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Das ist eine GeMenrfrage, zu leren Beant^ t wortung mir augenblicklich die Zeit fehlt", versetzte Egon etwa» ungeduldig,da, Kleine, packe die» und da» hier in den Koffer. Weiht Du, Kind, die Symptome jener Krankheit äußern sich sehr ver« schieden."

Du scheinst Erfahrungen darin gemacht zu haben, Egon!" warf Magda etwas, schalkhaft ein.

Er lachte.

Das nicht, kleine Boshafte, nur scharfe Beob­achtungen jener Unglücklichen, welche mir den unum­stößlichen Beweis geliefert, daß die Krankheits- Symptome nach Charakter, Klima und Aussichten ganz verschieden austretsn, bei dem Einen melancholische Anwandlungen, bei dem Andern hingegen ungeheure Heiterkeit und freudige Lust Hervorrufen"

Wie bei Dir", schaltete Magda ernsthaft ein.

Egon blickte sie etwa» perplex an und lächelte dann still vor sich hin, indem er ein Kästchen öffnete und sich anschickte, den darin befindlichen Orden in dem Knopfloch eines schwarzen Rockes zu befestigen.

Himmel, welcher Glanz!" rief Magda verwun­dert aus,Du gehst am Ende ger nach Berlin an den kaiserlichen Hof?"

Möglich, werde in Berlin überhaupt erwartet, muß meinen Rock deshalb würdig Herrichten."

Dazu gehört unbedingt der Frack", entschied Magda.

Trage das Ungeheuer 'principmäßig niemals", sprach Egon feierlich,irre ich nicht, hat es die fran­zösische Unsitte erdacht und die europäische Sitte das­selbe «in ganzes Jahrhundert hindurch hoffähig gemacht. Wrthalb macht man nicht tabula rasa damit, wie bet dem Uniformfrack der Arme- ? Das wäre ebenfalls eine zeitgemäße und durchaus noth- wendige Reform. Aber nun genug der übe-flüssigen Worte, Kmd, wir müssen Thaten sehen. So, jetzt den Staatsrock fein säuberlich eiugepackt- auf daß er nicht faltig werde"

O, gieb her", rief Magda entsetzt,Du wickelst ihn ja zum Packet zusammen, welch' ein Wilder Du geworden bist!"

Sie legte den Rock sorgfältig in den Koffer, und meinte dann, als Egon den letzteren verschloß, daß sie e» durchaus nicht hübsch von ihm finde, sie und gewisse Leute wie kleine schwatzhafte Mädchen zu be­handeln und kein Sterbenswort vom Zweck und Ziel einer so plötzlichen und geheimnißvollen Reise ihnen anzuvertrauen.

Glaubst Du, daß Deine Mama sich damit al- speisen läßt?" setzte sie indignirt hinzu.

Egon blickte sie nachdenklich an und zuckte dann die Achseln.

Sie wird sich an meinem Wort, daß ich einen wichtigen Grund zum Schweigen habe, genügen lassen, liebes Kind!" sprach er ernst.Auch glaube ich, daß gewisse Leute den Mann wenig atzten würden, der sein Herz auf der Zunge trägt und alle Geheim­nisse den Wänden anvertraut. Komm, kleine Magda, zeige mir ein freundliches Gesicht und bringe meins

besten Grüße derjenigen, die sie viellücht gnädigst annimmt. Sieh", wandte er sich der Thür zu,da ist Mama! Du nimmst mir einen Weg ab, da ich Dir nun hier Lebewohl sagen kann."

Wie? was? Du willst doch nicht etwa schon wieder verreisen?" fragte die Regierungsräthin erschreckt.

Ja, Mama, eine kurze, aber wichtige Mission, deren Ziel und Zweck ich Dir augenblicklich noch nicht verrathen kann. Werde bestimmt in wenigen Tagen zurückkehren. Damit bist Du zufriedrngestellt, wie, Mama?"

Ich muß er wohl sein", seufzte die Dame resig- nirt,bin es bei Dir von jeher so gewohnt gewesen. Weiß Dein Orckel davon?"

Dieser öffnete im selben Augenblick dir Seiten# thür und trat, zum Ausgehen gerüstet, m't Hut und Stock in der Hand, in's Zimmer.

Guten Morgen, Eotilde!" nickte er feiner Schwester zu, die kopfschüttelnd seinen Cwilanzug, dm er nur höchst selten anlegte, betrachtete,bist Du bereit, Egon? Es ist die höchste Zeit."

Sonderbare Entschlüsse, welche gleichsam über Nacht kommen", bemerkte Frau Clotilde mißbilligend, gchö-st Du auch zum Cowplott, Rudolf?"

Er, welch' ein fürchterlicher Ausdruck", lachte der Major,Du weißt, liebe Schwester, daß Dem Sohn mancherlei Verbindungen und Verpflichtungen hat, die ihm das Schweigen zur Ehrenpflicht machen."

Du reifest mit ihm, Bruder?'

Nicht doch, der junge Jmmendorf wird ihn begleiten."

Ja, Mama!" rief Egon mit einem ungeduldigen Seufzer,ich möchte feine Siebung in meinen KreU'er neu befestigen, Du begreifst, daß es nöchig ist nach ft in er langen Abmesenhüt."

Ach so, ja, ja, ich begreife"

, Utb wirst ferner auch die Nothwendigkeck abso­luten Schweigens einsehen, liebe Mama! Meine schnelle Abreise hängt mit einer dienstlichen Mission zusammen, an welcher mnn Freund Jmmendorf aus Liebhaberei rheilntmmt, da» ist Alle», Mama!"

Ja, ja, es ist schon gut, lieber Sohn! Reise mit Gott und kehre recht bald zurück."

Sie küßte ihn auf die Stirn und klingelte dem Diener, welcher den Koffer hinauttrug und rasch einen Wagen besorgte.

Als sie auf dem Bahnhof anlangtsn, war Ulrich schon fort, und nach wenigen Minutm dampfte der Zug mit den beiden Freunden davon, während der Major ihnen sorgenvoll nachblickte und fein heißer Wunsch sich zum stillen Gebet formte, daß Gott ihr Vorhaben segnen und dem unglücklichen Ulrich end­lich vergönnen möchte, frei sein Haupt zu erheben und ein neues, würdiges Leben zu beginnen.

17.

Die Vorbereitungen zu einem glänzenden Empfang des jungen neuvermählten Fürstenpaares waren im besten Gange. Usberall herrschte rege Thätigkeit,