Ausgabe 
2.3.1893
 
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Das Nämliche. Freier:Mein Herr, ich komme mit

Im Gegentheil? Das ist doch das Nämliche!

II

Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gieße».

Schwanz wird dadurch an der Stelle des geringsten Wider­standes zerrissen. Die Zerreißung geht nicht immer zwischen zwei Wirbeln vor sich, es wird häufig ein Wirbel mitten durch- geriffelt, wenn dort die geringste Festigkeit war. Nach einiger Zeit wächst bei diesen Thieren das fehlende Glied wieder nach, es bleibt aber gewöhnlich etwas kürzer und ist immer etwas schwächer als das ursprüngliche, so daß man Eidechsen sowohl wie Schleichen mit reparirten Schwänzen schon bei oberfläch­licher Untersuchung als solche erkennt.

Ja ganz ähnlicher Weise wie dre Eidechsen retten sich mehrere in den Tropen lebende Landschnecken vor dem Unter- gange in den Magen eines Verfolgers, bei ihnen ist aber nicht der Schwanz der zum Angriff reizende Theil, sondern der un- gewöhnlich große schmale Fuß, den die kriechende Schnecke hinter sich herzieht. Selbstverständlich wird die Schnecke von jedem Vorfolger, sei es ein Vogel, eine Eidechse, ein Frosch oder ein anderes Thier, gerade an diesem hervorragenden bequem zu fassenden Fußtheile gepackt, die erschreckte Schnecke bewegt sich heftig hin und her, das Fußtheil löst sich ab und die Schnecke selbst läßt sich von den Zweigen und Blättern der Bäume und Sträucher, auf denen sie lebt, herunterfallen, um dem Auge des Feindes auf diese Weise zu entschwinden. Nach kurzer Zeit ist an Stelle des amputirten Fußes ein neuer angewachsen. Viele Krebsarten, besonders Hummer, Languste und Einsiedler. Krebse werfen ebenfalls sehr häufig, wenn fie' angegriffen wer- den und zu erliegen drohen, in der höchsten Noth ihre Scheeren ab und versuchen waffenlos zu entkommen, gelingt ihnen dies, so sind sie gerettet, denn die Scheeren sind nach nicht gar langer Zeit wieder nachgewachsen. (Schluß folgt.)

Verstümmelung eines Thieres versteht man im Allgemeinen bte, sei es mit, sei es ohne Absicht erfolgende Ablösung oder Ab­trennung eines oder mehrerer Glieder oder Theile des Körpers,

Kindermund. Die neunjährige Else (mit Schularbeiten beschäftigt):Mamachen, wird Fackelzug mit F oder W 9e' schrieben?" - Die Mama:Liebes Kind, das hängt davon ab, wer ihn aufführt!"

Vsrinischtes.

Vorschlag zur Güte.Sie sind wegen Landstreicherei zu sieben Tagen Haft verurtheilt!" Vagabund:Gnad'o, Herr Richter," geben S' mir lieber a bessere Kost und sperren S' mi' dafür a' paar Tag' länger ein!"

Vom Kasernenhofe. Unteroffizier:Richt' Euch! Der dritte Mann etwas zurück . . . Mudicke noch etwas z»' rück. Steckt der infame Kerl den Bauch heraus und hat gar teerten I"

*

. Die meisten Feinde werden die dahinkriechende Blindschleiche am Schwanz ergreifen, durch Preisgebung desselben wird sehr ne« »der mevrerer oueoer ooer jtoene »cs »tuipete, > häufig das Thier gerettet, da der Angreifer in der ege ganz

den Eidechsen ist es ebenso, der lange bewegliche Schwanz bietet sich dem Angreifer am leichtesten und er bleibt, sobald er gefaßt, in dem Besitz des Verfolgers zurück, während die behende Eidechse sich schleunigst in Sicherheit bringt. Der Bruch des Schwanzes geschieht nun keinesfalls auf rein mecha­nischem Wege, sondern er wird verursacht durch eine Nerven- thätigkeit der Thiere; das angegriffene Thier erschrickt plötzlich, die Nerven werden intensiv gereizt und an der Stelle des späteren Bruches werden die Muskeln krampfhaft verzerrt und zwar ziehen sich die Hinteren Muskellagen nach der Schwanz-

und zwar eine---------- .

Weise erfolgt, sondern durch das Thier selbst bewirkt wird, wenn auch äußerliche Ursachen dasselbe dazu veranlassen mögen. Nun könnte man in gewiffem Sinne die Fortpflanzung mancher niederen Thiere durch einfache Theilung ebenfalls als Selbst­verstümmelung ansehen, da der ursprüngliche Gesammtkörper Theile von sich abtrennt, ebenso wäre man berechtigt, das sich alljährlich wiederholende Abwerfen des Gehörnes und Geweihes des Rehbocks und des Hirschs als Selbstverstümmelung anzu­sehen, aber das wäre doch für derartige Vorgänge unzutreffend, denn bei der Theilung wird das Individuum zwar «einer, aber ÄS««« Käss« ää

er hat sogar einen Vortheu, da ihm in kurzer Zerr ein nocy kräftigeres und stärkeres Geweih, als das abgeworfene, wieder ersteht, von einer Selbstverstümmelung kann also nicht gut die Rede sein, denn bei dieser wird der Körper immer, oft aller­dings nur unbedeutend, geschädigt, er ist minderwerthiger und unvollkommener, als er vor der Verstümmelung war. Dies zur Klarstellung vorausgeschickt, wollen wir jetzt diesen eigen» thümlichen Vorgang im Thierreich näher betrachten.

Die Selbstverstümmelung hat in fast allen Fällm, wo sie ausgeübt wird, den Zweck, das Thier thatsächlichen ober ver­meintlichen feindlichen Angriffen zu entziehen, und zwar unter Verlust eine», meistens des angegriffenen Gliedes, ne ist also eine Schutzmaßregel, die ihrer Eigenthümlichkeit wegen int Thier- reich nicht sehr verbreitet ist. Wir finden sie besonders bei den niederen Thieren ausgebildet, welche die Eigenschaft be­sitzen, die Verstümmelung nach einiger Zeit dadurch unschädlich zu machen, daß das verstümmelte Glied wieder zu entern voll­kommenen auswächst Wo dies nicht der Fall sein kann, wie z. B. bei den warmblütigen Thieren, den Säugethieren und Vögeln, kommt Selbstverstümmelung nur selten vor, und zwar niemals als natürliches Schutzmittel, sondern immer als letzte That der Verzweiflung, wenn da» betreffende angegriffene Thier zu der Erkenntniß kommt, daß nichts Anders mehr es vor dem vollständigen Untergang retten kann. So beißt sich der nut einem Fuß im Eisen gefangene Fuchs, nachdem er alle anderen Rettungsversuche umsonst probirt hat, schließlich entschlossen das gefangene Bein ab und entschlüpft auf drei Läufen, noch froh darüber, daß er diesmal noch so dem Verderben entrann. Ebenso kommt es vor, daß Marder, Iltisse, Katzen und Ratten sich des gefangenen Beines durch einen kräftigen Biß oder durch Abdrehen entledigen, um wenigstens ihr Leben zu retten. Diese Fälle von Selbstverstümmelung setzen bei den betreffenden Thieren einen ziemlich bedeutenden Grad von Intelligenz voraus, das Thier erkennt die große Gefahr, in welcher es sich befindet, Md opfert mit Absicht ein Glied des Körpers, um nicht das liebe Ich vollständig zu Grunde gehen zu lassen. Keineswegs besitzen aber alle mit einem Bein ins Fangeisen gerathenen Thiere diesen hohen Grad der Erkenntniß, ein dummer Hase wird niemals daran denken, das Bein zu seiner Rettung ab­zubeißen, er ist verloren, wenn einer seiner Läufe gefaßt ist und es ihm nicht zufällig gelingt, durch sein sinnloses Hin- und Herspringen das Bein abzudrehen; aber auch Thiere der­selben Art sind nicht alle zu dem gleichen Heroismus veranlagt, oft genug werden Füchse oder Marder gefangen, die sich eben­falls durch einen kräftigen Biß hätten retten können, die aber , ------*-w- u-«-

boiu entweder m dumm oder zu feige waren. I einer Bitte, von deren Erfüllung .... Rentier. >, |

3 Bei warmblütigen Thieren ist also Selbstverstümmelung wollen mich anpumpen?" - Freier:NeinIJmGegentheil immer ein großer Ausnahmefall im Gegensatz zu vielen niederen | Ich bitte um die Hand Jhrer Tochter!" Bankier:W» Thieren, bei denen dieser eigenthümliche Schutz eine ganz nor­male Erscheinung ist. Allbekannt ist es, daß unsere Blind- schleiche, sobald man sie am Schwanz ergreift, plötzlich das ergriffene Stück fahren läßt und schleunigst das Weite sucht, während das abgerissene Stück noch lange Zeit heftig zuckende Bewegungen ausführt. Der Zweck liegt offenbar zu Tage.