Ausgabe 
10.10.1893
 
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OenieinnÄtzrges.

Wetfäiekenc Saucen zum Rindfleisch. Peter- silien-Sauce: Mehl wird hübsch braun geröstet und mit Fleischbrühe aufgefüllt. Petersilie wird fein geschnitten; bester ist's, man wiegt sie ganz fein. Die Petersilie muß einen Augenblick mit aufwallen. Lauch-Sauce: Mehl wird mit Wasser glatt gerührt; ein Stück Butter dazu. Lauch ganz fein geschnitten und dazu gethan. Der Lauch muß aber eine volle Stunde mitkochen. Schnittlauch.Sauce: Die­selbe wird wie die Petersilien-Sauce bereitet. Die Haupt­sache bei allen Saucen besteht darin, daß man das Mehl hübsch glatt rührt und keine Knöllchen entstehen läßt.

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Recept zu einem guten Wachholderbeerwein. 5 Kilo gut zerstoßene Wachholderbeeren vermische man mit 5 Kilo Honig, dazu gibt man 50 Gramm Roggensauerteig oder auch Preßhefe und gießt 10 bis 12 Liter ziemlich warmes Wasser daran. Diese Mischung rührt man in einem Bottich eine Viertelstunde tüchtig durcheinander. Der Bottich wird nachher gut zugedeckt und in ein Local gebracht, welches auf mindestens 20 Grad Reaumur erwärmt werden kann. Diese hohe Temperatur ist nothwendig, um eine ziemlich rasch ver­laufende Gährung zu veranlassen. Es bildet sich an der Ober- fläche während der Gährung eine krustenartige Decke, die sich am Ende derselben vertheilt, auch erkennt man am Klarwerden der Flüssigkeit die Beendigung der Gährung. Sobald man dies wahrgenommen, zieht man den Wein zur Nachgährung von den Trebern in ein Fäßchen. Jetzt genügt die gewöhn­liche Kellertemperatur (etwa 12 bis 15 Grad Reaum.). Nach weiteren sechs bis acht Wochen wird der Wein zum zweiten Male abgelaffen und gut verspundet. Nachdem er ungefähr ein Jahr im Faß gelegen, kann er in Flaschen abgezogen wer­den, die bis zum Gebrauch beliebig lang aufbewahrt werden können. Dieser Wein ist ein äußerst angenehmes Getränk.

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Vorsicht bei Anwendung von Carbvl. Eine Dame in der oberschlesischen Industriestadt K. riß sich den Daumen der rechten Hand an einem Nagel blutig und verband die verletzte Stelle, um Blutvergiftung zu vermeiden, mit Carbol- wasser. Diese Manipulation setzte sie fort, bis die Wunde ge- heilt war, mußte aber zu ihrem größten Erstaunen merken, wie sich Schmerzen einstellten, die immer größer wurden und selbst den eifrigst angelegten Umschlägen mit dem Hellwaffer Trotz boten. Zufällig 'kam der Sohn der Kranken, welcher als Lazarethgehtlfe beim Militär steht, auf Urlaub nach Hause und dirigirte seine Mutter schleunigst zu einem Arzte. Hier erfuhr die Kranke den Grund der immer heftiger werdenden Schmerzen es war bereits das erste Stadium des trockenen Brandes eingetreten. Während der nächsten Tage schwebte das Damoklesschwert einer Operation über dem Daumen, bis es endlich gelang, neues Leben in dem Finger zu erwecken. Mit dem Vorsatz, nie wieder selbst Arzt spielen zu wollen, verließ die Dame mit Ausdrücken des Dankes das Consul- tationszimmer. Und die Lehre aus diesem Vorkommniß? Große Vorsicht bei Anwendung des Carbolwassers ohne Einholuna ärztlichen Raths.

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Rationelles Waschen wollener Sachen. Bei dem Waschen wollener Sachen werden bekanntlich in allen Haushaltungen oft sehr üble Erfahrungen gemacht, indem die wollenen Stoffe durch das Waschen filzig werden, zusammen- schrumpfen, Farbe und Fason verlieren u. s. w. Die Mein« ungen über die beste Waschmethode wollener Sachen sind daher sehr verschieden und noch nicht eine Methode ist gefunden, die allen Anforderungen entspricht. Recht empfehlenswerth ist fol­gendes Verfahren, auf welches wir Haushaltungen, Wasch- anstalten u. s. w. aufmerksam machen. 1) Stets muß die

zum Syaschen benutzte Laugenflüssigkeit sehr heiß sein. 2) Um Schweiß und Schmutz vollständig aus wollenen Sachen, nament­lich aus Unterjacken, zu entfernen, nimmt man Seifenlösung, der man etwas Salmiakgeist hinzurührt. 3) Zur Bleiche weißer Wollsachen ist zweckmäßig eine mit Borax versetzte heiße Seifen­lösung. 4) Um das Einlaufen der Wäschegegenstände zu ver­meiden, müssen dieselben möglichst schnell und zu wiederholten Malen zwischen weichen Rolltüchern trocken gedrückt werden. Nie sind wollene Sachen in der Sonne zu trocknen, sonst werden sie dicht und hart; am vortheilhaftesten trocknet man sie in mäßigem Luftzug oder, besonders im Winter, in nicht unmittet» barer Nähe des Ofens. N. d. L. si.

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Wie macht man ein gutes Fleckwasier? Nehme vier Eßlöffel voll starken Salmiakgeist und einen Eßlöffel voll Salz, schüttele das Ganze in einem Glase tüchtig durcheinander und wende es mit einem Schwamme oder wollenen Läppchen an. Mit dieser Flüssigkeit kann man alle Fett- oder Oel» flecken u. s. w. auswaschen. Flecken von Harz oder Theer auf Tuch müssen erst durch ein wenig Butter erweicht werden.

Vermischtes.

Zuverlässig. Karlchen kommt aus der Schule nach Hause und erklärt auf Befragen, daß der Lehrer sie über Columbus unterrichtet habe.Wer war den Columbus?" examinirt ihn der Vater. Karlchen wird roth und schweigt verlegen. Der Vater geräth in Hitze und schreit:Schafr- kopf, wer hat denn Amerika entdeckt?" Karlchen (in Weinen ausbrechend):Ich nicht, Papa!"

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Falsch aufgefaßt. Fräulein (zu ihrem Clavierlehrer): Nicht wahr, der Componist dieser Sonate ist ein fürchterlich eiteler Mensch?» - Lehrer:Warum?" - Fräulein:Nun, er weiß doch nicht, ob die Sonate gefallen wird, und doch schreibt er an ein paar Stellen ganz trotzig hinDa capo I"

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Sonderbare Bezeichnung. Reisender (beim Be­zahlen eines Diners aus einem Ueberfahrtdampfer):Donner­wetter, ist der Ocean aber ein theueres Pflaster!"

Zerstreut. Professor:Himmel, meine goldene Dose ist mir aus der Tasche gestohlen worden!» Herr:Nicht möglich! Haben Sie denn keine Hand in der Tasche gespürt?" Professor:Das wohl, aber ich glaubte, es wäre meine eigene!"

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Hänschen und die Mama. Hänschen hat in feiner Klasse einen neuen jungen Lehrer bekommen. Die Mama ist Wittwe und fragt nach ihm:Hat er Locken?" -Nein, ^ai?Q- V" * glatte Haare? Wie trägt er den Scheitel? In der Mitte?"Nein."Links oder rechts?" - Nein "Kämmt er die Haare gerade hoch?"Nein." -Bengel, Du bist wohl tückisch." (Hänschen bekommt Prügel.)Nun, wie trägt er die Haare?" Der Bube heulend:Er hat gar keine, blos hinten ein paar."

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Amerikanisch. Ein alter Freund aus dem Westen besuchte einen Redacteur in Philadelphia und erzählte ihm, daß erdrüben" eine Zeitung gekauft habe. -Ist sie gut ausgestattet?" fragte der Redacteur.Das wollte ich meinen!" entgegnete selbstgefällig der Hinterwäldler.Wir haben drei Revolver im Redacttonszimmer, siebzehn Mnchester» Repetir-Gewehre im Setzersaale und zwei Gatling-Kanonen am Eingänge."

Redaction: I. V.: Hermann Elle. - Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gießen.

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