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läge dagegen um so schärfer abhebt. Ich bitte Sie. Platz zu nehmen, meine Zerren!"

Die Ojficiere sahen sich gegenseitig verwundert ött. Waren sie auch überrascht und war es nament« lich auch den jüngeren Anfangs wenig angenehm, aus der' Gesellschaft fortgerufen zu werden zu einer so ernsten Sache, für die sie nicht sogleich die rich- tig«! Stimmung hatten, so fanden sie sich doch sehr bald in die Situation hinein.

Der General nahm auf einem Stuhl an der Mitte des Tisches Platz, die Uebrigen setzten sich um den Tisch herum. Kaum hatten sich Alle niederge­lassen, als die Thür etwas rasch aufgeriffen wurde und FWx von Stolzenberg über die Schwelle trat.

Lieber Onkel", rief er lachend aus,nun wird mir klar, worum Du mich in dieses stillverschwiegene Zimmer citirt hast! Es ist wie geschaffen zu einer gemüihlrchen Kneiperei, aber ich fürchte, daß die Frau Geheimräthin den jüngeren Herren hier keine lange Ruhe gewähren wird."

Sie ist es schon."

O, dies Wort macht auch mich glücklich."

Daß er auch Frau Rohdenberg hier sah, war ihm unangenehm, da war wohl auch ihr Enkel nicht weit."

Run, meinetwegen", dachte er,mag er sich ärgern über meinen Triumph."

Er verbeugte sich vor Alexandra und ging zu Wolter, der mitten im Saal unter dem Kronleuchter stand und von dem gerade einige Herren, die ihn begrüßt hakten, zurücktraten.

Ich danke Ihnen, Herr Geheimrath", sagte er zu ihm,daß Sie meinen Wünschen so freundlich entgegengekommen find und sogar schon mit meinem Onkel üb r die Angelegenheit conferirt haben, ich gebe Ihnen noch einmal die Versicherung, daß ich das Geheimniß, welches ich mit Ihnen theile, innig bewahren werde. Wann gedenken Sie bk Ver­lobung Ihrer Tochter zu proclamiren?"

Ich denke während des Soupers."

Das ist jedenfalls der geeignetste Zeitpunkt. Dis Herrschaften werden Augen machen, es hat wohl Niemand eine Ahnung davon, daß ich der glückliche Bräutigam bin?"

Niemand, das kann ich beschwören!"

Seit kurzer Zeit ging ein Diener von einem Osficier zu dem andern, urd nachdem er denselben einige Worte zugeflüsterk, verließ der Betreffende sofort seinen Platz und begab sich in ein Cabinet, dessen Fenster hell erleuchtet waren. In demselben befand sich nicht weit entfernt von der Wand ein langer Tisch, der mit einer grünen Decke behangen war und um den herum Stühle standen.

Der Gemral empfing hier die nach einander kommenden Officlere und als sie alle versammelt waren, sagte er:

Kameraden, ich bitte Sie zunächst um Entschul- digung, daß ich Sie für kurze Zeit der Gesellschaft entziehe und in den Frohsinn dieses Festes den Miß, ton einer tragischen Katastrophe werfe; aber das, was ich vorhabe, erleidet keinen Aufschub, denn es handelt sich darum, die Ehre eines verleumdeten Kameraden wieder herzustellen und einen Schuldigen zu richten. Für jede qualvolle Stunde, die ein un­schuldig Verurtheilter unter der öffentlichen Schande lebt, ist die Welt verantwortlich, sobald sie von seiner Unschuld weiß. Kameraden, ich habe Sie hierher­gerufen zu einer Art von Ehrengericht, und wenn Sie den Gegenstand der Verhandlungen erfahren haben, so werden Sie mir Recht geben, daß ich nicht gezögert, und daß ich die mir gegebene G-legenheit I benutze, wo an einem so glänzenden Hintergrunds ! der Triumph sich nur um so strahlender, die Nieder- *

Aber wo ist denn das gnädige Fräulein? Meine ° Augen haben sie schon überall vergebens gesucht." i

Ach", sagte Alexandra,ein kleines Toiletten- l Malheur, sie wird hoffentlich bald erscheinen."

Ich erwarte ihr Erscheinen mit Sehnsucht und darf wohl die Hoffnung aussprechrn, daß sie sehr ä

glücklich wird."

Du irrst", erwiderte der General,ich habe die Herren gebeten, mit mir eine Sache von hoher Be­deutung hier zu verhandeln."

Ich sehe hier nur Uniformen", sagte Felix, idiese Sache scheint einen rein militärischen Charak- | ter zu haben und ich nehme an, da ich schon vor i ^nger Zeit aus dem activen Dienst geschieden bin, daß sie mir fern liegt. Daher möchte ich Dich bit- en, Onkel, mich wieder zurückziehen zu dürfen, weil ich im Saale gewisse Verpflichtungen zu erfüllen habe und man mich jetzt schon vermissen wird."

Es wird Dich jedenfalls sehr interesstren, den Verhandlungen beizuwohnen, w.-shalb ich Dich drin­gend bitte, hier zu bleiben."

Wenn Du es so dringend wünschst, Onkel, ist es ja selbstverständlich, daß ich bleibe!"

Ich möchte Dich ersuchen", fuhr der General fort,die Thür zu schließen und mir den Schlüssel zu reichen, ich möchte während meiner Rede jede Möglichkeit einet Störung ausgeschlossen wissen."

Die Geschichte scheint ja sehr feierlich werden zu wollen", versetzte Felix und that, was ihm ge- heißen war; und während er dem General die Schlüssel reichte, sagte er:Dein Gesicht hat in diesem Augenblick einen Ausdruck, Onkel, so finster und strenge und erbarmungslos gerecht, wie ich es in früheren Tagen mehrfach gesehen, als Du noch der chronisch berufene Präsident aller Ehrengerichte warst I"

Alle Stühle waren von den Osficieren besetzt, es war keiner mehr für Felix übrig, er achtete nicht weiter darauf. In der Mitte des Zimmers stehend, spielte er nachlässig mit seinem Pincenez.

Auch jetzt", fügte er hinzu,hat es ja fast den Anschein, als wenn hier ein Ehrengericht versam­melt wäre."

Es könnte auch wohl etwas dem Aehnliches ein", erwiderte der General.Ja, meine Herren, fuhr er mit lauterer Stimme fort, vom Stuhle sich erhebend und den kräftigen, noch ungebeugten Körper