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zieht. Bei mir war's vorüber, ehe ich recht zur Besinnung kam."

Der Ehegemahl eilte jetzt herbei und nahm den Arm The- resens.Es wird Zeit zum Abreisen," sagte er.Der Wagen fährt gleich vor."

Am folgenden Tage läs ein ernster, bleicher Mann in der Residenz folgende Anzeige:

Fürst Sergei Sereco

Fürstin Therese Sereco geb. Gräfin Weilern Neuvermählte.

Das Blatt entfiel der Hand des Doctor Arthur Fels, er lehnte die Stirn in die Hand und sagte dumpf vor sich hin: Meine Geliebte, mein Opfer I Wie soll ich das Leben ertragen mit dieser schweren Schuld auf der Seele. Gott erbarme sich meiner!" (Fortsetzung folgt-)

Gemeinnütziges.

Mn autzerorderrtttch einfaches Verfahren der Eiereonservirung empfiehlt der Hann. Land- und Forstw.- Zeitung zufolge Herr Zörkendörfer: Die Eier werden zunächst gründlich gereinigt, darauf einige Zeit in starke Kochsalzlösung getaucht 'und dann in luftigen Spankörben in Torfmull ver­packt, an trockenem, luftigen Orte aufbewahrt. Von 100 der­artig behandelten Eiern, welche im Herbste in Körbe gelegt und im Laufe des Winters verbraucht wurden, waren nur drei verdorben und diese aller Wahrscheinlichkeit nach bereits vor der Behandlung nicht mehr im frischen Zustande gewesen. Der Geschmack der Eier war ein vortrefflicher. Torfmull ver­hindert bekanntlich die Vermehrung einer großen Anzahl von Bakterienarten (letztere dringen durch die Eischale und die innere Eihaut und verderben die Eier), doch sind die Eier vor dem Einlegen gründlich zu reinigen, da der Torfmull die anhaften­den Bakterien nicht abzutödten vermag. Gründlich gereinigte Eier halten sich frei an der Luft in trockenen Räumen über der Erde auch recht lange; doch ist es nothwendig, sie an Stellen aufzubewahren, wo sie vor dem Einstäuben möglichst geschützt find.

Neues Verfahren, Aepfel zu eonfervireu. Da nichts verdrießlicher für die Hausfrauen ist, als wenn im Herbst und Winter die schönen Aepfelvorräthe durch Fäulniß verderben, so sei auf ein neues Verfahren, Aepfel zu confer- viren, aufmerksam gemacht. Dasselbe besteht in folgender Me­thode: Die in Wasser gewaschenen und nachher mittels eines sauberen Tuches vollständig abgetrockneten Aepfel legt man in ein sehr reines Holzfäßchen und übergießt sie dergestalt mit einer Salzlösung, daß letztere über den Früchten steht. Das Fäßchen wird zugeschlagen und dann an einem sehr kalten Orte aufbewahrt. Zweckmäßig ist es, in das Gefäß etwas Estrachan, Fenchel, Kümmel und Zucker mit beizulegen, da hierdurch der Geschmack der Aepfel pikanter wird. Die Salzlösung stellt man in der Weise her, daß man auf 20 Liter Wasser 75 bis 80 Gramm Kochsalz gibt, die Flüssigkeit zum Sieden erhitzt und vor ihrer Benutzung völlig erkalten läßt. Durch dieses Verfahren erhalten sich die Aepfel 9 bis 10 Monate sehr gut.

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Wie entfernt man Eifenrostflecke aus Klei­dern? Bei echtfarbigen Baumwollstoffen und bei Schafwoll­stoffen wendet man Citronensäure an. Auch folgendes Ver­fahren führt bei Stoffen aus gefärbter Baumwolle und Wolle zum Ziele: Auf den Fleck wird ein Tropfen von einem brennen­den Talglicht fallen gelassen und beides in concentrirter phos­phorsaurer Natronlösung ausgewaschen. Je älter der Fleck, um so gründlicher muß gewaschen werden. Bei echtfarbigen Stoffen kann man Weinsäure oder Chlorkalk anwenden. Sollte

das betreffende Kleid ein seidenes oder Atlaskleid sein, so wird es bei sehr feinen Stoffen kaum etwas helfen. Läßt es jedoch die Farbe zu, so wird der Fleck mit starkem Essig befeuchtet, eine Zeitlang mit Buchenholzasche bedeckt gelassen und endlich in starkem Seifenwasser ausgewaschen. Bei sehr veralteten Rostflecken wasche man in verdünnter Zinnchloridlösung aus und schwenke gründlich in warmem Flußwasser durch.

Linoleum glänzend zu erhalten. Die Verbrei- tung der Linoleum-Teppiche und Läufer für Zimmer, Corri- dore, Treppenhäuser, Geschäftsräume rc nimmt immer mehr zu, da dieselben hinsschtlich der Haltbarkeit, Bequemlichkeit und Rein­lichkeit große Vortheile bieten. Dabei sind die Unterhaltungs­kosten geringfügig. Will man Linoleum glänzend erhalten," so bediene man sich nach derDeutschen Baugewerbe-Zeitung" fol­gender einfacher Mittel, welche Jedermann leicht anwenden kann. Eine Abwaschung mit gleichen Theilen Milch und Wasser sollte regelmäßig alle 2 bis 3 Wochen stattfinden; nach Verlauf von 3 bis 4 Monaten, also alljährlich etwa dreimal, hat ein Ab- reiben mit einer schwachen Lösung von Bienenwachs in Ter­pentinspiritus stattzufinden, bisweilen wird auch Leinöl verwen­det. Die Teppiche und Läufer bleiben bei diesem Verfahren immer rein und glänzend, d. h. sie sehen stets sauber und wie neu aus.

Vermischtes.

Der berühmte Vaucanson hatte unter anderen künstlichen Automaten auch eine Ente angefertigt, welche das ihr vorgelegte Futter verzehrte und verdaute. Seine Kenntnisse in der Mechanik erhoben ihn zum Mitglied der Akademie, wo er jedoch fast überall mit Zurücksetzung behandelt ward. Einst fragte er den gutmüthigen Buffon nach der Ursache und dieser entgegnete treuherzig:Ja, Freund, in der Akademie gelten nur die geometrischen Köpfe!"Mein Gott," antwortete Vau­canson,warum hat man mir das nicht eher gesagt! Ich hätte statt der Ente ebensowohl einen Geometer gemacht."

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Dichter und Kritiker.Ach, Sie sind das," sagte jüngst ein sehr junger Dichter zu einem Kritiker, dem er vor- gestellt wurde,Sie haben meine Gedichte so schlecht gemacht?" Nein, mein Bester, das waren Sie selber," war die joviale Antwort des Kritikers.

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Pariser Leben. Man hört einige Schüsse auf der Treppe.Was bedeutet das?" fragt ein Hausbewohner die Portiersfrau.Kümmern Sie sich nicht weiter darum. Die Dame im zweiten Stock unterhält sich mit ihrem Nachbar."

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Den Marquis Greenville, der am Hofe der großen Elisabeth von England wegen seiner launigen Einfälle bekannt war, fragte einst die Königin, was er von den Frauen halte?Nicht viel Gutes," antwortete er;denn es gibt nur drei ehrliche in der ganzen Welt." Das schöne Geschlecht am Hofe erblaßte. Elisabeth fragte lächelnd:Und die wären?" Greenville verbeugte sich:Eure Majestät sind die erste meine Frau die zweite die dritte will ich nicht nennen, damit Jede glauben kann, daß sie es selbst sei."

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Aus der höheren Töchterschule. Lehrerin:Wir wollen nun von den geflügelten Geschöpfen sprechen. Lieschen, nenne mir ein solches. Nun es kommt täglich an Euer Fenster, Deine ältere Schwester liebt es so sehr. Das ist ?" Lieschen (freudig):Das ist der Herr Flügeladjutant!"

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Kurze Kritik. Schriftstellerin (nachdem sie ihre ver­schiedenen Dichtungen aufgezählt):Und was halten Sie für mein bedeutendstes Werk?" Kritiker:Zweifelsohne Ihr Mundwerk!"

Redactton: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.