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UMch, daß Purmion's Hcrz sich auf's Neue er- | Haushälterin zurückgelassm baite, kehrte er in den wärmte. Er schritt einen Gang entlang, klopfte am Salon zu Sir Arthur und Blanche zurück.
Ende desselben an eine Thür und trat bet der Haus'
„Die gute Frau Goß", bemerkte, er, wieder seinen Sitz neben dem jungen Mädchen einnehmend, „hat noch immer so manchs ihrer Eigenthümlichkeiten. Ich werde ihr zureden, Purmton doch endlich zu erhören. Er wirbt nun lange genug um sie. Die Beharrlichkeit des guten Menschen verdient belohnt
zu werden."
„Ich glaube es auch", sagte Blanche lächelnd. „Purmton ist ein treuer Bewerber. Und ich glaube, Frau Goß hat ihn heimlich lieb. — Hat sie Euch erkannt?" , ,,
„Augenblicklich I Ich glaube, ich habe mich nicht gar so verändert, wie Ihr sagt. Vielleicht nicht mehr als Ihr, Blanche. Sie sagte mir wenigsten«, daß ich noch etwas von meinem knabenhasten Ausdrucke habe."
„Ich glaube, daß sie sich damit irrt", sagte Sir Arthur gedankenvoll.
Lowder wendete sein Gesicht so, daß der Baronet weniger Gelegenheit hatte, seine Züge zu studiren.
„Ich wollte, der Tag wäre schöner", bemerkte er« „Ich möchte so gerne über das Gut und durch die Stallungen gehen. Aber das werden Unterhaltungen für morgen sein. Heute will ich Euch von meinen Reisen und Abenteuern erzählen. Ich bin egoistisch genug, zu glauben, daß Euch die Erzählungen in- teresstren werden." _ ,
Da Lowder ein hübsches B-schreibungs-T-Mnt besaß und seine Geschichten sehr lebhaft vortrug, wußte er seine Zuhörer damit ungemein zu fesseln. Er gab einen genauen Bericht von Guy's Reisen, den Zwischenfällen während derselben und von seinen Abenteuern, stellte sich immer an Guy's Stelle, und spielte bei verschiedenen Stellen auf sich an, als auf den „armen Lowder", der jetzt in Sicilten ist.
„Dieser arme Lowder", sagte dir goldhaarige Blanche während einer Pause. „Habt Ihr nicht in einem Eurer Briefe geschrieben, Guy, daß er Euch ähnlich sieht?"
Lowder's Züge verfärbten sich.
„Ich glaube", erwiderte er. „Er hat mir etvas ähnlich gesehen, aber nicht mehr, als viele andere junge Leute, dir ich kennen gelernt habe. Er hatte blaue Augen und blonde Haare. Ich hielt ihn für einen wahlverwandten Geist. Er mar ein guter Junge, der arme Lowder, nur um einige Jahre älter als ich, und war mein bester Freund."
„Armer Mensch I" sagte Sir Arthur. „Bist Tu überzeugt, daß er in guten Händen ist? Möchtest Du ihn nicht nach England bringen lassen und ihn in tüchtige ärztliche Hände geben, wo seine Krankheit geheilt werden könnte?"
„Er liebt seine Freiheit", sagte Lowder. „Ich konnte ihn nicht bewegen, mit mir zu kommen. Seit seinem Unglück hat er einen Abscheu vor dem Reisen. Er ist gut geborgen in seiner Zufluchtsstätte. Ich habe den Leuten versprochen, sie reichlich für ihre Mühe zu bezahlen, und ich habe seine Behandlung
hälterin ein. ,
Lowder guckte hinter ihm in das Zimmer hinein.
In einem Armstuhl saß Frau Goß in Nachdenken versunken. Die rothen Bänder ihrer Haube hoben und senkten sich auf ihrer Brust und ihre Finger waren eifrig mit einer Stickerei beschäftigt.
Frau Goß hatte Purmton's Klopfen nicht ge- hört, noch seinen Eintritt beachtet. Sie schaute erst auf, als er vor ihr stand, dann rief sie erschrocken aus:
„Seid Ihr es, Purmton? Wie Ihr mich erschreckt, ich dachte eben daran, ob ich nicht durch das Mustkzimmer ein wenig in den Salon hinein- ichauen könnte. Ich möchte Master Guy sehen. Mir schien es heute Morgen, als ob er sich sehr verän- de'rt hätte. Es schien fast gar nicht, als ob cs unser Master Guy sein könnte. Und er muß sich auch sehr verändert haben, sonst wäre er jetzt schon bei i mir gewesen. Ich habe ihm gar oftmals, als er i noch ein Kind war, ous dem Schranke dort Konfekt, j Kuchen und Früchte gegeben. Aber er hat mich ? vergessen." . i
„Nicht so sehr, als Ihr glaubt, Frau Goß", , sagte Purmton, dessen Gesicht sich vor Entzücken । noch mehr röthete. „Es st'ht Jemand vor Eurer - Thüre, der Euch sehen will." |
„Doch nicht Master Guy I" und die Haushälterin ) sprang von ihrem Stuhle auf. i
,Ja, er ist's", sagte Lowder, die Thüre auf- stoßend, mit einem Lächeln auf sie zutretend. ,Jch wollte fchon früher kommen, aber ich konnte meinen Vater nicht verlassen." t _
Er faßte Frau Goß bei der Hand und druckte einen Kuß aui das entzückte Gesicht der Haushälterin.
„Und er bat sich gar nicht so verändert, als ich glaubte", rief sie aus. „Er ist derselbe warmherzige Junge, trotz all' seiner Reisen und Gelehrsamkeit. Setzt Euch in diesen weichen Stuhl, Master Guy."
Lowder nahm die Einladung an. Innerlich waren ihm zwar der Haushofmeister sammt der Haushälterin zuwider, aber da er den Namen und den Charakter Guy Tressilian's angenommen hatte, war er auch verpflichtet, Gey's Eigenthümlichkeiten nachzuahmen. Er war entschlossen, seine Rolle gut zu spielen, und nichts von seiner Ungeduld zu vcr- rathen, noch irgend einen Punkt zu vernachlässigen, der seine Lage befestigen oder ihn bei dem Baronet und im Hause populär machen könnte.
Diesem Entschlüsse getreu handelnd, blieb er, freundlich plaudernd, eine Wüle bei den beiden alten Dienern, die ihre ganze Lebenszeit im Dienste der Familie zugebracht hatten und von Sir Arthur und Blanche mit einer gewissen familiären Herzlichkeit behandelt wurden; 'als er sich nach etwa 10 Minuten von dem Paare verabschiedete, waren Beide des Lobes übtr ihn voll.
Nachdem er Purmton in dem Zimmer cer


