä doch, bi die Thü