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Glanz der Liebe, als sie gestern Abend bei Tisch $ sich unterhielten, sich anblickten und lachten? Fährt sie nicht jeden Tag zu ihm nach Fichtenberg? Nur um dort zu malen? Nein, um ihn zu sehen I Ha, wenn dar entscheidende Wort schon zwischen ihnen gesprochen wäre, wenn es in diesem Augenblick an bk Thür klopfte, wenn sie zu mir hereinträte und mir zuriefe: Ich muß von Dir gehen, denn ich liebe einen Anderen I"
In diesem Augenblick klopfte es an die Thür. Wolter fuhr erschrocken zusammen und rief dann Herein.
Der erregt Eintretende war der Prokurist Bärmann.
„Sie sind abermals hier? Was hat dar zu bedeuten? Sie machen ein Gesicht, als wenn unsere Fabrik in Flammen stände! Was ist geschehen?"
„Ach, Herr Geheimrath", erwiderte der Procurist, der allmählig wieder zu Athem gekommen war, Alles, Alles ist verloren!" *
„Um Gotteswillen, reden Sie!"
„Meine Prophezsihungen sind eingetroffen — der Bank er Römer hat sich heute Morgen insolvent erklärt."
„Insolvent erklärt? Unmöglich! Das Gerücht ist falsch! Von wem haben Sie das?"
„Von Römers Buchhalter, dem ich vorhin br- gegnere. Die Herren vom Gericht sind schon dort gewesen und haben Alles versiegelt."
„Also Wahrheit, entsetzliche Wahrheit? Allmächtiger Gott, dann bin — auch ich — ruinirt!"
Wolter sank auf einen Lehnstuhl nieder und bedeckte mit beiden Händen das Gesicht.
Es entstand eine lange Pause. Endlich ließ Wolter die Hände vom Gesicht herunterfallen, letzteres hatte wieder ganz den gewöhnlichen ruhigen Ausdruck, er war wieder der Mann der vollsten Selbstbeherrschung, und mit ebenso ruhiger Stimme sagte er:
„Haben Sie etwas Näheres gehört? Wie stehen feine Sachen? Ob viele Activa da sind?"
„Es weiß wohl noch Niemand etwas Bestimmtes."
„Sie müffen mit dem nächsten Zuge wied r zurück, Herr Bärmann. Ziehen Sie möglichst genaue Erkundigungen ein, gehen Sie zu Dalberg, Römers Prokuristen, von ihm werden Sie noch am ersten Etwas erfahren können, und verschweigen Sie vorläufig, daß wir in so hohem Maße dabei engagirt sind. Waren Sie hier schon im Comptoir?"
„Nein."
„So bitte ich Sie dringend, weder dem Comptoirpersonal, noch sonst Jemandem auf der Schlangenburg heute schon von Römers Concurs ein Wort zu sagen. Ich werde wahrscheinlich gegen Abend noch nach der Stadt fahren, vielleicht können Sie mir dann schon einige Mitthrilungen machen."
(Fortsetzung folgt.)
5>te Kaiserkrone.
Aus dem Leben unseres entschlafenen Kaisers. Erzählt von Robert von Hagen.
(Nachdcuck^verboten.)
Man schrieb den 31. März 1814.
Eine große Menschenmenge drängte sich aus den Pariser Boulevards, um Zeuge des Einzuges der verbündeten Souverains und ihrer Heere zu sein; ganz Paris scheint sich an einem Platz versammelt und concentrirt zu haben. Sie drängten sich um die Monarchen mit dem fast einstimmigen Ruf: „Vive le roi de Prusse! — Vive l’empereur Alexandre! — Vive Louis XVIII,!“
Der Zug dauerte mehrere Stunden, während deren 50,000 Mann erlesener Truppen der Schlesischen und Großen Armee in breiten und tiefen Kolonnen auf den Boulevards hindefilirten. Die Truppen defilirtsn an den Monarchen auf den Elysäischsn Feldern vorüber und schlugen dann ihre Bioouaks auf. Die Monarchen aber bezogen die Fürstmge- mächer in dm Tuillerien.
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Am nächsten Tags- meldete sich bei den diensthabenden Offieieren der engeren Umgebung des Königs Friedrich Wilhelm III. eine junge, in tiefes Schwarz | gekleidete, außergewöhnlich schöne Dame. Dieselbe > nannte sich Vicomteffe Turgot de la Barre und war 5 von ihrem Töchterchen, einem liebreizenden Kinde von I etwa 9 Jahren begleitet. Das letztere trug ein prachtvolles Bouquet in' den kleinen Händchen.
„Messieurs", begann die Dame mit hoheitsvoller Würde, „ich wünschte der Gnade theilhastig zu werden, von Sr. Majestät dem König von Preußen in Audienz empfangen zu werden und demselben eine Bitte vortragm zu dürfen, von deren Erfüllung mein und dieses unschuldigen Kindes ganzes Lebensglück abhängig ist."
„Madame la Vicomteffe", erwiderte der Adjutant, ■ „Se. Majestät empfangen nur in dienstlichen Angele- f genheiten. Wollen Sie die Güte haben, Ihr Anlie- i gen schriftlich einzusenden und ich werde Sorge tragen, j daß das Schriftstück unvsrweilt in die Hände Sr. | Majestät gelangt."
„O, mein Herr", flehte dis Dame und in ihrs wunderschönen milden Augen traten Thränen, „o, mein Herr, jede Minute ist so unendlich kostbar — und, ich habe deshalb Vorsorge getroffen. Nehmen Sie hier aus des Kindes Hand dies Bouquet — ich habe es zufammengestellt von Blumen, welche vereint mein Leid besagen und klagen. Ihr ritterlicher König — er kennt wohl auch die Sprache der Blumen; — ich i las einst, daß die edle so früh Heimgegangene Königin ■ Louise ihn eingeweiht in diese poesiereiche Sprache, s O, mein Herr, überreichen Sie dies Bouquet Ihrem ! hochherzigen König." —
„Madame", erwiderte ein etwas mürrischer alter \ General, welcher dies Gespräch mit angehört hatte, - „in Zeiten, wo die Kanonen ihre deutliche Sprache


