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Selterhähne entleert.
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Vermischtes
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gehalten hast.
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boshafte Lehrjunge.
von
Redactton: A. Scheyda. — Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen
Anna liest uns nichts vor, die strickt lieber oder schwatzt mit der Köchin. Wir müssen auch immer allein schlafen gehen!" Frau Doctor hat auch nie Zeit, die Sachen ihrer Kinder in Ordnung zu bringen, obgleich sie den ganzen Tag herumläuft, um fertig zu werden. Sitze ich aber bei meiner Lampe, so mahnt mich ihr ruhiges, gleichmäßiges Licht an ein stetiges, ausdauerndes Arbeiten. Ein unruhiges Ergreifen bald dieser, bald jener Arbeit bringt keine zu Ende; doch, wie schnell ist ein Hemd geflickt, ja, ein ganzer Korb voll Wäsche ausgebeffert, wenn ich still bei meiner Lampe sitze, Stück um Stück vornehme und vollende! Nach kurzer Zeit blicke ich mit Vergnügen auf das gethane Werk. Du wirst lächeln, liebe Leserin, doch meine Lampe sagt mir noch mehr. Nicht nur mahnt sie mich zur Beharrlichkeit, sie will auch täglich mit frischem Oel gefüllt sein, um ihre Dienste zu thun. Nun, merkst Du es nicht? Will nicht auch Dein Geist täglich mit neuer Nahrung an nütz, lichen Kenntnissen, edlen Gedanken, Lehren der Weisheit, besserem Verständmß der alten Wahrheiten versorgt und ge- pflegt werden, wenn er wachsen und reicher werden will an Früchten edelster Art? Wo und wann findest Du wohl eine eindringlichere Mahnung, daß, wie die Lampe ohne Oel erlischt, auch das Leben unseres Geistes erlöschen muß, wenn wir ihm nicht die entsprechende Nahrung reichen? — Doch noch andere Mahnungen raunt mir meine Lampe zu. Ich zünde sie an, denn es ist Abend geworden; dieser Tag hat sein Ende erreicht, er kommt nicht wieder. So ruft sie mir dann zu, daß auch für meine Jugend, mein Leben ein Abend kommen wird, an dem auch meine Kräfte schwächer werden und endlich ganz ihren Dienst versagen werden! Darum mahnt sie mich in ihrer stillen Weise, meine Zeit und Kraft zu benützen und weise zu gebrauchen, so lange sie mir verliehen ist. Was meinst Du, ließe Leserin, sagt Dir dies und ähnliches nicht auch Deine Lampe?
Um Flecken von Oel oder reinem Fette aus heiklichen Stoffen trocken zu entfernen, legt man den Stoff über weißes Löschpapier und bestreut ihn dick mit feinem gepulver- tem Meerschaum. Nach 24 Stunden staubt man diesen weg- War das Fett schon eingetrocknet, so erweicht man es durch Wärme, indem man auch über den Meerschaum Löschpapier legt und ein warmes Bügeleisen darüber hält.
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Milch-Champagner. Ein gesundes und wohlschmecken- des Getränk, welches dem Kumys ähnlich ist, kann man sich nach der Molkereizeitung dadurch Herstellen, daß man 5 Liter Mttch mit 100 Gramm Zucker auf 30 Grad erwärmt, als- dann ein nußgroßes Stück Preßhefe zusetzt und in Champagner- flaschen abfüllt, die nur zu dreiviertel voll werden dürfen.
Wollene Decken zu waschen. Man löst XU Pfund weiße Seife in 12—14 Liter weichem Wasser auf, fügt für farbige Decken drei Löffel Salmiakgeist, für weiße ebensoviel Borax hinzu und spült und drückt die Decke darin, bis sie rein ist, dann wäscht man sie in klarem heißem Wasser nach und trocknet sie im Schatten in gelindem Lustzug.
Man schließt nun die Korke mit Bindfaden an den Flaschenhals und läßt dieselben bet 10—12 Grad Celsius unter öfterem Umschütteln 2—3 Tage stehen. Da das fertige Getränk äußerst stark schäumt, wird die Flasche zum Genüsse durch sogenannte
Gelehrige Thiere. Ein Amerikaner rühmt einem seiner Landsleute gegenüber den außerordentlichen Scharfsinn feines Hundes. „Wenn ich ein Rebhuhn tobte, rupft es Fox mit seinen Zähnen; wenn es ein Hase ist, zieht er ihm mit einigen Bissen das Fell ab; zu Hause brauche ich dann das Wild nur noch an den Spieß zu stecken-" — antwortet lebhaft der Kamerad, „da habe ich etwas viel Besseres gesehen. Als ich in Indien jagte, da hatte ich einen alten Stephanien, dem ich am Abend auftrug, mich zeitig am Morgen zu wecken, damit ich mich zur Verfolgung der Tiger aufmachen könne. Niemals ließ er mich im Stich; da aber fein Gedächtniß infolge feines großen Alters schon recht schwach war, so machte er jedesmal, ehe er sich schlafen legte, einen Knoten in seinen
Unerwartete Wendung. Frau: „Sage'mal, Mann, warum nennst Du mich eigentlich immer Deine Sonne?" — Mann: „Weil Du so viele meiner Lebenslage hübsch warm
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Ragout. Saure, pikante Speise von Fleischresten wird verschiedenartig bereitet, meist jedoch von Kalbsbraten- Man röstet einige Eßlöffel Mehl in zerlassener Butter gelb, dämpft darin Schalotten, Citronenschale, Petersilie, Sardellen ober Häring, sämmtlich zerkleinert, gießt Fleischbrühe ober kochendes Wasser zu und läßt die Masse aufkochen. Hierauf schneidet man übriggebliebenen Kalbsbraten (auch Rinderbraten, Rindfleisch oder Geflügel) in Würfel, schüttet ihn nebst Essig, Citronensast, Lorbeerblättern, ganzen Nelken und Pfefferkörnern in die Sauce, gießt wenig Bratenbrühe, wenn solche vorhanden ist, hinzu und läßt gut durchkochen.
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Mit Unschlitt, Stearin, Wachs betropften Stoff gibt man zwischen Fließpapier und hält ein warmes Bügeleisen darüber, wobei man das Papier oben und unten so lange wechselt, bis es nicht mehr fett wird, dann putzt man mit Benzin ober Terpentingeist, Bröner« ober Kölnerwasser nach.
Rüssel."
„Das deischt." (Aus: „Das Buch vom Klabberstorche" Ebwin Bormann.)
Spazier' ich da neilich im Wiesendhal Und deüke an nischt Genaues, Da watschelt dorch's Gras mit eenen Mal So was Schwarz-un-weiß-un-graues-
Da gingk Sie spazieren ewenfalls Der Storch mit bedächtigen Sinne, Ae Weidenkerbchen hatt' er um Hals, Vier Besuchen strambelden drinne.
„Nee", rief ich, „das allerliebste Zeig!
Die Guckelchen un die Häärchen!
Sagt, Meester Klabberstorch, nur gleich, Wer kriegt denn das Zwillingsbäärchen?"
„Ei", sagte der Storch in belehrendem Dhon, „Das deischt; denn ich kann Sie's bedheiern: Das eene is Sie ä Grafensohn, Un das and're bring' ich der Meyern."
Gemeinnütziges
Verrathen. „Wie ich neulich Abends spät nach Haus' komm', krieg' ich auf der Hausflur eine fürchterliche Ohrfeige!" — „Und was sagtest Du?" — „Guten Abend, Weiberl!"
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Beim Friseur. „Wo belieben Eure Gnaden den Scheitel zu tragen?" — Berliner: „Wenn es Ihnen nichts ausmacht, auf dem Kopfe", *
„Die Frau Meisterin macht den Kaffee so schwach, daß er nicht allein aus der Kanne heraus kann," sagte der


