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Gedankengang unterbrach sie da-r Eintreten Lowder's. Sir Arthur eil e ihm entgegen und begrüßte den Betrüger freundlich und liebevoll.

Lowder trug einen sehr eleganten französischen Morgenanzug. Er liebte heimlich ebenso schöne Kleider, wie irgend eine junge Modedame.

Sein tadelloser, violettgrauer Anzug stand ihm sehr gut. Sein Halstuch war von äußerst geschmack- vollem Muster und ein zarter Wohlgeruch entströmte seinem Battist-Tsschentuche.

Sein einziger Schmuck bestand in einer massiven Uhrkette und einem Siegelring, den er an dem kle'- nen Finger der linken Hand trug.

Er hatte eine leichte und aumu'.hige Haltung und erwiderte den Empfang des Baronets mit schein­barer Herzlichkeit, dann begrüßte er Blanche mit ehrerbietiger Wärme. Ter Haushofmeister und einige Dierer traten ein und man setzt; sich an den Früh­stückstisch. Lowder machte sich bald wieder zum Mittelpunkte und begann auf eine hingeworfene Be­merkung Sir Arthur's auf's Neue von seinen Reisen und Abenteuern zu erzählen.

Die Drei saßen etwa eine Stunde am Früh, stü Mische und begaben sich dann in ein hübsches, freundliches Wohnzimmer. Da» Weiter war nicht viel bester, al« am vergangener, Tage. Der Sturm hatte nachgelaffen, aber der Himmel war noch immer trübe und von schweren Wolken bedeckt.

Lowder, der es wie war, allein das Gespräch zu führen, und den Wunsch fühlte, die Besitzungen von Tresstlian-Hof genauer kennen zu lernen, trat an'Z Fenster r»d schaute auf die Wiese und den brausenden Strom hinaus.

Diese Aussicht fachte in ihm das Verlangen an, noch mehr zu sehen. Er wünschte den Preis, für den er seine Seele verkauft hatte, so bald als wög- lich kennen zu lernen.

Das Wetter ist nicht gar so arg", bemerkte er. Es ist windig, kalt und trübe, das ist wahr, aber es ist ein englisches Novemberwetter. Blanche, was meint Ihr zu einem kleinen Spaziergangs durch den Park? Ich bin ungeduldig, zu sehen, was sich wäh­rend meiner Abwesenheit Alles verändert hat."

Er wird Dir gut thun, Blanche", sagte der Baronet.Der Regen hat Dich gestern an's Zim­mer gefestelt und Du benöthigst der frischen Luft."

Du mußt auch mitgrhen, Onkelchea", erwiderte Blanche, über die Aussicht auf den Spaziergang fehr erfreut.

Sir Arthur willigte ein und seine Mündel hüpfte davon, um sich anzukleiden.

In wenigen Minuten erschien sie wieder, aller- liebst aussehmd in dem dunkelblauen Tuchanzuge, aber mit denselben leuchtenden Augen und frisch ge- rötheten Wangen.

Die beiden Herren waren bereit und Blanche flatterte wie eine Elfe voraus, den Weg über die Wiese einschlagend.

Zuerst zum Fluste", sagte sie munter.Ich weiß, wie Einem ein solcher Theil der Heimath cm-

gesrhen habe. Ich wünschte seine Tochter zu sein! Ich möchte wissen, ob ihn nicht etwas bekümmert!"

Sir Arthur fuhr ihr mit der Hand väterlich liebkosend über das seidenweiche Haar. Und es war auch ein väterlich wohlwollender Blick, mit dem er in das liebliche, zu ihm emporgewandte Gesicht schaute.

Nun, meine liebe Blanche", sagte er scherzend, /Wie verhält sich Guy zu Deinem Ideale?"

Das Mädchen senkte ihr holdes Antlitz.

Ei, Onkelchsn, ich weiß es kaum", sagte sie in plötzlicher Verwirrung mit erröthenden Wangen.Er ist hübsch, ein feinerer Gentleman als unsere hiesi­gen jungen Leute, ich meine, daß seine Manieren sehr vornehm von ausländischem Schliff sind."

Und ist das eine Anziehungskraft?" fragte Sir Arthur.Gieb mir nur ruhige, altmodische, eng­lische Einfachheit und Höflichkeit! Ich fraae nicht nach fremdländischen Manieren. Nicht etwa, daß mir Guy nicht gefiele. Er äfft fremde Thorheiten nicht nach, wenn fein Benehmen auch etwas aus­ländisch ist. Ich bin entzückt von ihm. Er scheint meine schönsten Hoffnungen zu verwirklichen. ' Er hat sich das alte warme Herz bewahrt, wie es dis Begrüßungen mit Frau Goß und Purmton bewei­sen! Es liegt nicht in seiner Natur, selbst den geringsten seiner Freunde zu vergessen. Er scheint wirklich ein edler Mensch zu fein I"

Blanche's Gesicht erglühte' wie unter peesön- lichem Lob.

Armer Guy!" murmelte sie.Welche seltsame Abenteuer er gehabt hat I Es war fast ein Wunder, daß in dem schrecklichen Schiffbruchs sein Leben ge­rettet wurde I Ach, Onkel, wie, wenn unserem G»y das schreckliche Unglück an der sicilianifcheu Küste widerfahren wäre 1 Und sie schauderte. Ich kann zuweilen den furchtbaren Gedanken nicht los werden, ; w, wenn es unser Guy gewesen wäre, der irr­sinnig geworden ist!"

Ter Gedanke ist mir auch schon hundertmal ge­kommen", sagte Sir Arthur.

Der arme, junge Lowder! Allein in der Welt, zerstört an Geist und Seele, wie ein Baum vom ös/roffen tobt sür das Leben! Armer Mensch 1 Eine gnädige Vorsehung hat uns vor dem Schmerze bewahrt, unfern Guy in dieser Weise zu verlieren I Ich fthe es, daß mein Sohn seinen Freund betrauert! Wir müssen Guy um der Ge­fahren willen lieben, die er geduldet hat, kleine Blanche! Er sagte mir gestern Aden >, wie sehr er Dich bewundert! Er ist mit freiem Herzen nach Hause gekommen, wie ich es erwartete. Aber ich glaube, hier wird sein Herz nicht lange frei bleiben!" fügte der Baronet mit einem schwachen Lächeln hinzu.

Er wandte sich von dem Mädchen ab, ein auf- wallendes Gefühl schnürte ihm die Kehle zu.

Blanche beugte sich wieder über ihren Ring und schaute sinnend in das helle Feuer des Diamants, als ob er ein Zauhexstein wäre, der das Geheim- niß chrer Zukunft MMchlsffm hielt. Zn diesem