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Frühstück und t ihrer jungen mte dabei wie
Olla war ungemein heiter während der Mahl« zeit und wer sie so vertraulich mit ihren treuen Dienern hätte plaudern gesehen, hätte nicht geahnt, daß sie ein Flüchtling sei und baß da» Herannahen eine« gefürchteten Feindes all' ihre Fröhlichkeit in bitterste Verzweiflung verwandle.
Olla erbleichte plötzlich. Ihr feines Ohr hatte draußen im Corridor Schritte vernommen.
„Ich bin an meine neue Freiheit noch nicht gewöhnt I" sagte sie. „Ich bildete mir ein, seine Schritte zu hören. O, Mutter Popley, wie, wenn er uns doch finden sollte I Sein Anblick würde mich jetzt fast tödten!"
Mrs. Popley lächelte beruhigend.
Im selben Augenblicks wurde die Thüre des kleinen Salons von einem der Gasthofsdiener auf- gestoßen, welcher jedoch sofort wieder die Treppe hinab eilte.
Olla sprang zitternd und erschrocken auf und starrte furchtsam nach der geöffneten Thüre.
Diese wurde noch weiter aufgestoßen und ein Mann erschien auf der Schwelle, finster, unheimlich und mit wildem Triumphe in dem bösen Gesichte.
Die Augen des Mädchens öffneten sich weit in sprachlosem Entsetzen.
„Ich bin verloren!" flüsterte sie und sank tau- melnd in ihren Stuhl zurück. „Er hat uns ver- folgt! Er ist hier!"
(Fortsetzung folgt.)
Wann und wie sollen wir essen und trinken?
Diätetische Plaudereien.
(Nachdruck verboten.)
Die Doppelfrage, wann und wie der Mensch essen und trinken soll, dürfte Vielen al« überflüssig erscheinen, da sie vielleicht meinen, daß e« hierbei ganz auf die jeweiligen Verhältnisse ankomme und dieselben ja sehr verschieben seien. Zugegeben, dennoch möchte es gestattet sein, diese Frage im Folgenden des Näheren zu beantworten, denn über das Wann? und Wir? für dir Befriedigung des Durstes hegt doch so Mancher gar eigenthümlichr Anschauungen, die mit einer zweckentsprechenden Körperpflege nicht« weniger als im Einklang stehen. Was nun zunächst die Frage nach der rechten Zeit zum Essen und Trinken anbelangt, so ist ja selbstverständlich, daß diese Zeit am bestimmtesten durch das Gefühl des Hungers und des Durstes angegeben wird, welches man, wenn es sich ankündigt nicht unbefrie- "'9/ /affen darf. Es ist eben so naturwidrig und mithin nachtheilig, zu einer Zeit zu offen (und zu trinken), wo der Körper kein Bedürfniß dazu empstn- det, als den Hunger und Du st unbeachtet zu lassen (zu übergehen.) Im ersteren Falls nöthigst man den Magen, neue Stoffe in sich aufzunehmen und zu asstmiliren, während er sich gar nicht in dem, zum
Verdauen erforderlichen, Zustande befindet, kann also keine gesunde Verdauung, vielmehr nur Störung der Harmonie der organischen Thätigkeiten erwarten; im letzteren Falle läßt man den paffenden Augenblick vorübergehen, in welchem die Verdauungsorgane zur Aufnahme neuer Nahrungsmittel geneigt und bereit sind, stört mithin ebenfalls das natürliche Gleichgewicht der Lebenskräfte und betrügt noch überdies den Organismus um den Erfolg de» Consumirten. Hunger und Appetit verschwinden für längere Zeit, wiewohl da» Bedürfniß der Nahrung jetzt gerade größer, als sonst ist.
Bei dem gesunden Menschen erfolgen die natürlichen Verrichtungen stet» nach einer bestimmten Ord- nung und Z-itfolge. Hunger und Durst, wie da» Bedürfniß der Stuhl- und Urinausleerung stellen sich täglich fast um dieselbe Stunde ein; ja, die Neigung des Organismus, einer bestimmten Ordnung zu folgen, ist so fest in ihm begründet, daß er sich auch an da» Naturwidrige ohne Schwierigkeit gewöhnt, sobald e« nach einer Art von Regel erfolgt. So finden wir z. B. Individuen, die täglich nur ein Mal und obenein zu einer unpassenden Zeit zu effon pflegen, und diese empfinden nur zu der festgesetzten Stunde, wo sie gewöhnlich ihre Mahlzeit einnehmen, den ganzen übrigen Tag hindurch aber keinen Hunger. Da es aber nun von selbst einleuchtet, daß eine naturwidrige Lebensordnung der Gesundheit nicht zuträglich sein könne, so gebietet die rationelle Diätetik, mit einer strengen Regelmäßigkeit im Effon und Trinken auch eine kluge Berücksichtigung der wahren Bedürfniffe des Lebens zu verbinden. Der erwachsene Mensch nehme zum Ersätze des Consumirten täglich wenigstens zwei Mal, am besten drei Mal Nahrung zu sich; Kinder hingegen, bei welchen der Wechsel der Materie ungleich schneller von Statten geht, bedürfen noch häufigere Mahlzeiten.
Der erste Akt der Verdauung im Magen und Darmkauale (die gröbere Assimilation der Nahrungsstoffe), steht ver Thätigkeit des Seelenorganes und selbst des Murkelsystemes als strenger Gegensatz gegenüber, wenn jener vor sich geht, muß diese ruhen, und umgekehrt. Beide zugleich können weder vollkommen, noch ohne bedeutenden Nachth-il für das organische Leben stattfinden. Daher auch die Trägheit und Neigung zur Ruhe gleich nach dem Essen, daher besonders die Unaufgelegtheit zu geisti- gen Beschäftigungen und ihr Mißlingen, wenn man sie erzwingen will.
Da nun in den Morgenstunden des Tages, wo der Mensch gestärkt und erquickt vom Schlafe erwacht ist, der eigentliche Zeitpunkt für körperliche und vornehmlich geistige Anstrengungen fällt, so kann diese Periode keineswegs zum Einnehmen einer reichlichen Mahlzeit geeignet fein, indem dadurch jede Thätigkeit des Seelenorganes und Murkelsystemes gestört ober ganz aufgehoben werden würde.
Wenn sich aber der erste Akt der Verdauung auf der einen Seite nicht mit körperlichen und geistigen Anstrengungen vereinen läßt, fo verträgt er sich


