Ausgabe 
26.1.1886
 
Einzelbild herunterladen

43

'reilicE) ein sagte der f baldiger rgen, daß Geschichte Esel von

ächt mehr, chied, und ß der alte de, so be-

wenn Du seine Ehre sagte sie, .Wann

,,Es kann Gewißheit jetzt noch des Nach- ssen sollte, ja möglich, wir nicht

Schwierig­

er.

Du theurer st en Willen anes hängt

noch kurze gehen, lebe

ilte er die dem Hause ne Uhr ge-

Weg zum alrath mög- ert wartete, Ulfen wollte, und blickte ) der Oberst zusammenge- :te.

seine Miene dem schönen

e sie, sich zu

es thörichten agen?"

ich glaubte, e meine Be- nicht wiffen,

>t um Deine

Ich ahnte es." .

Schwerenoth, da sieht man die Heuchlerei!" scherzte er.Und vorhin wurde mir gegenüber be- hau»tet, er sei gar nicht daran zu denken, daß jemals ein Mann dieses arme Mädchen zur Frau begehren werde. Ob ich vielleicht einen solchen Mann kenne? wurde ich mit edler Dreistigkeit ge­fragt. Ra, na, komm Du mir noch einmal mit solcher Heuchelei!"

Aber, lieber Onkel . . ."

Nur keine Rechtfertigung", fuhr er fort.Du hast Alles vorausgesehen, Alles gewußt und Alles hinter dem Berge gehalten. Na, warte nur! Wenn Du noch wenigstens für eine Flasche Wein gesorgt hättest. Muß ich mir da von dem flachsköpfigen Kamecl in Gegenwart Deines Verlobten sagen lasien, mein Kredit beim Weinhändler sei alle geworden."

Ich will sogleich zu ihm hingehen . . ."

Nein, ich gehe selbst", fiel er ihr in die Rede. Ich will ihm einmal zeigen, wo Barthel den Most holt."

Das schlägt in sein Fach", scherzte Fränzchen. Wo er selbst den Most holt, weiß er bereite, aber daß Barthel ihn holt . . ."

Wo er selbst ihn holt? Schwerenoth, es ist Nicht Alles Most gewesen, was wir als Wein trinken, und er fragt sich, ob mein edler Weinhändler jemals Most gesehen hat. Schockmillionen, wenn der Gift­mischer mir den Credit verweigern will wie sieht'S ans in der Haushaltungskafle?"

Tiefe Ebbe!"

Na, in meiner Privatkasse ist es nicht besser; und doch muß heute noch Wein und Champagner ins Haus!"

Aber weshalb denn Champagner? Zwei oder drei Flaschen Wein werden genügen."

Wenn Dein Bruder wieder frei kommt? Kind, das verstehst Du nicht, und wenn auch kein Groschen in der Tasche ist, lumpen lasse ich mich nicht. Ich gehe zu dem Giftmischer, und sorge Du nur, daß die Suppe nicht versalzen wird verliebte Köchinnen sollen ja für Salzverschwendung eine be­sondere Schwäche haben."

Dann nicht mehr, wenn sie erst verlobt sind", lachte Fränzchen.

Nicht?" erwiderte er ebenfalls lachend.Na, das ist ja ein großer Trost für mich. Aber vergiß meine Warnung darum doch nicht, Kind, die Ver­lobten sind zerstreut und in der Zerstreuung ist schon manches Unheil angerichtet worden."

Damit ging er hinaus und, nachdem er im Burschenzimmer eine kurze Unterredung mit Konrad gepflogen hatte, verließ er das Haus, um den Wein­händler darüber zu unterrichten, wo Barthel den Most holt.

Fortsetzung folgt.

Mach Hohem Met.

gleiteHe »en Moritz Lilie.

(Fortsetzung.)

Inzwischen hatte draußen ein Unwetter be­gonnen, wie es in solcher Heftigkeit nur selten auf- tritt. Alle finsteren Mächte des Himmels schienen entfeffelt zu sein, schauerlich heulte der Sturm tu den alten Kastanien vor dem Hause, und der Regen untermischt mit Hagel, schlug mit solcher Gewalt gegen die Fenster, daß jeden Augenblick zu furchten war, sie müßten klirrend zerschellen. Dazwischen rollte unaufhörlich der Donner, leuchteten die Blitze in fahler oder bläulicher Färbung auf, als wollten sie höhnend dem Menschen das Bild der Zerstörung zeigen, das sich in der Natur zu entrollen begann. In der Ferne aber zeigte sich an zwei Stellen ein flackerndes Licht, das größer und größer ward, bis die vom Blitze entzündete verderbliche Lohe hoch emporschlug und ihren grausigen Schein den schwarzen Wolken zurückgab, aus denen sie geboren ward.

Angstvoll folgten die im Zimmer Befindlichen dem Aufruhr, in welchem die Natur draußen be­griffen zu fein schien. Die Baronin lag mit halb­geschloffenen Augen in den Polstern eines Fauteuils, und bei jedem Donnerschlage bei jedem Aufleuchten der Blitze zuckte sie nervös zusammen, - es war schwer zu sagen, ob dies unwillkürlich geschah oder nur simulirt war, um die Aufmerksamkeit auf ihren eingebildeten Krankheitszustand zu lenken. Ihr Gatte aber saß am Tische und hatte den Kopf in beide Hände gestützt; trotz Blitz und Donner war er sanft entschlummert, der reichlich genossene Wem äußerte seine Wirkung. . e3f ,

Alfred hatte neben der Frau vom Hause Platz genommen und erschöpfte sich in Aeußemngen des Bedauerns über bereu leidenden Zustand. Auch Liesbeth hatte sich an die Seite der Mutter gefetzt und das Gesangbuch zur Hand genommen; das Toben der Elemente, oi e in der Ferne brennenden Häuser, die armen Wanderer, die vielleicht auf offener Straße von dem Unwetter betroffen wurden, erregten ihr Mitleid, und ihr kindlicher Sinn sandte in dem frommen Siebe, das sie las, eine innige Fürbitte für die von dem Unglück Betroffenen zum Himmel.

Plötzlich wurden erst leise, bann deutlicher, Huf­schläge hörbar, die von der Straße bis ins Zimmer tönten; gleich darauf erscholl die Hausglocke, mit kräftiger Hand von Jemand in Bewegung gesetzt, der Einlaß begehrte.

Wer könnte das sein, der bei diesem entsetzlichen Wetter zu uns kommt?" fragte Liesbeth, da» Buch zuklappend. ,

Auch den Hausherrn hatte der Schall der Glocke aus dem Schlafe geweckt, wie abwehrend schaute er einige Augenblicke lang um sich, als müsse er sich besinnen, wo er sich befinde, dann blickte er nach der Thür, wo in diesem Momente ein Diener erschien und Herrn von Brehmer meldete.