der« an sehr verschiedenen Punkten desselben wild vorkommt, und als er nicht nur in einer, sondern in zwei ganz verschiedenen Arten daselbst heimisch ist. Die eine derselben, der sogenannte liberifche Kaffee, ist in Westafrika zu Hause, er hat eine viel größere, aber weniger schmackhafte Bohne als die andere, die sogenannte arabische Art, und unterscheidet sich von dieser in ihren Vegetations-Ansprüchen ganz erheblich dadurch, daß sie das feuchtheiße Klima der tropischen Ebenen zu ihrer günstigen Entwickelung verlangt, während der arabische Kaffee nur in den Subtropen oder in den tropischen Gebirgsgegenden in einer Höhe von mindestens 600 Meter über dem Meeresspiegel sein Gedeihen findet. Diese letztere Art trägt ihren Namen zu Unrecht, denn nicht in Arabien, sondern in den afrikanischen Gebirgsgegenden ist sein Ursprung zu suchen. Schon längst wußte man, daß er nach Arabien erst von den gegenüberliegenden abyssinischen Gebirgslanden aus verpflanzt worden ist. Stanley, dem glücklichsten aller Afrikareisenden, war es aber vorbehalten, sein Vorkommen auch in den Umgebungen des Victoria Nyanzr nachzuweisen, woselbst er in dem merkwürdigen, von höchst intelligenten und auf einer ver- hältnißmäßig hohen Culturstufe stehenden Negern bewohnten Königreich Uganda sogar planmäßig cultivirt wird. Ein deutscher Colonialpionier endlich, der Compagniechef der Kaiserlichen Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika, Freiherr von Bülow, war es, der kurz vor seinem im Kampfe gegen die aufrührerischen Wadschagga erlittenen Heldentode auf dem höchsten deutschen Gebirge, dem Kilimandscharo, den Kaffeebaum wildwachsend aufgefunden hat.
Woher aber kam es nun, daß trotz dieses vielfachen Vorkommens der Anbau des Kaffees in Afrika doch nur fehr langsame Fortschritte gemacht hat, ja überhaupt erst in den letzten Jahrzehnten in nennenswerthem Umfange in Angriff genommen worden ist? Nur deshalb, weil dem afrikanischen Continent in den zum Kaffeebau geeigneten Gegenden bisher die europäische Cultur gefehlt hat. Nur nach dem nördlichen und dem südlichen Rande des groben Erdtheils war sie hingedrungen, im Centrum hatten weder die Portugiesen in Ost und West, noch die Araber im Osten genug Thatkraft und Unternehmungsgeist, um an eine Cultivation des Landes im großen Stile heranzugehen. Erst in der Neuzeit, als die neue colonialpolitische Aera und die Bertheilung Afrikas unter die europäischen Mächte begonnen hatte, wurden überall ernstliche Culturversuche ins Werk gesetzt und auch die Portugiesen ließen sich durch das Beispiel der Deutschen in Togo und Kamerun, der Franzosen in Gabun, der Belgier im Congostaat und der Engländer auf dem Schire-Hochland Südostafrikas hinreißen und fingen in ihren west- und ostafrikanischen Colonien Angola und Mozambique gleichfalls mit Erfolg an, den Kaffeebaum zu cultiviren.
In unserem deut sch-ostafrikanisch en Schutz gebiet sind es die Missionare gewesen, die, wie in so vielen Theilen der Erde, als Pioniere nicht nur der geistigen, sondern auch der materiellen Cultur wirkend, den Kaffeebaum zuerst und zwar mit außerordentlichen Erfolgen angebaut haben. Auf der Misstonsstation Mrogoro, in der Landschaft Ukami, etwas über 100 Kilometer von Bagamoyo und Dar-es-salaam entfernt, wird schon seit vier Jahren ein Kaffee geerntet, der den ungetheiltesten Beifall Aller, die ihn getrunken, gefunden hat. Das Saatgut haben sich die Missionare von der Insel Bourbon verschafft, deren kleiner, runder, dem Mokka ähnelnder Kaffee schon seit uralter Zeit einen großen Ruf genießt, und insbesondere in Frankreich, das eine besondere Vorliebe für diese Sorte hat, stets mit den höchsten Preisen bezahlt wird. Wenn nun auch das Urtheil der Afrikareisenden über die Qualität der in Mrogoro gezogenen Kaffees deswegen für die Werthschätzung auf dem europäischen Markt nicht maßgebend sein konnte, weil die Strapazen und Entbehrungen, die der Reisende in Afrika zu erdulden hat, ihn nur allzusehr geneigt machen, die ihm in überraschender Weise dargebotenen Genüffe zu überschätzen, so konnte über den Werth des Mrogoro-Kaffees doch kein Zweifel mehr obwalten, nachdem er von verschiedenen
Redaction: A. Sch er,da. — Druck und Verlag der
deutschen Kaffee-Großhändlern taxirt und als gleichwerthig mit gutem Java-Kaffee befunden worden ist.
Diese Thatsache aber ist von ganz ausschlaggebender Wichtigkeit für die in neuerer Zeit endlich einmal mit größerer Intensität, aber auch mit größerer Ueberlegtheit wie bisher aufgetretenen Cultivationsbestrebungen in Deusch-Ostafrika.
JnUsambara, dem von dem vortrefflichen nördlichsten Hafen unseres Schutzgebietes, dem freundlichen Tanga, etwa 60 Kilometer entfernten Gebirgsland, das seiner erstaunlichen Fruchtbarkeit, seiner reichen Bewäsierung und seines üppigen Urwalds halber schon längst die Bewunderung der Afrikareisenden erregt und von den Kennern der tropischen Land- wirthschaft als ein zum Plantagenbau vortrefflich geeignetes Gebiet empfohlen worden ist, in diesem verhältnißmäßig auch gesunden Gebiete hat die deutsch-ostafrtkanische Gesellschaft seit etwa zwei Jahren eine größere Plantagenanlage ins Leben gerufen. Bereits 200 000 Kaffeebäume sind daselbst, nachdem sie etwa ein Jahr lang in Saatbeeten aufgezogen worden sind, an Ort und Stelle verpflanzt und zeigen ein ganz vorzügliches Wachsthum. Es ist mit Sicherheit zu hoffen, daß schon in zwei bis drei Jahren die erste Ernte dieses Usambara-Kaffees in Deutschland getrunken werden wird. Ganz in der Nähe von Derema hat ein Deutscher, der früher Jahre lang in Mexico Kaffeebau getrieben hat, gleichfalls eine Kaffeeplantage angelegt, auf der gegenwärtig etwa 60000 Bäume angepflanzt sind.
Um nun aber auch weiteren Kreisen des deutschen Volkes Gelegenheit zu geben, durch eine, wenn auch noch so geringe Betheiligung an einem wirklich aussichtsreichen colonialen Unternehmen die Vortheile der deutschen Colonialpolitik in eigener Person mit zu genießen, sind einige Kenner der tropischen Land- wirthschaft und der Verhältnisse in Deutsch-Ostafrika, an ihrer Spitze der Redacteur der „Deutschen Colonialzeitung", des Organes der „Deutschen Colonialgesellschaft", Herr Gustav Meinecke, mit einer Anzahl Kaffee-Großhändlern zusammengetreten, um die Bildung einer Gesellschaft mit Antheilen von nur 200 Mk. in die Hand zu nehmen, die gleichfalls in Usam- bara in der Nähe der dort bereits angelegten Plantagen den Kaffeebau im Großen betreiben soll.
Am 7. Juni hat die Constituirung dieser Usambara- Kaffeebau-Gesellschaft in Berlin stattgefunden. Sie hat zum Vorsitzenden des Aufsichtsraths den früheren stellvertretenden Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Herrn Corvettcn- Capitän a. D. Rüdiger und zum Director Herrn Meinecke erwählt. Zur Leitung der Pflanzungen in Ostafrika ist ein seit 22 Jahren in Holländisch-Ostindien auf Plantagen thätig gewesener Kaffeepflanzer, Namens Reuwekamp, ausersehen, dem zwei mit den afrikanischen Verhältniffen vertraute Herren als Assistenten beigesellt worden sind.
Das Capital, mit dem die Gesellschaft errichtet worden ist, beträgt nur 250000 Mk., weil dies für den Anfang durchaus hinreichend ist. Doch ist schon jetzt eine Erhöhung derselben und damit eine Erweiterung der ursprünglich beabsichtigten Plantagenanlagen in Aussicht genommen, da sich bereits eine große Anzahl neuer Zeichner gemeldet haben. Diese Thatsache ist im höchsten Grade erfreulich, denn sie beweist, daß sich allmählich die Einsicht von der Nothwendigkeit einer praktischen Verwerthung unserer Colonien durchringt. Denn nur durch den Betrieb eines ausgedehnten Plantagenbaues wird es uns gelingen, unsere ostafrikanischen Besitzungen wirthschaftlich genügend auszunutzen und damit die Hoffnungen zu erfüllen, die das deutsche Volk an den Erwerb seiner tropischen Colonien geknüpft hat. Von allen tropischen Plantagen- culturen hat sich aber von jeher als die rentabelste der Kaffeebau erwiesen und es ist daher als ein großes Glück für unsere colonialen Bestrebungen zu betrachten, daß gerade in Afrika, der Heimath des Kaffees, sich weite unter deutscher Oberhoheit stehende Landstrecken finden, die alle Bedingungen für ein vortreffliches Gedeihen dieses werthvollen Culturgewächses darbieten. Kf.
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