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sie den Rasen, bog sich zu den ans demselben be« st'blichest Beeten nieder und pflückte Primeln, Krokus und Veilchen, die ste zu einem Bouqret zu- sammenfügte.

Sie war zu dem Entschluß gekommen, nun nicht länger ihre Abreise zu verschieben und hatte sich fest vorgenommen, zu einem ferneren Bleiben, selbst für kurze Zeit, sich nicht mehr überreden za lassen. Di- Blumen, die sie gepflückt, w-llte sie zum Andenken l mitnehmerr. In den letzten Tagen hatte sie schon eine Gelegenheit gesucht, um den Geheimrath allein zu sprechen und ihm diesen Entschluß mitzutheilen, aber sie hatte sie bis jetzt nicht fiaden können; Wolter war in der Fabrik sehr beschäftigt geweren, i «alte nur mit ihnen zu Mittag und Abend gespeist i imd stete gleich darauf sich wieder entfernt. Sie wollte aber erst unter vier Augen die Sache mit ihm besprechen und mit ihm zusammen überlegen, wer es Frieda mitthetlen sollte, ob der Vater oder ste, oder vielleicht Büde gemeinschaftlich. Daß er eine schmerzliche Scene geben würde, war vorauszu- sehen und fte wollte mit dem Geheimrath berathen, wie es am dessen einzukleiden sei. Alexandra hatte schon mehrfach einen Anlauf genommen, Frieda auf eine baldige Trennung vorzubereiten, aber so Wi­ste nur das erste Wort in dieser Richtung ausge­sprochen, si'l das junge Mädchen ihr um den Hals, küßte sie aus den Mund und rief:Willst Du mich tödten? nur jetzt nicht, nur jetzt nicht!" und dann mochte die Majorin dies Thema auch schon nicht mehr weiter berühren und schob e» immer wieder auf, Am zu einer anderen Zeit die Sache nachdrücklicher zu behandeln. Sie war entschlossen, wenn es heute wieder mißlingen sollte, den Geheimrath zu sprechen, denselben dann für morgen, zu einer Zeit, wo Frieda die Schule besuchte, schriftlich um eine Unterredung zu bitten.

Ich scheide von hier", flüsterte ste vor sich hin, während sie auf dem Kieswege langsam und ge­senkten Blickes weiter schritt,mit schwererem Herzen, als ich es mir gedacht von diesem schönen Garten, dem herrlichen Park, der glänzenden und doch so behaglichen Einrichtung der Villa, und vor allen Dingen von dem lieblichen Kinde. Aber es muß sein, könnte ich doch Frieda mit mir nehmen, wir gehören zusammen und lieben uns wie Mu ter und Tochter und doch kann ich nicht länger bleiben!"

P'ötzlich horchte sie auf, sie glaubte Wolter's Stimme gehört zu haben, und da kam er auch schon Mit einem Gärtner, dem tt Anordnungen zu geben schien, hinter einem Pavillon hervor. Der Gärtner entfernte sich in einer anderen Richtung und der Geheimrath näherte sich ter Majorin.

Guten Morgen, gnädige Frau", rief er ihr zu, den Hut lüftend,ich hatte noch nicht das Ver­gnügen, Sie zu sehen, meine Anwesenheit war schon sehr früh auf der Fabrik nothwendig, erst vor einer Viertelstunde bin ich zurückgekehrt."

Er reichte ihr die Hand und fuhr dann fort:

Ein herrlicher Sommertag, die halbe Stadt be­wegt sich schon auf der Promenade."

Er hat auch mich herausgelockt."

Sie haben schon ein Bouqret gepflückt? Wie hübsch zusamm-ngestellt! Es wiederholt stch in jedem Jahre, sobald der erste warme Sonnentag uns ge­schenkt wird, das blaue Himmelsgewölbe so klar und wolkenlos sich über uns ausspannt, die ersten Früh« lingsblumen mit ihren frischen Farben uns entgegen­lächeln, erweitert stch mir die Brust und mit urf - stimmten Glücksahnungen füllt sich mein H:r;. Er­geht es Ihnen ebenso, Frau Majorin?"

Früher wohl, doch nicht ge.ttbe in diesem Jahr

i im Gegentheil"

Im Gegentheil?"

Es war meine Absicht, Herr Gcheimrsth, Sie heute noch um ein Gespräch unter vier Augen zu bitten erlaubt es in diesem Augenblick Ihre Zeit?"

Sir machen ein so ernster, so feierliches Gesicht, gnädige Frau"

Es ist nicht weit von zwölf Uhr, Frieda kehrt bald aus der Schule zurück, ich möchte nicht gern"

Sie machen mich besorgt."

Lassen Sie uns eine Minute in den Pav'llon treten und die Sache mit Ruhe besprechen."

Was werde ich hören!"

In wenigen Sekunden war der Pavillon erreicht, I und nachdem sie sich auf zwei von den mit dunkelblauem Atlas überzogenen Lehnsesseln, welche einen großen, runden, mit einer orangegelben Sammetdecke be­hangenen Tisch umstanden, niedergelassen, sagte Alexandra:

Darf ich mir die Frage erlauben, Herr Geheim­rath, ob Sie wohl schon eine Dame in Aussicht haben, die in Ihrem Hause die Functionen meiner verstorbenen Tante übernehmen möchte?"

Wolter sah die Majorin mit einem erschrockenen Blick an und sagte rasch:

Sie wollen doch nicht von un« fort?"

Sie werden begreifen, daß ich meinen Besuch hier nicht in» Unendliche ausdehnen kann. Man wird vielleicht bis jetzt noch gerade nichts Auffällige» darin erblickt haben, daß ich nach dem Tode der Frau von Rettwitz nicht sogleich abreiste, sondern Ihrer Tochter, die mutterlos war und ohne weib­lichen Schutz, noch eine Zeit lang Gesellschaft leistete. Ich bin jetzt ein halbes Jahr länger geblieben, al« ich beabsichtigte, würde ich aber meinen Besuch noch weiter ausdehnen, so dürfte die Welt nicht anstehen, darüber eine Kritik zu äußern. Diese Welt ist hier dieselbe wie sie überall ist, das Ungewöhnliche faßt ste auf wie eine persönliche Beleidigung und rächt stch dann durch medisante Bonmot», die böswilligen Verdächtigungen gleichkommen und von direkten Be­schuldigungen wett entfernt find. Ja, wäre ich in dem Alter mein-''Tante, so würde ich für bo»-

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