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durchschauen läßt. Bei jeder Schauspielerin, welche di« ersten ^abre ihrer Lausbahn hinter sich hat, kann man die Folgen des Weißschminkenr am besten beobachten. Die glanzlose, araua^lbliche ost lederartig trockene Beschaffenheit der Haut ist der beste'Beweis der zerstörenden Wirkung der Schminke welche jeder Dame als Warnung dienen mag. Clasen in fiambura ein um die Haut- und Haarpflege hochverdienter Arzt, hat die Aufmerksamkeit besonders nachdrücklich auf diese
WM d<« ton« bl« R«d° in, b«f ein« niifit vergeffen werden: der Handschuh, der ^inen nicht zu unterschätzenden Einfluß auf die Beschaffenheit und Schönhert der Haut besitzt- Wie alle durch die Kleidung bedeckten Theile ! unsres Körpers eine zartere und weißere Hautbeschaffenheit annehmen als die unbedeckten, so gewinnen auch die Hän e einen zarteren Teint, wenn sie sorgsältig vor Sonnenlicht, vor Wmd und Wetter durch Handschuhe LeMtzt werden. Des» halb macht die Frauenwelt von dem Glacehandschuh einen viel ausgedehnteren Gebrauch al» die Männer, welche bekanntlich auf9 die Schönheitspflege weniger Werth legen. Ebenso tbun alle Damen, deren Hände roth sind oder au Sprödigkeit mb tod*” eiben, 9ut barnn, eine Man« ?benb»bem Zubettgehen Glacehandschuhe für die Nacht anzuziehen. Diese Maßregel läuft darauf hinaus, eine Bähung und Durchseuch' tuna der Haut zu erzielen, indem dieselbe Nachts unter dem Einfluß der Wärme von einem reichlichen Blutstrom durch- flößen wird ohne doch die dadurch gesteigerte Schweißmenge 3 X -b-eben -u tonnen. Manche L-u-ft-n-n gen zur Schonung ihrer Hände bei den gröberen häuslichen Arbel ten abgelegteHandschuhe, ein Verfahren, das man nur billigen kann weil es geeignet^ist, die Zartheit der Haut zu erhalten '^ede Frau, jedes Mädchen kann schön werden, wenn si m;rr un^ mit den rechten Mitteln danach strebt, ihre volle Eiaenthümlichkeit zu wahren und zu entwickeln und wenn ihr Verhalten und ihre äußere Erscheinung allseitig naturgemäß
hohen^Wcrth Schönheit ohne einen guten ^emt, dessen Pflege und Erhaltung darum eine der vornehmsten geiellschaft Lichen Pflichten ist. Die Zahl der Mittel und Mtttelchen, d:e dazu dienen sollen, dem Gesichte einen guten Tervt zu ver schaffen ist geradezu Legion, ein Beweis, daß trotz allen Suchen» und Haschens es bis jetzt nicht ^NerfLönerunas! ieder Beziehung wirksames und dauerhaftes Verschönerungs mittel zu finden. Diese Thatsache findet ihre Erklärung m dem Umstande, daß man bei dem Gebrauche jener Mittel die Grundlehren der Hygiene zu wenig berücksichtigt, indem man von der naiven Auffaffung ausgeht, als genüge dieser oder Mer Puder, I diese oder jene Pomade, um mit ihrer Hilfe das ewig blühende und jugendliche Antlitz einer Ninon de Lenclos zu gewinnen. Und worin bestand das Toiletteugeheimmß dieser schönen Frau? Einfach in einem Krug mit gewöhnlichem Brunnenwaffer und einem Stück Flanell. Aus dieser historisch verbürgten That- fache folgt mitNothwendigkeit, daß die natürliche, auf den Lehren der Gesundheitspflege beruhende Kosmetik ur die Ec- Haltung eines guten Teints wirksamer ist als ine künstliche, mit chemischen Mitteln arbeitende Hautpflege. Letztere soll allenfalls eine Ergänzung der natürlichen Kosmetik bilden, um den Neigungen und Bedürfniffen der Damenwelt zu entsprechen. Das nützlichste und wichtigste Mittel zur Erzielung eines guten Teints ist tägliche Waschung des Gesichts mit weichem Waffer, wie es aus der Hand der Natur hervorgeht. Mt Recht wird deshalb da» Flußwaffer als ausschließliche» Wasch- waffer empfohlen für Damen, die auf ihren guten Temt be- sonderen Werth legen. Zum Waschen bedient man sich am besten der flüssigen, überfetteten Glycerinseife, welche sehr müde ist und nach dem Waschen ein angenehmes weiches Gefühl in der Haut zurückläßt. Das Abtrocknen der Gestchtshaut ist ent sehr wichtiger Gegenstand der Hautpflege. Man braucht am Ende nicht wie jene Ninon immer Flanell zum Abreiben zu benutzen; es genügt ein grobes Handtuch, mit welchem man gründlich die Haut de» Gesichtes trocknet. Blutarme und ner- vöse Frauen waschen sich am besten des Abends, ehe sie zu Bett gehen, gesunde Personen früh Morgens nach dem Umstehen. Um der Haut be» G sichte», der Hände und Arme ihre Zartheit und Geschmeidigkeit zu erhalten, bedient man sich nach oorgenommener Waschung nut weichem Waffer der Mandelkleie. Mit einem kleinen Eßlöffel voll reibt man die noch nassen Theile der Haut fünf '.Minuten lang, nicht ohne sie nach Bedarf öfter zu benetzen. Danach wird die Mandelkleie avgesputt und die Haut gehörig abgetrocknet. Weitere Mittel und Maß' regeln bedarf eine gesunde Haut und ein von Natur guter Temt nicht. Erne Thmheit ist es, daß jange Mädchen und Frauen mit der schönsten natürlichen Gesichtsfarbe immer noch weißer zu sein verlangen und durch diesen Wunsch zum Schminken veranlaßt werden. Jenes rosig angehauchte Weiß einer gesun- den Hautfarbe erzielt man durch das Schminken nie, sondern immer nur eine Art Kreide- ober Leichenfarbe, die man weder schön noch natürlich nennen kann. Auch die vorsichtigste Verwendung weißer Schminke in Verbindung mit der rothen vermag die Natur nie nachzuahmen; die ganze Physiognomie leidet darunter und bekommt etwas Starres, Wachspuppenartiges, das nicht blos bei Tageslicht, sondern auch bei Lampenbeleuchtung selbst Uneingeweihte diese Schönheitsmasre
»inert nuten Teint" zu erhalten. In der That bleibt auch9bei den Frauen der hochcivilistrten Kulturvölker der gute Teint das Alpha und Omega aller Schönheitspflege. Es halt freilich schwer, genau zu definiren, was man eigentlich unte einem guten Teint" zu verstehen habe. Man gebraucht eben in der "Gesellschaft diesen Ausdruck, um den Inbegriff einer nphtnben und schönen Haut, besonders der des Gesichtes, zu bezeichnen. Dem guten Teint, als dem schönsten Gesammtaus- druck von Vollkraft der Gesundbeit und °ufbluhender Jugend- frische ist derselbe bezaubernde Reiz eigen, den man beim An Mjrf einer thanfrischen, aufblühenden Rosenknospe empfindet, was Wunder also, daß die Damenwelt auf reinen Temt einen
Redactionj A. Scheyda. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen
vermischtes.
Klapphornvers von Neumann-Bliemchen.
Zwei Sachsen gaben sich ’nen Kuß,
Der Eine hieß Antonius,
Der And're, der hieß Käthchen,
Ich glaub', es war ein Mädchen.
Literarisches»
GS WÄÄ abery
Heit des großen Brandes. Eine Fülle farbiger, stimmungvoller Schilde unaen von Land und Leuten, ein bunter, kulturgeschichtlich mt-ressan r Stoff, der die ganze Eigenart Jensens °n sich trägt, fes eln von d-r erste rteilc an. Dieselbe Nummer der „Deutschen Romanbiblwthek 'Mwelche dieses Werk beginnt, bringt gleichzeitig eine Sclbslbwgraphi^emes Schopf ,
die zu dem Liebenswürdigsten und Sympathischsten gehört. was Im, geschrieben hat, und durch die Einblicke, welche sie in das Wesen Dichters und in die Art seines Schaffens gewährt, dre Lufmerksamke^ iedcs Literaturfreundes erregen wird. Der neue Jahrgang der „Deutsch Romanbibliothek"^ hat überhaupt sehr glücklich begonnen. Die beiden großen Romane „Dem Irrlicht nach" von Alexander Romer un^,,® Million" von Theophil Zolling, dem bekannten tzerausgbeibei „G°S-> wart", die beide mitten im Strom des modernen Geisteslebens sich wegen, unterhalten angenehm und regen zu gleicher ZeUlebhast z Denken an. Das Feuilleton, das letzt außer der „Mosa- auch R velletten und Artikel allgemeinen Inhalts bringt, hat mcht n Ausdehnung, sondern auch an Abwechslung und geistigem Inhalt , ?
gewonnen. J__


