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Arthur sah sehr ernst aus, sagte aber freundlich: i , Lärchen, laß uns gleich am ersten Tage ganz i klar sehen, siehst Du, nichts trübt das häusliche | Glück mehr, als jede Kleinigkeit so entsetzlich schwer l zu nehmen."

Kleinigkeit." Ich war verblüfft.

Sei Deiner Martha gegenüber durchaus fest und entschieden, schließlich bist Du noch ihre Gebir- terin und sie muß Dir folgen."

WiLst Du das Ausgabebuch sehen?" fragte ich etwas getröstet.

Wozu, mein Herz, ich verstehe kein Wort davon. Wenn es Dich aber beruhigt, nenne mir die veraus­gabte Summe, im Uebrigen will ich selbst mit Martha sprechen, wenn Du er wünschest. Aber jetzt, Lärchen, mach' Dich fertig, wir wollen spazie­ren gehen."

Ich nannte Arthur die Summe, und obgleich er keine Miene verzog, merkte ich doch, daß er erschrak.

Der Spaziergang war wundervoll, Arthur so liebenswürdig, das Wetter herrlich, daß ich vergnügt nach Hause zurüäkehrte und sogar die Störung freundlich hinnahm, daß einige Kameraden Arthur's ibn begrüßten und, wie es mir schien, neugierige Blicke in unsere Häuslichkeit warfen. Wir plau­derten harmlos und vergnügt, und ich dachte eben daran, ob die Herren nicht bald gehen würden, da unsere Theestunds nahte, als plötzlich Lessing mit dem Theebrett erschien und, als sei ich gar nicht vorhanden, Thee und seines Gebäck herumpräsentirtt. Das war wieder ein eigenmächtiger Streich meiner Perfekten. Ich sprang auf, und wäre Arthur nicht wie zufällig schnell bei mir vorübergegangen, mir warnend die Hand zu drücken, wer weiß, ob ich mich nicht unsterblich blamirt hätte, so versuchte ich Meine Fassung zu gewinnen und schluckte energisch meinen Th-e, drr mir ganz entsetzlich bitter vorkam. Dem Theo folgte Butterbrot, kalter Aufschnitt und Bier, Alles sehr zierlich und elegant, abrr natürlich mög­lichst kostspielig.. Ich zitterte innerlich, durfte mich aber nicht hinauswagen, denn hätte ich Martha zur Rede gestellt, so wäre ihre schrille Stimme sicher bis in den Salon gedrungen, es hals also nichts, ich mußte Geduld haben, und was das Schlimmste war, die Herren scherzten, lachten, tranken meine Gesund­heit und dachten natürlich gar nicht daran, aufzu­brechen. Innerlich kochend, mußte ich liebenswürdig sein, und das war mein erster Tag im eigenen Hause, aber an alle dem Elend war Martha schuld!

Endlich gingen die Herren, ich war todmüde und Arthur sagte herzlich:

Tröste Dich, Lärchen, nimm Dir Martha's Eigenmächtigkeit nicht so zu Herzen, aber von morgen an tritt ganz bestimmt und entschieden auf, denn so kann es natürlich nicht fortgehen. Du weißt, daß wir bei genauer Einrichtung anständig und standes­gemäß leben können und keinen Luxus treiben dürfen."

Des me ß ich, Arthur, und deshalb bin ich auch so bekümmert, ich werde die Nscht vor Ver­druß kein Auge zuthun."

Das ändert gar nichts an der Sachs und ist durchaus nicht praktisch, kleine Hausfrau, im Gegen- theil, schlafe Dich frisch und rüstig, daß Du Dich morgen als tapferer Feldherr zeigen kannst. Uebrt- gens wäre diese Martha für recht reiche Leute ein kostbarer Besitz, die Dame vom Haus könnte sich b,quem pflegen, denn sie arrangirt Alles geradezu tadellos."

Dis Kosten abgerechnet", sagte ich verdrießlich.

Natürlich, aber beruhige Dich, Lorchen, schließ­lich ist diese Erfahrung eine gute Lehre für die Zu­kunft, die Du besser jetzt als später empfängst."

Diese Lehre kostet über 100 Mark."

Schadet nichts, wenn sie gute Früchte bringt." War meinst Du damit?"

Daß Du unbeschränkte Herrscherin in Deinem Reich sein sollst, ebenso absolut als der größte Despot im Orient."

Grausamer Mann, das wollte ich ja so gern, aber es ging eben nicht." (Forts, folgt.)

Wermifchtes.

Ueber das Durchbohren vonMajolika und Porzellan macht die FachschriftMetallar­beiter" folgende Mitteilungen. Zum Bohren von Majolika und Porzellan bewähren sich am besten Spitzbohrer gewöhnlicher Form, diamantartig gehär­tet und bei der Anwendung mit Terpentinöl befeuchtet, wenn es sich um das Durchbohren der Glasur oder eines Glaskörpers handelt. Bei Majolika und Glas konimt man am besten fort, wenn man die Bohrung unter Wasser vornimmt, so z. B. ist ein Gefäß vor­her mit Wasser zu füllen, so daß der Bohrer unter dem Wasser zur Anwendung kommt und nach dem Durchdringen des Thonkörpers wieder ins Wasser gelangt. Bei innen glasirten Objekten kann statt der Wasierfüllung die Stelle, wo der Bohrer durch­kommen muß, mit Kork unterlegt werden. Der Druck, unter welchem der Bohrer angewendet wird, richtet sich nach der Härte des Materials, muß jedoch, wenn der Bohrer dem Austreten auf der anderen Seite nahe ist, allmälig abnehmen und schließlich fast gänz­lich aufhören, wenn Ausbrechungen vermieden werden sollen. Um bereits vorhandene kleine Bohrungen zu vergrößern, sind am besten drei- oder vierkantige glattgeschliffene Reibahlen anzuwenden, und zwar ebenfalls (wie oben gesagt) unter Wasser oder, wenn das Material zu hart ist (wie Glas oder Glasur), mit Terpentinöl befeuchtet. Die gleichzeitige Anwen­dung von Terpentinöl und Wasser bewährt sich in allen Fällen am besten anch dann, wenn der zu bohrende Gegenstand die bloße Anwendung des Oeles nicht gestattet, wie dies namentlich bei Majolika und nicht glasirtem Porzellan der Fall ist, welche ohne Anwendung des Wassers das Oel einsaugen.

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Redaction: A. Scheyda. Druck und Verlag der Brühl'scheu Druckerei (Fr. Chr. Pietsch) in Gießen.