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der ihm Freund und Wohlthäter gewesen und dem et nun Namen, Vermögen, Heimath, die Liebe eines Vaters und das Herz der Braut stehlen wollte. Lauge und schwebend blickte er auf den Lord, dann entfernte er sich und eins Stunde später schaukelten ihn dir Wellen des Oceans, der ihn vor 24 Stunden in stürmischem Grollen ausgeschleudert.
Lord Tresstlian, der Erbe einer Grafschast, der schöne Jüngling mit dem treuen Her en und den aufrichtigen Augen lag arm und krank unter einem | unbekannten Namen, von der Nacht des Wahnsinns | umfangen, in einer elenden Fischerhütte.
Der falsche Freund mit dem treulosen Herzen zog nach England, um mit Trug und List das zu erringen, was ihm des Schicksals Fügung versagt.
Wird es ihm gelingen-------
Fünftes Kapitel.
Olla's neue Heimath.
An der sicilianischen Küste, vier Meilen nördlich von Palermo und etwa zwei Meilen von der 6c» scheidenrn Hütte Tomaso Vicini's entfern, steht eine kleine schöne Villa, die ob ihrer prachtvollen Fernsicht auf das blaue Meer hinaus in der Nachbarschaft als die Villa bella Vista bekannt ist. Sie steht fast im Schatten des Mont Pellegrino, auf einem fruchtbaren sonnigen Hügel, der sich bis zum Wasser hinabzieht. In italienischem Stile gebaut, mit der Vorderseite gegen das Meer, befindet sich rückwärts von derselben, fast anstoßend, ein üppiger, junger Orangenhain, auf der anderen Seite sind dichte Hecken von Mandelbäumen und mitten durch windet stch ein Fahrweg, der zur Landstraße führt, die man der Bäume halber von der Villa aus nicht steht.
Dieser Wohnsitz war das Eigenthum eines reichen Römers, der von dem Papste republikanischer Umtriebe halber verbannt worden war und sich an diesem reizenden, aber entlegenen Punkte Siciliens diese Villa erbaut hatte, um in derselben die Tage seines Exils zu verleben.
Einflußreiche Verbindungen erwirkten ihm iedoch nach einigen Jahren die Erlaubniß zur Rückkehr nach Rom; und da es ihm nicht so leicht wurde, einen Käufer für seine Villa zu finden, so vermie- thete er sie gewöhnlich an Familien, die kamen, um den Winter im Süden zuzubringen. Da sie eben zufällig leer war, war sie von Olla Rywples Vormund, Herrn Deverrvx Gower, für den Winter ge- miethet worden.
Die Gluth der untergehrnden Sonne verklarte noch den Abendhimmel, als der Wagen, welcher Herrn Gower, feine schöne Mündel und Frau Popley enthielt, und auf dessen Bock Popley und Krigger, Herrn Gower's Kammerdiener, saßen, von der Landstraße in den Mandelhain einbog, um zur Villa zu gelangen.
Olla lehnte in einer Ecke des Wagen», ihr reines, stolzes Gesicht voll unendlicher Traurigkeit, ein Schatten von Furcht in ihren dunklen, flammenden Augen«
„Dies ist ein einsamer Ort!" murmelte sie.
„Er ist einsam", bestätigte Herr Gower, dessen elegante Gestalt auf dem gegenüberliegenden Sitz lehnte. „Ich glaube, sein Eigenthümer rühmte sich seiner Abgeschiedenheit. Er hatte wahrscheinlich kein Verlangen nach einer Aussicht auf elende Bauernhütten. Ihr könnt nicht leugnen, Olla, daß der Ort schön ist! Ich hoffe, er wird Euch gefallen, da er für den Winter unsere Heimath sein soll. Und es steht wirklich fast so aus, als ob wir nach Hause kämen! Unsere Haushaltung ist ganz eingerichtet; die Diener find auf ihren Plätzen, unser Gepäck ist in unseren Zimmern und in einer Stunde werden wir Beide im Speisezimmer bei unserem Diner sitzen. Ich habe bei allen Vorbereitungen an Eure Bequemlichkeit gedacht, Olla!"
Der Wagen war jetzt vor der Villa angelangt. Herr Gower öffnete den Schlag und stieg aus. Dann reichte er Olla seine Hand, welche diese jedoch bei Seite schob und leichtfüßig heraussprang.
Herr Gower führte seine Mündel einen gedeckten marmornen Säulengang entlang — ein reizender Spaziergang in regnerischem Wetter — zum Haupt - eingangs der Villa. Die breite Thür stand offen und sie trat ein.
Die Vorhalle war ein weites, großes Gemach mit Mosaikboden, welcher tadellos rein und glänzend war. Auf einer Seite dieser Halle gewährten die Zimmer einen Ausblick auf das Meer hinaus; von den Zimmern der andern Seite überschaute man den lauschig-stillen, reizenden Orangenhain.
Herr Gower öffnete eine Thür zu seiner Rechten und führte seine junge Mündel in ein Boudoir, das von den Empfangszimmern durch Nischen, von welchen schwere Seiden-Vorhänge herabhingen, abge- theilt war.
Frau Popley hielt sich dicht hinter ihrer jungen Herrin, als ob sie fürchtete, sie zu verlieren.
„Ich dachte ein Gefängniß zu finden", murmelte Frau Popley, „und statt dessen führt man uns in einen Palast."
Auch Olla schien die gleiche Empfindung zu hegen, wie stch aus den bewundernden Blicken, mit denen sie um sich schaute, schließen ließ. Herr Gower schien die Gedanken der Beiden errathrn zu haben, denn er lächelte unwillkürlich.
„Ich denke, wir werden hier ein ganz angenehmes Leben verbringen", sagte er. „Der Himmel ist blau, die Lust milde und die Gegend gleicht einem Paradiese. Selbstverständlich werden wir hier nicht auf großem Fuße leben und ich denke, daß wir mit drei Dienern, einem Koch, einer Haushälterin und einem Kutscher auskommen werden. Ueber- dies habt Ihr Frau Popley, die Euer Zimmer theilen wird, und ihren Sohn, der Euer specieller Kammerdiener bleiben mag. Krigger, mein Kammerdiener, wird Haushofmeister und Verwalter fein. Es wird gut fehl, wenn ich Euch die Haushälterin, mit der Ihr sehr oft in Berührung kommt, vorstelle."
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