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ich weiß, daß Hellmann da» Mädchen liebt, daß er eifersüchtig war auf Berger, und dennoch hat er mit dem Tode desselben nicht» zu schossen."

Ich kann Ihnen nicht angeben, durch wen ich e» weiß", entgegnete der Richter.Er waren ja mehrere Zeugen dabei." Körber schwieg. Er kämpfte mit seiner Aufregung.

(Fortsetzung folgt.)

Km Taugenichts.

Die Geschichte eines Künstlers. Von K ar l N eum ann-S tr ela.

(Nachdruck verboten.)

Viktualienhandlung von Sello's Erben! so stand es 1759 an einem Hause in Anklam über der Thür.

Da sind wir," sagte Meister Seifensieder auf der Gasse vor dieser Thür,und jetzt den Kopf hoch, mein Sohn! Alles lernt sich, an Alles gewöhnt man sich, nur frisch drauf los!"

Aber der Knabe, Daniel Berger, dem der Meister die Firma zeigte, senkte den Kopf nur noch tiefer und seufzte laut auf.

Du weinst doch nicht gar? Junge, schäme Dich! Als wir Deinen Vater, meinen lieben Nachbar be­gruben, da war das Weinen angebracht. Jetzt aber vorwärts, immer Courage, Du bist schon fünf­zehn und mußt in's Leben hinein. Maler möchtest Du werden, weit Dir Dein Vater, der leidlich zeichnen konnte, das Zeichnen beigebracht? Narrheit, sage ich Dir, die Kunst bringt nichts ein, und Deine Mutter denkt ebenso.....Frau Sello kann

einen Lehrling gebrauchen, und das ist gut. Wir haben's abgemacht, jetzt hin zu ihr, und Deine Mutter hat zugestimmt. Maler werden raus aus dem Kopf! Kaufmann werden rein in den Kops! Es ist ein flottes Geschäft, wo Du was lernen kannst, und hältst Du Dich brav, wer weiß, was geschieht? Mariechen, die einzige Tochter, wird groß und größer, und vielleicht kriegst Du einst die und das Geschäft dazu..... So, Junge, das wollte ich Dir vor dem Haufe noch einmal sagen. Man gewöhnt sich an Alles, nur frisch drauf los. Jetzt rein zur Sello, mach' ihr Dein Kompliment, versprich ihr gutes Betragen und Fleiß."

Wie ein Pfeil bohrten sich diese Worte in Daniels Herz. Vor der Ladenthür schrack er wie vor einem Gespenste zurück. Ein Taumel ergriff ihn, ein Schrei entfließ seiner Brust, aber leise, unhörbar, und der Seifensieder merkte nichts .... Düten drehen, Zucker und Kaffee wiegen, Rosinen lesen und Heringe ver­packen ? Wie beseelte ihn der Wunsch, sich der Kunst, zu weihen! Den Stift wollte er führen, Studien entwerfen, Menschen, Blumen und Thiere zeichnen. Daß auch der Vater ihm sterben mußte! Wenn er am Abend nach Hause kam, war es ihm immer die liebste Erholung gewesen, den Sohn zu unterrichten. Ob der eingewilligt hätte, daß Daniel die Kunst

zum Beruf erwählte? Der Gedanke, ein Maler zu werden, erfüllte ihm die ganze Seele und Frau Sello's Laden mußte ihm ein Gräuel fein.

Doch der Mutter und feinem Vormund, dem Seifensieder, war zu gehorchen. Die Ladenthür wurde geöffnet, der Nachbar schob ihn hinein, und die Prin- zipalin, die eben Salzheringe sortirte, bot ihm die nasse Hand. Ein Schauer überlief ihn, doch wurde ihm bald ein wenig leichter, als das niedliche Marie- chen aus der Stube kam, um den neuen Hausgenossen zu betrachten.

Frau Sello führte ein strenges Regiment. Wie es einem echten und rechten Lehrling gebührte, mußte Daniel schon früh am Morgen den Laden kehren, dann hinter dem Tische die Käufer erwarten und inzwischen Tonnen und Wannen schenern, Gefäße und Flaschen spülen. Daß er nicht die freundlichste Miene machte, versteht sich von selbst. Was wußte aber die Prinzipalin von dem Leide, das sich schwerer und schwerer ihm auf die Seele legte! Dieses Haus war ihm ein Gefängniß, dieses Dasein eine Marter. Des Nachts im Traume sah er sich glücklich, den Stift in der Hand, über das Skizzenbuch gebeugt, vom Vater gelobt, getadelt, ermuntert. Doch dann das Erwachen und wenn Madame zur Arbeit rief, dann sah er sich wieder als ein Sklave an die Kette geschmiedet. Häufig sprach der Seifensieder vor, zuweilen auch die Mutter. Das wird sich schon Alles geben, hieß es dann, wenn ihnen Frau Sello klagte, daß Daniel Gesichter schnitt, als ob er ihren ganzen Essig getrunken hätte. Doch diese Falten und Schatten auf feiner Stirne und diese Schwermuth in feinen Augen schwand nur dann, wenn er unbe­wachte Momente fand, um irgend ein Stückchen Papier und ein Blei zu ergreifen. Machte nicht die Prinzi­palin zuweilen nach der Mahlzeit ein Schläfchen? Neben ihrem Lehnstuhl, das Strickzeug in den Händen, saß gewöhnlich Marie und der Lehrling war im Laden allein. Dann flog ein Lächeln über sein Gesicht, er nahm das erste beste Blatt und zeichnete aus der Erinnerung, was er daheim im Skizzenbuche hatte. (Fortsetzung folgt.)

Vermischtes.

Zu einem jungen Chirurgen, welcher in seine Stammkneipe tritt, bemerkt ein Kollege:Du siehst ja ordentlich stolz aus! Was ist Dir denn Besonderes begegnet?"Ich wurde heut in der Frühe zu einem Handwerker gerufen, an welchem gleich drei schwierige Operationen zu machen waren. Da hab' ich denn ein paar Stunden tüchtig gearbeitet." Hat er auch bezahlt?"Ja .... mit seinem Leben!"

VomKasernenhofe. Unteroffizier:Lemicke, wenn Sie Ihren langen Hals noch mal so meterartig rausrecken, bann telegraphire ich sofort an Hageubeck, ob er keine Giraffe koofen will!"

Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'schen Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.