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einen Gedanken der Vorsicht an die Hand geben können?"

Gut!" rief der Criminalrichter entschloflen.Ich werde meine Untersuchung nach dem Allen einrichten. Ich habe die Kugel noch. Hat Hellmann sie abge« schoflen, so wird sie auch in seine Büchse paffen, oder zum Wenigsten mit den Kugeln seiner Büchse ein gleiches Gewicht haben."

Sie wollen doch nicht direct den Förster s in Untersuchung ziehen?" warf Prell ein.

Doch dtreci", versicherte der Richter.Ist er schuldig, so wird er im Augenblick der Ueberraschung seine Schuld am wenigsten zu verbergen im Stande sein!"

Seien Sie vorsichtig", mahnte Prell.Sie haben den Verdacht erst durch die Briefrasche in mir hervorgerufen, sagen Sie nicht, daß ich ihn gegen Sie ausgesprochen habe ich bitte Sie darum."

Ich werde es nicht thun", versprach der Richter. Rur wenn es Ihrer Zeugenaussage in Betreff jenes Streites auf dem Balle bedarf, kann ich Sie nicht übergehen."

Da werde ich der Wahrheit gemäß aussagen", sprach Prell.Ich war ja nicht der einzige An» wesende dabei."

Der Doktor wandte sich der Thüre zu, um fort­zugehen. Noch einmal kehrte er zurück.

Gehen Sie nicht so schnell gegen Hellmann vor", bat er.Versetzen Sie sich in seine Lage wenn Sir ihn in Untersuchung ziehen und er ist unschuldig. Es bleibt in den Augen der Menschen ein Fleck auf ihm haften, den Sie nie wieder ab­waschen können. Ich möchte ihn nicht tn's Unglück bringen."

Seien Sie ohne Sorge", versicherte der Richter. Alles, was ich gegen ihn unternehme, werde ich nur nach reiflicher Ueberlegung thun."

Prell ging.

Pintus war wieder allein. H Noch einmal ging er ruhig prüfend im Geiste alle dis Punkte durch, auf welche Prell ihn aufmerksam ge nacht hatte. Er vergegenwärtigte sich des Försters Vergangenheit und seinen Charakter. Hellmann war wild, leidenschaft­lich. Schon mehr als einmal hatte er sich durch feinen Jähzorn zu Unbesonnenheiten hinreißen laffen. Ec wußte, daß Hellmann Paula liebte und die ganze Macht der Eifersucht brachte er mit in Anschlag.

Wo endete diese Macht? Wohin hatte sie nicht schon sonst ruhige und besonnene Gemüther geführt I Was war cs anders als eine Art Wahnsinn. Und Hellmann war obenein durch Berger beleidigt er hatte ihm gedroht. Es war nicht nöthig, daß die Thal das Verbrechen ein vorher überlegtes war, dessen hielt er Hellmann nicht für fähig. Aber konnte er nicht mit Berger an dem Abends im Walde zufällig zusammengrtroffen sein? War es nicht leicht deckbar, daß er nach den Vorausgängen mit ihm in Streit gerathen war? Vielleicht hatte Berger eine neue Beleidigung ihm gesagt Zorn, Eifersucht hatten ihn erfaßt, seiner Sinne nicht mächtig, hatte

er die Büchse von der Schulter geriffen, hatte sie angelegt auf den ihm Verhaßten, ein Druck seine« Fingers und das Verbrechen war geschehen, ohne daß er es gewollt hatte. Seine sicher geübte Hand hatte selbst in diesem Augenblicke der höchsten Auf­regung nicht gefehlt, nur zu sicher hatte sie das Rohr gerichtet des Feindes Herz war durchbohrt. Dir Jäger sind ja gewöhnt, auf da« Herzblatt des Wil­des zu schießen. Eine entsetzliche Gewöhnung.

Vielleicht hatte der Förster nach vollbrachter That einen Augenblick erschreckt, erstarrt dagestanden, dann war er geflohen. Aber Angst hatte ihn erfaßt. Er war ja kein Geheimniß, daß er mit Berger ver­feindet war, daß er mit ihm Streit gehabt hatte. Auf wen anders konnte der Verdacht fallen, als auf ihn, wenn der Ermordete gefunden wurde? Der Gedanke, daß er diesen Verdacht abzuwenden suchen müffe, war in ihm entstanden. Er war zum Orte seine« Verbrechens zurückgekehrt. In Hast hatte er dem Tobten alle Gegenstände von Werth abgenom­men nicht um sich damit zu bereichern, sondern um der That einen andern Charakter aufzuprägen, den Verdacht auf ganz andere Spuren zu lenken. Wer konnte vermuthen, daß er Berger getödtet habe, um ihn zu berauben?

Mit gesteigerter Hast war er jetzt geflohen. Die betretenen Wege hatte er vermieden, um Niemand zu begegnen. Quer durch da» Holz war er geeilt ihm war ja jeder Schritt im Walde bekannt. In der Nähe feiner Wohnung hatte er die Brieftasche geöffnet, den Inhalt herauagenommen und die Tasche von sich geworfen sie konnte ja am ersten zur Verrätherin werden. Er glaubte, vorsichtig zu han­deln und beging eine Thorheit das war ja die Macht, die unheimliche, gewaltige Macht des Ver­brechens, welche sich selbst verrieth.

So versuchte der Richter in Gedanken sich die That zu erklären, den Hergang zu verdeutlichen. Er fand nichts Unmögliches, nichts Unwahrscheinliches darin. Er fiel ihm ein, daß er Hsllmrun feit jenem Tage nicht gesehen habe und doch pflegte er jeden Abend in die Stadt zu kommen. Sollte sein Ge­wissen ihn zurückgehalten haben?

Immer fester und fester setzte sich die Ueber- zeuguug in ihm fest, daß Hellmann die That be­gangen habe, und er war entschlossen, ohne Umschweife ihn in Untersuchung zu ziehen. War er unschuldige so konnte e» ihm nicht schwer werden, seine Un­schuld zu beweisen.

Der Poltzeikommiffäc Köcbec trat in's Zimmer.

Es war eine kaum mittelgroße Gestalt. Die Ge­sichtsfarbe war bleich, da» Gesicht war fast ohne Ausdruck es war, al» ob sämmiliche Muskeln desselben erschlafft wären. Die Lippen bedeckte ein kleiner dunkler Bart. Nur au» den Augen sprach ein feuriger Leben, eine feste Entschlossenheit. Diesen Augen war ein scharfer, schneller Blick eigenthümlich. Mit einem einzigen flüchtigen Ueberblick schienen sie Alle» erforscht zu haben.

Niemand hätte dem E.uzetretenen angesehen, daß