Ausgabe 
24.4.1886
 
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mir

(Fortsetzung folgt.)

Q

Eduard schrack zusammen.

War das wieder nur eine Sinnestäuschung wie vorhin der hinter ihm vorbeistreichende Schatten? Oder hatte er recht gehört?

Er verhielt sich einen Augenblick ganz ruhig und ' . < ......C7\ AM

hatte. Es mußte also doch wohl eine Täuschung 1 seiner aufgeregten Sinne fein. ,,

Eduard suchte nun mecker unter den Fäßern und da er hier nichts Verdächtiges mehr sand, nach ! der irgendwo verborgenen Thür.

Diese aufzufinden war unendlich schwer, da die Fäßer alle nach den Wänden zu dicht gedrängt und übereinander gethürmt standen.

Er mußte also an allen vier Wänden suchen und dre Fäßer dort weit genug abrücken, um die verborgene

Das schon ließ verrnuthen, daß jene letzte Thür das eigentliche Geheirnnih berge; und um so eifriger war Eduard bemüht, diese Thür zu finden.

Freilich konnte sie ebensowohl unter den H-aßern sich befinden eine Fallthür sein, und dann konnte er tagelang suchen, ehe er sie fand. .

Nach etwa einhalbstündigem Suchen hielt Eduard

sich hören. t

Er suchte hier und dort, da er aber Nichts fand, auch keine Spur von der Anwesenheit eines Menschen, beruhigte er sich mit dem Gedanken, daß eine Katze oder Natten hier ihr Unwesen trieben, denn an Gespenster glaubte Eduard, einfach nicht; er wäre sonst wohl geflohen, anstatt seine Forschungen nach der irgendwo verborgenen Thür fortzusetzen.

Noch nach dieser suchend, drang wieder jenes dumpfe Stöhnen au sein Ohr, jetzt aber viel deut, kicher und aus seiner nächsten Nähe kommend.

Eduard befand sich also auf der richtigen Fahne zu dem Skelett Im Hause, das heißt, zu seinem dunklen Geheimniß. v .

Er arbeitete nun rast, und furchtlos mecker, und endlich hatte er das Faß gefunden, welches die ver. rnuthete dritte Thür verdeckte.

Dies war so arrangirt, daß jenes Faß nur

erschöpft inne.

Er dachte daran, was nun werden solle, wenn es seinem Vater einfiele, auch in dieser Nacht einen Rundgang durch den Keller zu machen, um sich von der sicheren Verborgenheit seines düsteren Geheim.

nißes zu überführen. . ,. .

Aus diesem Zustand stillen Versunkensems wurde

aus irgend einem Theile des Kellers, am aber aus der Erde zu kommen schien.

nud fragte furchtsam:Ist da wer,?

Keine Antwort ertönte und Nichts werter ließ

^^Er mrsüchte den dritten und kleinsten Schlüssel und dieser erschloß die Thür. ..

Nachdem er dieselbe aufgestoßen,, streckte^ er die erhobene Laterne vor, um in den dahinter gelegenen ^Echlbe"lag tieferes der Keller und war nicht größer als ein mittelmäßiges Gemach. , Seu$te stickige Luft erfüllte denselben; es war em teuer. arti$o®ufaleutete auch die Strohschütte in einer Ecke; und als Eduard zu dieser hinableuchtete, er- kamte er ein wimmerndes Etwas, das wo.F nur

deckten." ,

Ich erkenne Euch nicht," sagte er. ,-Zeigt Euer Antlitz, damit ich sehe, ob ich Euchnicht kenne.

Der Andere, ein alter Mann, erhob Jem Antlitz, trotzdem die Augen noch immer bedeckt haltend.

-b-nen r scheinbar auf einem anderen, in Wahrheit aber au;

5 ' | einem Gerüst ruhte, welches den Zutritt zu der Thür gestattete. Vor diesem Gerüst standen mehrere Reiben von Fäßern, eins über dem anderen, so daß ein'oberflächlicher Forscher den Keller Meder, ver- seeiBsäKäs

nntto. Es mukte also doch wohl eine Täuschung | ha e. Eduard jetzt gelangte, war

mit Eisen beschlagen, - ein feuer» und diebessicherer

Gin Osterfest.

Novelette von Th. Hempel.

Noch wehte eine scharfe rauhe Luft, man fühlte, daß der Winter kaum Abschied genommen, um dem Frühling den Platz zu räumen. Spärlich nur wagte das erste Grün sich an das Tageslicht. Vereinzelt kehrten die Vöglein heim aus dem fernen Süden,

.Allmächtiger!" stammelte Eduard. Und mck versagender Stimme fragte er:Ist Jemand da unten in dieser Pesthöhle?"

Ein dumpfes Stöhnen gab Antwort.

Fa, es war ein Mensch, der sich da in Schmerzen auf elender Strohschütte wand und sich die Augen mit den Händen bedeckte, welche das lang entbehrte Licht nicht zu ertragen vermochten. , WKMMMMs | ä "

welches mit Bestimmtheit auf em lebendes Wesen bie wenigen Stufen hinab und be-

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