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ein vorzügliche» Mittel, sich bei ihren nächtlichm । gottesdienstlichen Verrichtungen wach zu erhalten."
„Und wie denken Sie über die Wirkungen des Kaffee? Sind es schädliche?"
„Sehr starken Kaffre täglich zu trinken, ist jeden« s«lls nicht zu empfehlen, denn dadurch können zweifellos so manche Störungen unseres Organismus hervorgerufen werden. Andererseits aber ist auch wieder mäßig starker Kaffee sehr wohl im Stande, eine belebende, also wohlthuende, ja selbst geradezu heilsame Wirkung auf den menschlichen Körper auszuüben. Ihren Grund hat dieselbe in erster Linie in dem sog. Kbffkli, dar zu den starkwirkenden Pflrpzen-Aalkaic'tren gehört."
„Außer jener Sage hat man gar keinen Anhaltspunkt dafür, seit welcher Zeit Kaffee getrunken wird?"
„Hm, in der Pariser Bibliothek befindet sich ein altes, arabisches Manuscript, in welchem es heißt, der Mufti Gcmaledin von Aden habe zuerst das Kaffeetrinken eingeführt. Das Schriftstück rührt aus dem 9. Jahrhundert der Hedschra her. Gemaledin starb im Jahre 857 der Hedschra, also anno 1459 unserer Zeitrechnung."
„Doch Sie sprachen von schweren Angriffen, welche auf den Genuß des Kaffee gemacht worden seien . .
„Freilich! Zunächst sand er zwar vielen Beifall, aber bald stellten sich seiner Verbreitung auch mannigfache Hindernisse entgegen; ja es gab Zeiten, in denen das fitzt so allgemein beliebte und über die ganze Erde verbreitete Gttränk heftig angefeindet wurde und sogar zu öffentlichen Unruhen Veran- laffung gab. Der erste derartige Sturm erhob sich im Jahre 1511, in welchem ein neuer Emir in Mkka eintraf, der len Kaffee nicht kannte und in dem erheiternden und anregenden braunen Trank einen berauschenden Stoff erblickte, der ohne Zweifel nach den Satzungen des Propheten gleich dem Wein verboten werben müsse. Er berief deshalb Gesetzeskundige und Theologen zusammen, um das Verdam- mungsmthsil aussprechen zu laflen; da die Ansichten jedoch sich sehr getheilt erwiesen, ward der Großherr um Entscheidung angkrufen und dieser, ein leiden« schaftlichkr Kaffeetrinker, ließ durch seine Aerzte und Schriftgelkhrten den Kaffee für ein erlaubtes und gesundheiisördsrndes Getränk erklären, das keinem magren Sohn des Propheten den Verlust des Him« mel» bringe. Vierzehn Jahre später fiel es einem Zeloten in Kairo ein, auf's Heftigste gegen den Genuß des Kaffre zu predigen und es gelang ihm auch wirklich, feine Zuhörer dergestalt zu begeistern, daß ste aus der Moschee in die Kaffeehäuser stürzten, Tische und Taffen zerschlugen und die Kaffeetrinker mißhandelten; erst als die Obrigkeit dagegen einschritt, legte sich die Aufregung. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich elendaselbst 1534, wobei die Verehrer des Kaffee aber gleichfalls siegreich au» dem Kampfe hervorgingen. (Schluß folgt.)
Vermischtes.
Haltbarer Fuß b öden an strich, von F. Alpers. Das beste aller Tränkungs- und Anstrichmittel für Holzfußböden ist nach der „Pharm. Zig." reines, mit borsanrem Manganoxydul 1:1000 kurze Zeit stark erhitztes Leinöl. Alle Harze enthaltenden Anstriche trocknen wohl etwas rascher hart, treten sich aber sehr bald blind und grau und sind dann wenig schön, auch leicht ladierbar. Dem Oel kann selbstredend ein Farbenkörper und daneben etwas, vielleicht */2 Prozent, wasserfreies Zinkvitriol als Trockenmitttel beigerieben werden. Fußbodenhölzer müssen sehr gut trocken sein; Eichen vierjährig, Tannen, Kiefer zweijährig, um so besser haftet der Anstrich. Sind die Holzzellen noch nicht ganz wafferfrei, so bleibt der Anstrich mehr oberflächlich haften und geht nicht tief in die Holzsubstanz. Zweckmäßig wird der erste Anstrich satt mit heißem Oel bewirkt, dieses im Laufe des Tages mehrmals gut verrieben und vertheilt, darauf nach 8—14 Tagen, je nach der Witterung, wieder Oel aufgebracht, und dann die farbigen Anstriche. Neue Fußböden aus ausgesuchtem, sicher trockenem Holz,''genau gelegt, gefugt und sauber abgeputzt, lasse man nur satt ölen, nicht malen. Oel und Holz dunkeln später gut nach, alle Laufstellen re. sind alljährlich leicht reparirbar durch einfaches lieber» reiben mittelst eines, ölgetränkten Läppchens.
S e h r l a n g°e undweiteLöcherzu bohren. Man staucht ein gutes nicht zu starkwandiges Stahlrohr, dessen äußerer Durchmesser etwas geringer ist als der des zu bohrenden Loches, an einem Ende an und feilt an letzterem Schneidezähne, ähnlich wie dieses bei Fräsern geschieht, und härtet den hierdurch vorgerichteten Hohlbohrer in üblicher Weise, wobei natürlich vorausgesetzt ist, daß man einen guten Stahl von der Qualität des Werkzeugstahles verwenden muß; gegenwärtig ist es nicht mehr schwierig, solche Stahlröhren zu beziehen. — Mit einem solchen Bohrer wird nun, nachdem erst einige Gentimeter in gewöhnlicher Weise vorgebohrt^sind, die eine Hälfte der Achse "gebohrt, und nachher von der anderen Seite die andere Hälfte. Der Bohrer müßte fest gelagert werden, während die Drehung von der Achse gemacht werden müßte. Ein Schmieren des Bohrers, sowie ein Entfernen der Bohrspäne ließe sich ebenso wie das mit dem überraschendsten Erfolgen bei Erdbohrungen bewirkt ist, dadurch erreichen, daß man Seifen» wasser unter geringem Druck in den festgelagerten Hohlbohrer treten läßt. Dasselbe findet, wenn man dm Bohrer an seinem Kopfende vollständig dicht schließt, keinen anderen Ausweg, als an den Schneidezähnen vorbei in dasjjJnnere der Achse, und somit kommt dasselbe in wirksamster und denkbar bester Weise zur Wirkung. — Es liegt auf der Hand, daß ein solcher Hohlbohrer viel widerstandsfähiger als ein anderer ist, und ein Schiefbohren und dergleichen nicht so leicht vorkommt, als bei Verwendung gewöhnlicher Bohrer.
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