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kennt, als sein Geld und sein Geschäft und ein elendes jämmerliches Dasein, mit ewig geschlossener Hand und steinernem Herzen hindüstert und den jetzt der Weihnachtsengel zurückführt in die Tage der Kindheit, in das Land der Jugendträume, wo das Herz jung war und eine glückliche helle Weihnacht noch den Weg zu seiner Brust fand, wo auch er so glücklich war und alles ihm entgegenjubelte:Merry Christinas* O goldene, schöne Zeit! .... Und jetzt an diesem letzten Weihnachtsabend, da hatte auf des heitern Neffen Glückwunsch sein vertrocknetes, kaltes Herz hervorgekrächzt:Bah Christmas Humbug

Der Engel führt ihn zurück in Scenen seiner Jugendzeit, wo der arme Lehrling so glücklich ist, weil es wieder Weihnachten geworden und Alles in dem großen reichen Hause seines Herrn sich versammelt, um den Abend zu feiern und wo ein einziger gütiger Blick aus den Augen seines Prinzipals ihn so glück­lich, so unendlich glücklich gemacht.

Dann kommen trübere Weihnachten; sein weiches, liebendes Weib sitzt weinenden Auges dort und klagt: Ich lebe nicht mehr in deinem Herzen, Du hast nur noch einen Gedanken, den Gedanken: reich zu werden. Du hast kein Herz, kein Gemüth mehr für das Leben, und wenn ich fern von Dir lebe, dann wirst Du hoch aufathmen und jubelnd rechnen, wie­viel Du dabei gewonnen."

Sie trennte sich dabei von dem harten, versteiner­ten Manne und sie hatten sich doch einst so innig geliebt damals, als beide noch arm waren und das Leben sonnebestrahlt vor ihnen lag.

Wie arm, wie bettelarm macht doch nur Geld! Der Engel mit den Weihnachtsgeschenken führt Scrooge dann durch die bunte, lachende Welt von heute, zeigt ihm überall heitere, glückliche Gesichter, die von dem Strahl dieses schönen, glücklichen Abends angeglüht, selig lächelnd in die Zukunft blicken.

Es war nichts Freundliches in der Witterung oder in der Stadt, und doch war eine Luft von Heiterkeit ausgebreitet, daß die klarste Sommerluft und die glänzendste Frühlingssonne vergebens mit ihr zu wetteifern versucht haben würden," sagt Dickens begeistert, und wer hat nicht den warmen Athem dieser Luft an seiner Wange gefühlt, trotzdem der kälteste Wind da draußen wehte und der Schnee vielleicht fußhoch auf Weg und Stegen lag. Ein einziger volltönender Augenblick des Glücks ist dieser Abend; der Lärm aus den Straßen verstummt, sogar die großen Städte scheinen ruhiger und lang­samer zu athmen, selbst die wenigen Armseligen, die an keinem häuslichen Herde ein Plätzchen gefunden, gleiten geräuschloser als gewöhnlich durch die Straßen . ... Ah, es ist doch ein Abend, der still und traut, wie kein anderer des Jahres, und von einem göttlichen Frieden, der sich schmeichelnd selbst um die verhärtetste Brust legt!

Der freundliche Führer zeigt Scrooge den Weih­nachtsabend seines Schreibers, der mit seiner Familie so kümmerlich und dürftig lebt und doch heute so

glücklich ist, weil e» Weihnachten ist und ein Stück Himmel auch in das verlassenste Herz herniederlacht.

Die Kinder stürzen jubelnd in die Stube, sie haben schon mit feinem Spürsinn beim Bäcker ihre Gans herausgerochen, die dort gebraten wird und heute als Juwel ihrer lange herbeigeschmachteter Mahlzeit glänzen soll.

Dann kommt der Vater herein, der seinen jüngsten Sohn , den kranken, verkrüppelten Tiny Tim auf dem Rücken hat, mit dem er in der Kirche gewesen, und der dort kindlich-fromm zu ihm gesagt hat: | »Er hoffe, daß sich die Leute bei seinem Anblick an I Christus erinnern würden, der Lahme gehend und | der Blinde sehend gemacht", und der jetzt von den l nur für die köstliche, seltene Mahlzeit schwärmenden I Brüdern in die Küche getragen wird, um dort den ä Pudding in der Pfannesingen zu hören".

Sie feiern eine Weihnacht, recht einfach und ; ärmlich, diese armen Leute, aber das Herz weiß nur von Glück und Freude und athmet die warme Strö­mung der ewigen Gottesliebe.

Der arme Tiny Tim sitzt dicht bei seinem be­sorgten Vater, der liebevoll die Hand seines Kindes erfaßt, als fürcht-e er, es könne ihm entrissen werden. Auch der steinharte Scrooge wird davon gerührt und fragt den führenden Engel mit warmen Interesse: Sage mir, wird Tiny Tim leben?"

Der Geist erwiederte ihm:Ich sehe einen leeren Stuhl in dem Winkel des Kamins und Krücken sorg­fältig aufgehoben, ohne ihren Besitzer."

O sage, bleibt er verschont? ruft Scrooge lebhaft aus; doch sein Führer mahnt ihn an sein eigener Wort,daß ja solch ein Tod nicht viel bedeuten wolle und damit nur ein überflüssiger Mensch weniger würde."

Aber dieser Krüppel ist seines Vaters geliebtestes Kind, und dann hat er seinen Platz, dann erwärmt und erleuchtet er das Herz desselben, er ist kein un­nützer Krüppel mehr, er ist die Stütze des armen Mannes, der ihm das Leben leichter und angenehmer macht.

Selbst das Unscheinbarste, Unbedeutendste wird lieb und theuer, wenn es ein Strahl unserer Liebe vergoldet und dadurch für immer an unser Herz sesselt!

Der arme Schreiber trinkt die Gesundheit seines filzigen Herrn, so wenig sich dessen Geiz um ihn verdient gemacht, und entgegnet auf den Einspruch seiner Frau:Meine Theure--heiliger Abend!"

Ja, ein heiliger Odem weht dann läuternd, ver­söhnend durch die Herzen und licht und freundlich wird es darin, jede Flamme des Hasses, die so heiß in unserer Brust gelodert, ist zu Asche gebrannt und nichts übrig geblieben, als eine freundliche Wärme gegen das Leben und die Welt.

Sein Führer zeigt Scrooge überall lachend ver­klärte Gesichter, im dunklen Schacht wie auf wogender See: allüberall der eine helle, freundliche Klang, als habe eine mächtige, wunderbare Glocke ihre Zaubertöne zu aller Herzen geschickt und sie zu stiller