Ausgabe 
27.5.1886
 
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(Schluß folgt).

gkbsction; A. Scheyda. -

^^DaK Hauptmiitel, die Quells des Blumengenusses______________ ___________________

Druck und Berla« der Pr« hl'Hm Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) in Gichsn,

Man opfere vom Samenüberflusse ein wenig und beschenke damit seinen Frühling. Man lasse sich durch die Pracht des Sommers nicht verfuhren, auf ihn all' seinen Raum und seine Sorge zu ver- wenden. Man richte auch die Pflege und die Be­stellung seines Gartens darnach ein, um recht zeitig im Lenze damit fertig zu sein. Ist doch der Fruh- lingsgenuß des noch jungfräulichen neuen Blumen- ahres der feinste Hochgenuß. Eine einzige wenn auch bescheidene Blumengattung der ersten Lenztage hat mehr Werth für den verfeinerten Naturfreund, als manche prächtige Sommerkönigin, eben weil Me dies erste Erzeugniß dieser Jaffreszeit ist; mit den

von falschem Geschmack, ganz abgesehen von den Kosten. Das Gestell dient nur als Stutze der Be laubung und muß daher auch möglichst unsichtbar

Um nun endlich zu dem Hauptzwecke des Haus- gartens, zu den Blumen, zu kommen, ^ Jetji etbei zunächst bemerkt, daß schon die Form der Blumen, beete beachtet werden muß. Für kleine, m dm Rasen eingeschnittene Beete sind unbedingt bte em» fnfhen Normen Kreise und Qvale, die besten, sowie l 2 M Lende und mnkende Pflanzen, Petunien Verbenen u. s. w. Besonders schon machm stch mehrere kleine, zu einer.regelmäßigen Figur zu sammengesetzte Beete, die indessen viel Sorgfalt er­fordern! Einfarbige und kleinere Blumen kommen auf die kleinsten Beete und auf die größeren Beete die Blumen von vielerlei Farben oder Nuancen. Blumenvasen meidet man am besten, ste verlangen -ine unendliche Pflege und erzeugen doch immer! Lücken und störende Unregelmäßigkeiten, sowohl m Hinsicht der Blumen als auch des Krautes. Die­jenigen Blumen, von denen man nur einige Exem­plare besitzt, oder haben will, setze man nebm ein­ander auf einige Beete mit Beobachtung der Regeln, welche für die zusammengesetzten Beete Men, näm. lich daß sowohl die Form und der Plan der Gruppirung, als auch die Auswahl der Blumen sorgfältig durchdacht, harmonisch und gefällig fei! Stauden haben ihren Platz an dem Saume der Gesträuchgruppen, sonst auf schmalen, längliche Beeten, sowie auf den Rabatten nebeneinander, Blattpflanzen placirt man auf dm Rasen.

Bei Auswahl der Blumen selbst beachte man, daß man nicht nur schöne und gut geordnete Blumen, sondern namentlich auch Blumen m feder!Jahres' eit -- selbstverständlich mit Ausnahme des Winters - habe, jede Woche, in welcher der Garten kerne Blumen aufweist, ist eine verlorene Woche. Erstach schaffe man im Allgemeinen so viel Platz für die Blumen, als es die sonstigen Gartenregeln und Umstände gestatten, woraus sich ein abermaliger An .0I"ei6U^1 HU eine wohl seltener beachtete a&ssäÄ.w.H1 *- -.....--

fruchtbringender verwendet werden. Ruf solche Stellen eignen sich besonders blühende Pflanzen mit niedrigem und compactem Wuchs, wobei aber Acht m geben ist, daß diese Einfassungspflanzen zu dem B-L und seinen Blumen paffen. Unter tat |U Einfassungen sich in erster Linie eignenden Blumen btume des Frühlings, mit fernem saftigen, dichten, fast immer grünen Blätterkranze und obendrein dem herrlichen Duft, hervorzuheben. Unter den Stein- ÄWiWÄÄ I « 'n serabe ib.

niAt versiegen zu lassen, ist die Cultur und richtige Auswahl der zu cultivirenden Blumen. Demfenigen, der einfach zum Handelsgärtner geht und sich blühende Pflanzen kauft, erwächst natürlich lange nicht die Mühe, wie demjenigen, der die Anzucht selbst besorgt, dafür hat aber letzerer auch wehr Ge­nuß von seiner Arbeit. Leichter als m emem Mist­beete oder in einem Treibkasten macht sich die An. ruckt in Töpfen im Zimmer, für welche em kleiner gläserner Kasten, den man vor ein Fenster setzt und ui welchem die flachen Näpfe Mit Sämereien, mehrere Reihen über einander, hingestellt werden, sebr vraktisch ist. Man hat auf diese Weise die Umstände des Mistbeetes nicht, noch die Furcht, daß durch Unglück oder Bersäumnitz eme einzige Nacht i alle unsere Pflege und Hoffnung für den ganzen

Sommer erfrieren lassen mochte |

sind die zarten jungen Pflanzen vor Staub geschützt, auch vor dem Luftzuge durch die Fensterfugen, den sie ebensowenig vertragen können; ste nehmen viel weniger Raum ein und verunzieren nicht so als die gewöhnliche Topfkultur.

Das Allerwenigste, was man in dieser Beziehung | Mn kann ist, daß man sich an einer abgelegenen, wenig augenfälligen Stelle eine kleine Pflanzschule ein paar Anzugsüeete hält, hauptsächlich für den Herbstflor. Die Hauptblume des Herbstes, die Aster ukt sich fast in der Blüthe noch verpflanzen, ebenso die Balsamine und andere. Allein mich mit diesen Mitteln stößt man mitunter auf Schwierigk.iten, um zu jeder Zeit blühende Pflanzen m der ge­wünschten Mannigfaltigkeit vorräthig zu hoben. Die Natur hat nämlich zwei Eigenheiten, dre dem gedachten Zwecke entgegenstehen: Erstlich beützt ie nur eine Prachtsaison, aus welcher sie uns aus vollem Schooße und mit unbeschränkter Freigebigkeit ihre Gaben spendet den Sommer, vorzüglich den Augustmonat. Im Anfänge des Frühlings giebt ste wenia aleichsam als ob sie uns, nachdem man lange Hunger gelitten, allmählich aus den vollen Genuß I vorbereiten und vor schneller Uebersattigung behüten