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Und der Rommel hat mir doch das feste Ver­sprechen gegeben ihn da läutet'«, sieh' zu, Car- lotta, nur für ihn bin ich zu sprechen."

Die kleine Zofe eilte hinaus; sie kehrte nach einigen Minuten zurück und legte ein Notenheft auf den Tisch.

Der Theaterdiener", sagte sie, das blonde Lsckenköpfchen schüttelnd,er hat eine neue Rolle gebracht; der Director läßt die Signora bitten, sie heute noch durchzusehen"

Und so weiter, ich kenne ja die stereotype Redensart", unterbrach die Sängerin sie ungeduldig, während sie eine mit Brillanten geschmückte Uhr hervorzog und einen Blick auf das Zifferblatt warf.

Und wenn der Herr Landrath kommt?" fragte Carlotta mit schelmischem Lächeln.

Wird abgewiesen!"

Wie grausam! Wenn Sie wüßten, Signora, welche Ueberraschung Ihrer wartet, Sie würden heute gewiß Erbarmen mit ihm haben."

Die dunklen Augen hefteten sich forschend auf dar hübsche Gesicht der Zofe.

Und was weißt Du von dieser Ueberraschung?" fragte sie.

Der Banquier Morgenroth hat's ausgeplaudert, er war gestern Abend hinter den Couliffen."

Zur Sache, Carlotta!"

Der Landrath hat einen kostbaren Diamant­schmuck bestellt, er soll tausend Louisd'or kosten."

Und dieser Schmuck soll mir zugedacht sein?" fragte sie.

Der Landrath will ihn heute bei dem Juwelier in Empfang nehmen."

Vielleicht ist er für seine Frau bestimmt."

Ein silberhelle« Lachen war die Antwort Car« lotta's auf diese Bemerkung.

Daran glauben Sie selbst nicht, Signora", sagte sie.Der Herr Landrath hat ja oft genug angedeutet, wie gleichgiltig ihm seine Gemahlin ist."

Und darüber kannst Du spotten?" fragte die Sängerin in vorwurfsvollem Tone.Ich verachte diesen Mann, der"

(Fortsetzung folgt.)

Migflm.

Erzählung von Th. Hempel.

(Fortsetzung).

O diese Pftngstreisen! Eisenbahnunqlücksfälle, überfüllte Gasthäuser, nirgends ein Plätzchen zu un­gestörtem Naturgenuß, überall lärmende, schreiende Menschen, welche ihre Festfreude nur darin suchen, des Guten im Trinken zu viel zu thun und zuletzt, al» Dämpfer auf da» Vergnügen, noch ein tüchtiger Platzregen. Run, wenn alle Menschen wie von der Tarantel gestochen sind, sollten wenigstens die Aerzte

vernünftig sein und zu Hause bleiben, um bei den unvermeidlichen Unglückssällen am Platze zu sein."

Der alte Herr mußte erst seinem Aerger Luft machen, ehe es Erich gelang, ihm seinen Freund vorzustellen, welcher lächelnd sagte:

Auch ich gehöre zu den Fahnenflüchtigen, Herr Forstmeister, ich konnte der Verlockung nicht wider­stehen, die Festtage hier im Heim meines liebsten Freundes zu verleben. Sollte es Ihnen wünschen»« werth erscheinen, ärztlichen Rath zu hören, so bin ich gern bereit meinen abwesenden College« zu ver­treten und die Ehre unsres Standes zu retten."

Der Forstmeister nahm sein Anerbieten dankbar an und bat für den nächsten Morgen um seinen Besuch, doch der Doctor bat:

Sie werden mir gestatten, mich sogleich von der Verletzung zu überzeugen möglicherweise finde ich ein Mittel, die Schmerzen schnell zu stillen."

Der Forstmeister wollte Alfred begleiten, nahm aber dankbar Erichs Anerbieten an, den Freund zu führen, bis er das Ziel nicht mehr verfehlen könne und blieb bei der Gesellschaft.

Run, viel Glück zu Deiner Cur", sagte Erich, als er sich vom Freunde trennte, , aber Fräulein Anna hätte wirklich warten können, bi» morgen, Du warst so hübsch im Zuge mit dem Tanzen."

Der Arzt darf nicht zögern, wenn seine Hülfe gewünscht wird, eile, daß Du zu Deinen Gästen zurückkommst, sie werden Dich schmerzlich vermissen." Alfred schritt in den Wald hinein. Aufhorchend blieb" er stehen, klang e« nicht wie der schnelle Schritt eines Pferdes? Ritt sie wieder durch den Wald trotz ihres gestrigen Abenteuers, durfte er noch einmal in ihre Augen blicken? Ach nein, es war nur eine Täuschung, so viel er auch lauschte. Nur der Ge­sang der Vögel und das leise Rauschen der Wipfel droben in den Bäumen, drang in sein Ohr. Eine Weile stand er still, dann erwachte er zum Bewußt­sein der übernommenen Pflicht und setzte nun um so schneller seinen Weg fort.

Bald machte ihm Hundegebell bemerklich, daß er am Ziele sei, er stand vor dem Forsthaus, idyllisch mitten im Walde gelegen, bis hinauf an das Dach dicht mit Epheu bewachsen. Auf der Bank dicht vor der Thür feierte eine Dienerin den Ruhetag durch ein Schläfchen. Erweckt durch da« Gebell fuhr sie auf, griff nach ihrem Strickstrumpf und sah den Nähertretenden verschlafen an. Auf seine Frage nach dem Fräulein, welches er als Arzt zu besuchen komme, führte sie ihn in das Haus und verschwand in einer Thür, bald erschien sie wieder und bat ihn einzutreten.

Es dauerte einige Zeit, ehe er sich in dem matt erhellten Zimmer zurechtsand, dessen Fenster durch den an der Wand emporstrebenden Epheu verhüllt waren. Eine schlanke Gestalt erhob sich au« einem Seffel und trat ihm einige Schritte entgegen. Träumte er denn noch immer? Nein er wachte und jubelnd rief eine Stimme in seinem Innern: