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im Schlosse, die groß« Thürs öffnete sich weit in ihren Angeln und das Innere der Kaffe lag offen da vor dem Eindringling.

Mit dem Lichte auf« und ableuchtend, durch­forschte er eifrig die Schubladen und Fächer. Der Gegenstand seines Suchens, ein großer mit Gold gr- füllter Leinwandsack, war in dem untersten Fache. Er ergriff ihn und wog ihn in seinen Händen.

Wie schwer es ist", murmelte er.Und jetzt, wo ich er habe, wo soll ich es verbergen? Glück­licher Weise ist es in Gold. Banknoten hätte Sir Arthur verfolgen können. Er noiirt sich die Num­mern immer auf.

Ec überflog die Urkunden, Pachtverträge und andere Schriftstücke, die zur Hand lagen, und befrach­tete ein Packst Briefe, welche Guy Tressilian an seinen Vater geschrieben hatte und welche von diesem sorgfältig ausbewahrt worden waren, und dann wagte er er nicht, länger zu zögern, hob den Geldsack heraus, stellte ihn auf den Boden und schickte sich an, die Kasse wieder zuzuschließen.

In diesem Augenblick glaubte er ein verstohlenes Geräusch an der Thüre gehört zu haben. Rasch nach derselben hinschauend kemerkle er wohl, daß dieThme leicht geöffnet war, aber er sah Niemanden.

Ach", dachte Lowder,ich habe die Thüre nicht ganz geschlossen. Der Wind scheint sie etwas aufge- stoßen zu haben."

Er machte die Kaffenthüre zu und verschloß sie, dann blieb er stehen, unschlüssig, was er zurrst rhun sollte. Er wollte es so machen, daß es schiene, als sei der Raub von einem Einbrecher begangen worden; dies, dachte er, würde am besten bewerkstelligt wer­den können, wenn er ein Fenster öffnete. Er fühlte sich außer Stande, Sir Arthur's Schlüssel an den- selben Platz zurückzubringen, von wo er ihn genom- men hatte und warf ihn deshalb auf die Erde.

Nun mußte auch dar Geld beseitigt werden. Er schloß zum zweiten Male die Thüre, welche in die Halle hinausführte, vergaß jedoch nachzusehen, warum sie eigentlich aufgegangen war. Hätte er in die Halle hineingeschaut, er hätte eine zusammengekauerte Gr- stalt gesehen, ein bleicher, bekümmertes Gesicht und ein Paar schmerzlich blickende Augen, welche seinem verbrecherischen Treiben in stummer und furchtbarer Ueberraschung zuschauten.

Jasper nahm den Goldsack, löschte sein Licht aus und eilte auf eines der Fenster, zu welche fast bis zur Erde reichten und nach der Terrasse hinaus« gingen. Dieses öffnete er rasch und stieg dann mit seiner Last vorsichtig hinaus. Als er den Boden erreicht hatte, lief er bis um die Ecke des Hauses, dann eilte er dem P^rke zu.

Ec durcheilte die dunklen Gänge, bis' er an eins linsam entlegene Stelle gelangte, wohin die Park- Wächter nur selten kamen; dort fand er einen hohlen Baum, den er schon srühcr einmal bemerkt hatte und den man seiner malerischen Form und seines hohen Aliecs halber noch nicht umgehauen halte. In

die tiefe Höhlung dieses alten Baumes steckte et seinen gestohlenen Schatz.

Hier wird es sicher sein", drchte er. , Heute Abend will ich es Palestro geben. Ich hätte die Sachs lieber so angestellt, daß sie mehr wie die Thal eines geschickten Verbrechers aussicht, aber ich habe keine Zeit. Der Erbe von Trefsilian-Hof wird nicht verdächtigt werden, das Geld gestohlen zu haben, und so lange man mich nicht beargwöhnt, kümmere ich mich nicht weiter. Ich kann Sir Arthur leicht ein« reden, daß es die That eines Vagabunden ist, der Paxter von Glocestrr hierher verfolgt hat."

Sehr befriedigt mit seiner Durchführung keh te er durch das Fenster wieder in's Haus zurück. Die nach der Halle führende Thüre war verschlossen und es deutete nichts darauf hin, daß während seiner Abwesenheit irgend Jemand im Bibliothekzimmer ge­wesen sei.

Er verschloß sorgfältig die Thüre und setzte sich dann zu dem Kamin, während ein Lächeln wilden Triumphe« um seine Lippen schwebte.

Alles ist gut gegangen", flüsterte er;und ich bin in Sicherheit! Das ist der Lohn für Kühnheit und Geschicklichkeit!"

Vierunddreißigstes Kapitel.

Olla's Befreiung.

Die Lage Olla's war eine schreckliche. In ihrer Hand lag die Entscheidung über Leben und Tod ein Blick auf die bleichen, kummcrsollen Gesichter ihrer treuen Diener, dir liebevolle Pflegerin ihrer Jugend, den ergebenen Begleiter drohte da« muthige Herz des Mädchens zu brechen doch blieben die Lippen fest geschlossen kein Laut ent­rang sich denselben.

Noch einmal öffnete sie den stolzen Mund, um Gnade für ihre Begleiter zu erflehen, noch einmal versuchte sie e«, das Verbrecher fche Herz des Ban­diten zu rühren doch Bitten und Flehen, selbst Thränen vermochten den Sinn des Wütherichs nicht zu ändern und er drang wiederholt auf raschen Entschluß.

Nie und nimmermehr werde ich zugeben, daß Ihr Euch unseretwillen opfern sollt", begann Mutter Popley mit fester Stimme. Würde der Tod mich von Euch trennen, mein Liebling, ich würde ihn als Erlösung betrachten, ich würde mit Freuden das Reich de« Leidens mit dem des Friedens betrachten-"

(Fortsetzung folgt.)

Episoden und Anekdoten aus dem -Leöen Kaiser Ariedrichs.

IV.

Im Jahre 1870 war eine junge Dame, die sich der Krankenpflege gewidmet hatte, in Begleitung seiner