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Ja, ich bin es, und wundere mich nur, daß ich nicht einen Zerknirschten und Reumüthigen an treffe, sondern daß ich in Deinem Gesicht einen Aus­druck"

.»So weißt Du es schon, Onkel? O, bann weiß es ja schon die ganz? Welt!"

Ich weiß Alles, und mein Weg zu Dir hat den Grund, daß die ganze Welt es nicht erfahre."

Wie soll ich das verstehen?"

Der Vormund antwortete nicht sogleich, sondern schlug di? Hände zusammen und rief mit schmerzlicher Stimme:

Franz, wie konntest Du Dich so vergcffen. Haben meine Frau und ich Dich nicht in der Religion erzogen? Hast Du in unserem Hause ein solches Beispiel vor Augen gehabt? Habe ich Dich nicht ge- lehrt, was Ehre und Sitte sei? Haben sie denn in der Kadetienanstült Dein ursprünglich gutes und reines Herz vergiftet? Von mir hast Du es nicht gelernt, auf unrechtmäßige Weise sich etwas anzu­eignen, ich wasche meine Hände in Unschuld!"

So glaubst auch Du daran, Onkel?"

Muß ich nicht?"

Ja, Du mußt es, wie es Alle, Alle müffen! Aber von Dir, Onkel, kann ich fordern, daß Du mir Glauben schenkst. Wie auch der Schem gegen mich spricht, ich bin dennoch unschuldig! Wenn ich es Dir heilig versichere, glaubst Du es auch dann nicht?"

'Ich glaube an Gott, einen anderen Glauben habe ich nicht."

O, das ist hart!"

Nach einer Pause sagte der Vormund:

Ich möchte Dich fragen, was Du zunächst zu thun gedenkst, da Du hier doch nicht bleiben kannst.'-

Was ich zu thun gedenke? Kannst Du noch fragen, Onkel?"

In diesem Augenblicke fielen die Augen des Vor­munds auf das Taschentuch, das die Form des dar­unter liegenden Revolvers nicht undeutlich verrieth. Der alte Mann trat innerlich erschrocken an den Tisch, warf das Tuch zurück und die Waffe ergreifend, sagte er:

Das also wolltest Du thun?"

Bleibt mir eine andere Wahl?"

Ich fürchtete so etwas, und deshalb habe ich mich beeilt, hierherzukommen."

Um mich zu verhindern, meinen Entschluß aus- zuführen? Siebt es denn noch einen anderen Aus­weg als diesen?"

Es giebt noch einen."

Für mich nicht! Wer für seine Unschuld kein? Beweise tiefer« kann, der ist schuldig, schuldig in den Augen der ganzen Menschheit, und das ist gleich- bedeiüend mit der wirklichen Schuld. Mit dem un- vertilgbaren Mal aber der Schande auf der Stirn kann kein Mann von Ehre weiterlsben!"

Der Vo: mund Halts j.tz! auch den an das Büch r-

bord gesteckten Zettel gesehen, und ssogleich dessen Bedeutung ahnend, schritt er rasch an den Schreibtisch und riß das Papier herunter. Mit zitternden Händen las er, was Franz darauf geschrieben, und als er zu Ende war, rannen zwei Thränen über seine Wangen.

Ist es denn möglich", rief er aus,kann ich wieder an Dich glauben? Ja, Du hast Recht, ange- sichts des Todes lügt man nicht! Kannst Du mir verzeihen, daß ich zwnselte? O, mit diesem Zettel eile ich wieder zurück, und wenn sie ihn gelesen und ich ihnen erzähle, was ich hier gesehen und gehört, so werden auch sie wieder Alle an Dich glauben."

Darnit wandte er sich nach der Thür.

Um Gottesmillen, Onkel, wohin willst Du?" Zu den Officisren, dis noch alle versammelt sind!"

Um keinen Preis der Welt! Glaubst Du wirk­lich sie zu überzeugen? Nimmermehr! Wer mir das Verbrechen der Fälschung zutraut, der wird auch nicht anstehen, das, was ich auf den Zettel ge- schrieben und was Du sonst von mir berichten wirst, für wohl eingMtelen Humbug und berechnete Komödie zu halten."

Der Vormund trat von der Thür, deren Griff er schon erfaßt hatte, wieder zurück und das Haupt senkend, sagte er:

Du magst wohl Recht haben! Ich habe Dir noch immer nicht mitgetheilt, Franz", sagte er nach einer Pause,warum ich Dich ausgesucht. Ich komme im Auftrage der Osfic.ere."

Wie? Der Osficiere?"

Der kommandirende General ist diesen Mittag von seiner Reife zurückgekehrt. Man sah sich ver­anlaßt, ihm sofort zu melden, war vorg-fallen war. Er war darüber aufs Aeußerste erregt und hat so­gleich sämmtliche Osficiere der Garnison zu sich in fein Haus kommen lassen. Er empfindet dm Schimpf, den ein Einzelner auf sich geladen, als wenn der ganze hier anwesende Osficierstand ihn er­litten. Ec fürchtet nun, daß wenn die Angelegen­heit höheren Orts gemeldet und ein Kriegsgericht berufen wird, welches Dir allerdings dann in ganz anderer Werfe den Prozeß machen müßte, die Ge­schichte allgemein bekannt werden würde, und das will er mit allen Mitteln zu verhindern suchen. Er hat allen Osficieren das Ehrenwort abgenommen, weder einem Civilisten noch auswärtigen Osficieren gegenüber das Geringste von dem Geschehniß zu verrathen, doch will er, nicht um Deinetwillen, sondern um seiner selbst und der anderen Osficiere willen, derm allgemeiner Ruf von diesem Vorkomm- niß ohne Frage mittangirt werden würde, davon absehen, die Sache weiter zu verfolgen, wenn Du die von ihm gestellten Bedingungen erfüllst. Das Urtheil des Ehrengerichts bleibt moralisch stehen, wenngleich es faktisch aufgehoben wird, Dir aber schreibt er vor, Folgendes auszuführen: Du reichst sofort ein Eatlassungsgesuch aus dem Dienst ein, unter dem Vorgebe», ein Verwandter in Amerika