lichkeiten denselben veranlassen, so das Emathmkn heißer Loft, nachdem man vorher in kalter L -ft sich befunden, auch das Emathmen von Staub, gewisser schädlicher Gase, ungewohntes Tabakschnupsen u. s. w. Beim Nebergange des Herbstes in den Winter, so­wie der Winters in den Frühling, überhaupt bei Temperaiurschwankungen finden wir Gelegenheits- Ursachen hierzu in der leicht möglichen Erkühlung. Bei Beginn des Leidens fühlt man die Nase trocken, das eine oder andere Nasenloch verstopft, dann ent­steht ein Jucken und Prickeln in der Nase, welches zu häufigem Niesen reizt; bald folgt auf die Trocken­heit eine reichliche Absonderung eines farblosen, salziarn Sekrete», welches die Nasenflügelränder und die Oberlippe reizt und röthet; der Geruch- und Geschmacksinn sind beeinträchtigt, das Esten mundet nicht wie gewöhnlich, dem Raucher schmeÄ die Cigarre nicht. Ein Gefühl von Druck oder Schmerz | in der Stirne ist dabei ziemlich häufig, da die Stirn- höhle mit ergriffen zu sein pflegt. Fast immer ist ] der Schnupfen von einem mehr oder weniger heftigen Fieber begleitet, welches sich durch Frösteln, allge- I meine Niedergeschlagenheit und Appetitlosigkeit kund- giebt und welches in der Regel 1-2 Tags lang andauert. Der ganze Verlauf bis zum Uebergang in Genesung beansprucht gewöhnlich 610 Tage. Bei längerer Dauer des Schnupfens, also in chro­nischen Fällen, oder bei häufigen Wiederholungen dieses Leidens verdeckt sich die Nasenschleimhaut, wird wulstig und führt wohl auch zur Bildung von Nasen - Polypen, Verengung der Nasengänge, AlhmungsbesHwerden re. Zur Borbeugung gegen dieses kleine Nebel dienen vor Allem jene Maßregeln, - welche vor Erkältung schützen. Man Härte den | Körper allmälig gegen schädliche WitterungSeinflüsse j durch zweckentsprechende kalte Waschungen ab, ver- j wahre sich während der rauhen Jahreszeit gehörig, ! sehe namentlich auf gute Fußbekleidung; man über- i heize das Wohnzimmer im Winter nicht und halte i sich nicht unmittelbar neben dem geheizten Ofen auf, | um den Temperaturwechsel beim Aasgehen in die i frische Luft weniger empfindlich zu machen. Gegen? das Leiden selbst empfiehlt es sich, anfangs das t Z-mmer zu hüten, warme Getränke zu genießen, z eventuell unter Vorstchr ein Dampfbad zu rühmen; gegen die chronische Form nützen am meisten Ein- pmselrmgm mit einer Lösung von salpeter saurem Srlber und ist es am zweckmäßigsten, in hartnäckigen Fällen ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Kmnoristisches vom Kronprinzen.

In der Schwimmanstalt.

Der deutsche Krm pnnz ist, wie bekannt, ein Stamm- poft der M h är-Schwimmavstalt in Potsdam. Er opfert jeden Margen einige Münzen, nach denen sich

dann ein lustiges Wetttauchen entspinnt. Als der Kronprinz das letzte Mal vor seiner Orient Reise erschien und das übliche Tauchen nach seinen Silber­stücken begann, kam einer der Schwimmmeister mit einem prachtvollen Rosenbouqaett mit der Inschrift: Auf Wiedersehen!" aus der Tiefe empor. Man batte dies Bovquett kurz zuvor versenkt. Diese Ueberraschung machte dem Kronprinzen so viel Freude, daß er noch extra siebenzehn blanke Thaler in den Fluchen verschwinden ließ, die natürlich prompt ge­holt wurden.

Compromiß.

der Besichtigung der St. Georgskirche in Nördlingen sprach sich der Kronprinz lobend über deren Pracht und Größe aus. Es wurde ihm nun bedeutet, daß die katholische Kirche in Dinkelsbühl eine noch schönere und größere sei, und deshalb be­schloß er, dieselbe auch zu besichtigen. Von diesem Entschlüsse wurde der Magistrat in Dinkelsbühl tele­graphisch in Kermtniß gesetzt, und so erwartete der Vorstand den Kronprinzen. Bi Ankunft des Letzteren wollte der Bürgermeister eine Ansprache halten, doch der Kronprinz nnlerbrach ihn mit den Worten:

Wissen Sie was, wir zwei schließen mitein­ander einen Vertrag ab, Sie reden nichts und ich auch nicht!" worauf die Besichtigung der Kirche stattfand. Nach Beendigung derselben nahm der Kronprinz in den schmeichelhaftesten Worten Abschied und fuhr weiter.

Apell an die Tochter.

Während der letzten Manövertage bemerkte der Kronprinz aus dem Bahnhof zu D. unter der ihm enthusiastisch zujub-lnden Menge einen ihm aus früheren Jahren wohlbekannten Gutsbesitzer nebst Tochter. In chevaleresker Weise schrittUnser Fritz", sofort an den Herren von M. zu und unter­hielt sich minutenlang mit ihm. Herr von M. be­hielt während dieser Unterredung respektvoll den Hut in der Hand und bedeckte sein Haupt selbst dann noch nicht, als der Kronprinz ihn hierzu auffordrrte. Da wandte sich der hohe Herr mit den Worten an Fräulein von M.:

Mein gnädiges Fräulein, Sie haben gewiß einigen Einfluß aus Ihren Herrn Vater, vielleicht veranlasien Sie Ihren Papa, den Hut aufzusetzen, ich habe vergeblich ihn darum gebeten." Welchen Eindruck diese Liebenswürdigkeit auf die Zeugen dieser Scene gemacht, das braucht wohl nicht erst geschildert zu werden.

Sicbaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Meßen.