Hichener JamiüenblLÜer.

Kellekistischer Beiblatt zum Siebener Anzeiger.

Nrl"62^ ^Donnerstag den 27. Mai. ZMtz,

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Pie Jakschmünzer.

Eriminal-Roman von Gustav LLssel.

17. Kapitel. Gesühnt.

Vergebens erharrte der Kommerzienrath die Rückkehr Duprat's. Auch der nächste Morgen brachte ihm keine Kunde von ihm. Er ahnte, daß er von den Händen desjenigen den Tod gefunden, dem er diesen hatte bringen sollen; aber er hätte

(Fortsetzung).

Du würdest ihr, wenn Du sie fändest, Leids thun, fie nicht tödten?"

Nein. Lebt sie noch?"

Ja."

Wo?"

In welcher Anstalt?"

In gar keiner Anstalt. Ich entführte sie aus derjenigen bei Montreal und brachte fie mit hierher, wo sie unweit der Stadt in einem Häuschen auf über Haide mit einer von mir bezahlten gütigen Wärterin lebt. Dort besuchte ich sie, so oft ich konnte--"

Rudolph 1"

Laß mich. ES ist schon vorüber, Vater. Nun ich meine Rache gesichert weiß und weiß, daß Du Dich meiner armen Mutter annehmen wirst, scheide ich nicht mehr ungern aus einem Leben, welches für mich keinen anderen Reiz mehr hat. Ich ge­stehe es ein, ich war ein böser Charakter und voll kalter Berechnung; die untilgbare Liebe zu meiner Mutter ist das einzig Versöhnende in meinem Leben. Freilich, wenn ich gewußt hätte, daß ich noch einen Vater hatte, den ich lieben konnte, statt ihn zu hassen, wie ich Etwold haßte --"

Ein letztes Ringen mit dem Tode bannte das Wort auf seinen Lippen.

Riston ergriff seine eiskalten Hände.Rudolph!" Rudolph!" rief er verzweifelt, schmerzvoll.

Lebe wohl, Vater!" keuchte der Sterbende. Die Mutter Du findet sie auf der Bellinger Haide frage grüß' und küsse sie von mir Leb' wohl! Und Fluch dem Mörder unseres Glückes!"

So starb Duprat sonst auch Rudolph Wellnau, der Sohn des Falschmünzers.

sich auch beim besten Willen keine Gewißheit darüber verschaffen können, denn Duprat hatte ihm nicht verrathen, wo Riston zu finden sei.

Es war eine schreckliche Zeit für den Kommer­zienrath, und als dann ein Tag nach dem anderen dahinging und noch immer keine Mittheilung von Duprat kam, wußte er das Schicksal seines angeb­lich treuesten Dieners entschieden.

Wie sollte er sein Verschwinden erklären? Und natürlich würde man ihn, die Seele des ganzen Geschäfts, sofort vermissen. Wie lange er Duprat's Ausbleiben aber auch bemäntelte, endlich konnte er es doch nicht mehr geheim halten, daß jener, wie vor ihm der alte Forster spurlos verschwunden war. Der daraus resultirende Verdacht war das Eine, was den Kommerzienrath schwer beunruhigte, und dann that dies noch die Bedrohung durch Riston.

Er wußte bei seinem ersten Erblicken, wer dieser war sein leiblicher Bruder, den er, wie er zu Duprat gesagt, längst gestorben und verdorben ge­wähnt hatte. Er wußte auch, was er von jenem zu gewärtigen hatte, dasselbe, womit ihn der junge Forster bedrohte, nämlich Vernichtung. Wie sollte er nun nicht erbeben, wo Duprat, seine festeste Stütze, ihm entrissen und Riston frei war, jeden Augenblick zu ihm dringen zu können um Rache zu nehmen für alles erlittene Böse.

Merkwürdiger Weise nahm alles Andere einen günstigen Fortgang.

Man hatte ihm von Polizei wegen mitgeiheilt, daß man das Kostüm seines Sohnes gefunden und auf Grund der in den Katakomben gemachten Ent- decknngen von dem Verdachte gegen denselben voll­ständig zurückgekonrmen sei. Eduard durfte also heimkehren, ohne mehr Etwas zu befürchten zu haben.

Andererseits nahm Klara's Krankheit einen un­erwartet günstigen Verlauf. Es war, als wenn ihr langes und schweres Leiden durch rasche Heilung entschädigt werden sollte. Der Sanitätsrath zweifelte nicht im mindesten, daß seine Patientin bald wieder ganz wohl und munter sein werde. Er empfahl vor allen Dingen Ortsveränderung, Landlust und erheiternde Gesellschaft.

Ein ungewöhnlich milder Frühling ermunterte zur ersteren; die Landluft aber wehte nirgends ange­nehmer und reiner als auf dem weiter unten am Fluß gelegenen Landgut des Kommerzienraths, und wenn letzterer auch alles Andere alserheiternde Gesellschaft" war, so war da doch Klara's Freundin,