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Eindruck, aber in den stürmischen Tagen der Herbster, wenn der Sturm die hohen Buchen schüttelte und beugte, im Winter, wenn die Wege verschneit waren, wenn der Wind den Schnee wirbelnd umhertrieb, dann war die Einsamkeit desselben fast unheimlich-

Rl» der Wagen sich dem Försterhause näherte, traten zwei Männer an ihn heran.

Der Richter bemerkte ste.

Sie sind bereits hier", sprach er,es ist gut. Folgen Sie mir nicht unmittelbar, aber halten Sie sich in der Nähe de« Hause« auf, damit ich Sie rufen kann, wenn ich Sie nöthig habe. Wenn er möglich ist, stellen Sie sich so, daß Sie nicht gesehen werden, und wenn ich fortfahre, ohne Sie gerufen zu haben, dann gehen auch Sie, unbemerkt, wenn er geht nicht auf demselben Wege, auf dem ich zurückkehre.

Er bog sich wieder in den Wagen zurück, der weiter fuhr. Wenige Minuten später hielt er vor dem Försterhause still. Der Richter stieg mit dem Actuar aus. Sie traten in da» Haus ein. Der Förster hatte sie bereit» gesehen, er kam ihnen auf dem Haus­flur entgegen.

Was verschafft mir die Ehre Ihres Besuches?" sprach er. Er sprach es unsicher. War es lieber« rafchung oder Furcht, was seine Stimme leise er­beben machte? Ec kannte Beide und konnte leicht errathen, daß sie nicht allein ein Zufall zu ihm führte. Fragend, unruhig hatte er den Blick auf den Richter gerichtet.

Dieser trat, ohne zu antworten, in des Förster» Zimmer, welches dieser geöffnet.

Ein beklemmendes Gefühl schien sich Hellmann zu bemächtigen, als er dem Richter und Actuar folgte. Wußte er wirklich noch nicht, was sie zu ihm führte?"

Pintur hatte bei seinem Eintreten in bas Zim­mer einen schnellen, scharsprüfenden Blick durch das­selbe grworsen. Er fühlte das Herz unruhig schlagen. Mit Gewalt nahm er sich zusammen. Al» er sich zu dem Förster umwandte, erschien sein Gestcht voll­kommen ruhig.

Erst jetzt bemerkte er, daß Hellmann» Gesicht auffallend bleich aussah. Seine Wangen waren ein­gefallen, seine Augen lagen tief. Dunkle Schatten umgaben sie. Sein Blick erhielt dadurch etwa» Scheues, Unruhiges. War dies wohl die einzige Ursache? Diese Frage drängte sich dem Richter auf. Hellmann war früher ein Bild der Gesundheit und Kraft gewesen. Er hatte ihn seit Wochen nicht gesehen er wußte e» genau seit jenem Tage nicht, an dem Berger ermordet war.

Hellmann lud den Richter und Actuar ein, sich niederzulaffen. Er räumte mit sichtbarer Hast einige Kleidungsstücke von dem Sopha. Beide blie­ben stehen.

Sind Sie krank, Herr Förster?" fragte der Richter, den Blick auf ihn geheftet.

Richt krank und auch nicht gesund", erwiderte der Gefragte.Ich kann meine Geschäfte besorgen,

wenn es mir auch schwer wirb, unb gleichwohl bin ich nicht gesund. Ich fühle mich matt und äußerst abgespannt."

Vielleicht die Folge einer Erkältung?" warf der Richter ein.

Sicherlich", entgegnete der Förster,ich weiß selber nicht, wie e» gekommen ist."

Und Sie leiden schon längere Zeit?"

Seit einigen Wochen ja, so lange ist es."

Deshalb habe ich Sie auch wohl feit längerer Zeit nicht in der Stadt bemerkt?" fuhr der Richter fort.Sie 'pflegten ja sonst fast jeden Abend zu kommen."

Mir fehlte die Lust dazu ich wollte mich schonen ich habe mich stets früh zu Bette gelegt."

Und Sie haben keinen Arzt zu Rathe gezogen?" Rein."

^Weshalb nicht?"

Die Fragen schienen den Förster etwas zu beun- ruhigen, zu verwirren.

Ich gebe nicht viel auf die Aerzte", entgegnete | er.Ich habe nur wenigs Male in meinem Leben der Hülfe eines Arzte» bedurft ich hoffte, daß meine gute Natur sich allein helfen würde."

Die Aerzte sollen auch nur der Natur mit den Kenntnissen und Mitteln, welche ihnen ihre Wiff-n- schäft an die Hand giebt, zur Hülfe kommen", warf der Richter ein.Ich würde an Ihrer Stelle den

! Arzt um Rath gefragt haben."

Hellmann zuckte schweigend mit den Schultern. Was sollte er auch erwidern.

Auch der Richter schwieg einen Augenblick. Er schien noch nicht mit sich einig zu sein, wie er das Verhör beginnen sollte.

Herr Förster", sprach er,ich muß einige Fra- i gen an Sie richten, welche mit der Ermordung de» jungen Berger in Verbindung stehen."

Hellmann zuckte leicht auf.

2Was habe ich damit zu schaffen?" warf er ein. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen.

Der Richter antwortete nicht darauf.

Kennen Sie diese Brieftasche?" fragte er, indem er die Brieftasche Bergers aus der Tasche zog.

Hellmann warf nur einen flüchtigen Blick darauf.

Nein", erwiderte er.

Sie gehörte Berger. Er trug sie bei sich an dem Tage, als er hier im Walds erschaffen wurde."

Ich kenne sie nicht", wiederholte der Förster. Sein Auge wich dem scharf beobachtenden Blicke de» Richters aus.

Es waren fünfzehntaufend Thaler darin ent­halten."

Der Förster antwortete nicht.

Sie ist hier im Walde in der Nähe Ihre» ' Hauses gefunden", fuhr der Crimiualrichter fort.

Es ist möglich!" fuhr Hellmann auf.Was | geht mich das an?"

jSie waren an dem Tage, gegen Abend, als j Berger erschaffen wurde es war am 10. Oktober ! ~ im Walde?" fragte Pintus weiter.