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* ihren wundervollen leider ungenießbaren Gerichten, die int geeigneten Moment durch das 12-Kreuzer- Dmer der Mutter Jenitzsch ersetzt werden sollten, dem indessen heute eine ganz besondere Sorgfalt ge- wtdmet worden war. Unter den Klängen des Glockenspiels, das von dem nahen Schloßthurm er* törne, hielten die beiden Frstgenossen, deren Neu* grerde ganz bestimmt noch viel größer war, als ihr Appetrt, ihren Einzug in das Haus der kleinen Ocysengasse. Weber hieß die Freunde mit ernster Miene einzuireten. Doch der Anblick, der ihnen da geworden, bannte beide auf der Schwelle und nur ein „Ah" der freudigsten Überraschung vermochten sie auszustoßen.
„Nun zu Tische und laßt's Euch schmecken" lud Weber die Genossen freundlich ein.
, "Pappe, Pappe! wahrhaftige Noten-Makulatur mit Kleister!" schrie da plötzlich Gänsbacher mit eitlem Gemisch non, ärgerlicher Enttäuschung und grimmer Freude auf. Von der gebratenen Gans unwiderstehlich angezogen, hatte er sich dieser genähert, mit einem Messer wohl ihr Alter geprüft und hielt nun da» imitirte Geflügel hoch empor und drohend dem falschen Freunde entgegen.
„Wahrhaftig - Pappe!" sagte jetzt auch Meyer* beer, der ebenfalls näher getreten war und die Früchte der Hesperiden-Gärten untersucht hatte. „O Du Schalk!' wandte er sich an Weber, dabei gar lustig lachend, „Eulsnspiegel selbst hätte es nicht besser fertig gebracht, uns und unfern üppigen Appetit so zum Besten zu haben und dafür zu strafen. Pappe, der Champagner — alles — alles nur Kleister und Pappe!"
In diesem Augenblicke klopfte es ziemlich stark an der Thür der Stube. Die Drei schraken ordentlich zusammen und noch halte Weber nicht sein ,,Herein!" rufen können, als der Eingang sich schon öffnete und ein Hoflakai mit einem großen geschlossenen Korbe in das Zimmer trat.
„Ich komme im Auftrag Sr. Königlichen Hoheit des Großherzogs, die dem Hofopernthcater entliehenen kaschirten Eßsachen wieder in Empfang zu nehmen", so sagte der Mann zu den Musikern, denen es be* reits recht unbehaglich zu Muths werden wollte. Zugleich öffnete er den Deckel des riesigen Korbes, um seinen Worten die That folgen zu lassen, doch fuhr er dabei auch in seiner wohlgesetzten und nunmehr auch merkwürdigen Rede also fort: „Dafür sendet Allerhöchst Derselbe Herrn von Weber ein Diner aus der Hosküche und läßt dazu dem Abu Hassan — so glaubte ich sagte der Großherzog — und dessen Tifchgenossen guten Appetit wünschen, ver* hoffend, daß es ihnen besser munden werde als die pappenen Gerichte des Pfersdorf."
Redaktion: A. Scheyda. — Druck und Berlsg der Brühl'schen Druckerei (Fr, Ehr. Pietsch) in Gießen.
übernommen und Zugleich den Befehl gegeben, das langst außer Gebrauch gekommene fürstliche Opern- haus, inst 100 Jahre vorher errichtet, wieder in ®f™b U setzen. Der Buchbindermeister Pfersdorf, welcher Weber manchen hübschen Dedikations-Einband em emagirter Theaterfreund, war zum Requisiteur ernannt worden und arbeitete nun Tag und Nacht an der Herstellung von Fahnen, Rüstungen, Waffen und kaschirten Sachen, die für b Abstellungen nothwendig waren. Da standen zum Bühnengebrauch fix und fertig, in ^shen und naturgetreu bemalt, gar appetit- A, ausschauende gebratene Enten, Gänse und SntJTx e7 Mau seinem natürlichen ' ^^chMstM' sodann Fische aller J MJ^en unb Schalen mit Früchten und Back- werk. „Die müßt Ihr mir für eine Stunde leihen, Weber zu dem überrascht drein-
^chbmder-Rcquisiteur und begann dann, 9 n„?ak GKtmniß seines Scherzes einzuweihen. h. fc^nöo Großherzog, wenn der just während dieser Zett käme? Na, das Donnerwetter! — es'
N unb Kragen gehen! entgegnete .S^6 nber- Doch Weber wußte solche wtchttge Grunde für das Nichtkommen des hohen 5,^!'gerade während dieser Stunde anzuführen £ lange, bis Pfersdorf sich endlich für Oe, rrunb seine Meisterwerke in Weber's Nnung schaffte. In der fröhllichstm Stimmung kehrte er in seine Werkstatt zurück, sich in Gedanken ?"nen, welche nun folgen mußten, ausmalend und gewiß auch lebhaft bedauernd, nicht £b°be. sem zu können. Doch Entsetzen! beim Ueberschreiten der Schwelle seines Heiligthums — Lwarals obein Blitz vor ihm eingeschlagen und ihn gelähmt hatte — sah er den Großherzog mitten m seinem Atelier stehen und staunend auf die leeren stellen der Regale schauen. Der Fürst verlangte ®Ubeo'ben ^bleib der kaschirten Eßgegm- stände. Eine Lüge würde die Lage nur verschlimmert haben, und so entschloß der arme Buchbinder sich S b^‘ allergnädigsten Herrn die reine dabei auf dessen allbekannte bauend. Der Großherzog machte zwar anfänglich ob dieses unerwarteten und seltsamen Benchts em fmsteres Gesicht, doch nach und nach JÄ? ?ine Mienen sich auf und endlich lachte er gerade so lustig, wie einige Stunden vorher Pfersdorf über das tolle Vorhaben Weber's gelacht hatte. „Ein ganz verfluchter Kerl, dieser kleine Weber", sagte er dabei, „hätte ihm vieles, doch einen solchen Husten Emfall nicht zugetraut. Doch - Dünner £ bet Teufel!" fuhr er plötzlich sehr ernst auf, I 'ift’Ä £ b°ch gleich in's Mittel legen, ^ststnddte drei tollen Musiker im Stande, mir meme kostbaren Requisiten anzubeißen und zu rui- nire^, Damit eilte der Großherzog hinaus. —
Die Mittagsstunde war da. In der Wohnung Webers prangte die reichgeschmückte Festtafel mit


