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kabinet, und ich werde Ihnen Alles sagen, was Sie jetzt zu wiffen nöthig haben."

Als dieser Zimmerwechsel vollzogen und der Kommerzienrath sich seines Oberrockes entledigt hatte, fuhr dieser fort:Ich sagte Ihnen, daß der Tag vielleicht nicht mehr fern sei, wo ich Ihnen mein ganzes Vertrauen schenken und dagegen Ihre ganze Treue fordern werde. Ich hatte dabei einen späteren Zeitpunkt ins Auge gefaßt und auch einen anderen Gegenstand. Das hat sich nun durch diese uner­wartete Begegnung ganz anders gestaltet. Jemand, den ich längst gestorben und verdorben wähnte, taucht da plötzlich vor mir auf, und zwar aus meinem eigenen Hause. Ich sah seinen lechzenden Blick und seine drohend geschwungene Faust hinter Eisenstäben o, mein Gott!"

Der erregte Sprecher sank stöhnend in einen Sessel und bedeckte auf einen Augenblick sein Gesicht mit beiden Händen.

Und der erinnert mich", sagte er dann, empor­springend und unstät umher blickend,an ein Traumbild, welches mich verfolgt seit seit längerer Zeit und mich mir selbst so hinter Eisenstäben zeigt in einem Irrenhaus. Sie lächeln! Ja, ja es ist auch Thorheit, an so Etwas zu glauben, denn Träume sind doch Schäume nicht wahr, Duprat? Und dennoch wenn man auf eine so unerwartete, wie schreckliche Weise, an dieses Traumbild erinnert wird, dann krampft sich Einem das Herz zu­sammen und hier oben im Kopfe beginnt's zu wirbeln. Aber das war es nicht, was ich sagen wollte, vorausgesetzt, daß Sie mir zuschwören, Duprat, was Sie mir zehnmal zu verstehen gegeben, daß Sie nämlich mit mir stehen und fallen wollen, siegen oder untergehen"

Mein Leben für das Ihre!" rief Duprat eifrig.Wer ist es, der Sie bedroht? Ich erwürge ihn mit diesen meinen Händen."

Recht so!" rief der Kommerzienrath, ihm warm die Hand drückend.Ein Elender ist es, und leider der Mitwisser einer Schuld, die mit Centnsrschwere auf mir lastet und sortzeugend nur Böses ge­boren hat." (Fortsetzung folgt.)

Wierteöen im Harten.

Nach langem Winterschlafs ist die Erde auf's Neue erwacht und unter dem warmen Hauche des Frühlings regt sich's überall zu frischem Leben und bald wird im großen Reiche der Schöpfung wieder volle Bewegung und Thätigkeit herrschen. Alsdann bietet sich auch für den Naturfreund wiederum Stoff in Hülle und Fülle zu den intereflantesten Studien, Beobachtungen und Betrachtungen dar. Zu diesem Zwecke braucht er aber gerade nicht imnier draußen

in Wald und Flur herumzustreifen, auch der Haus­garten stellt sich als ein dankbares Feld für die mannigfachsten Beobachtungen namentlich in Bezug auf die Thierwelt dar und hierbei erscheint es be­sonders merkwürdig, wie zahlreich und buntgemischt die Zahl der Gäste ist, welche sich im deutschen Haus­garten einzunisten pflegen. Am wenigsten zahlreich finden sich hier Säugethiere vertreten. Dieselben werden meistens nur durch den Maulwurf, die Wühl­oder Gartenmaus und die Waldmaus vertreten, aber alle drei hinterlassen sehr ausgeprägte Spuren ihrer Thätigkeit, denn sie sind ausgemachteWühl- Huber" und von deren Thätigkeit pflegen die Garten­besitzer gerade nicht erbaut zu sein. Viel erwünschter kommen denselben da die Vögel, welche ihr Heim mit int Garten aufzuschlagen pflegen. Wie es die Meisen, Finken, Grasmücken, Rothschwänzchen u. s. w. thun. Sie erfreuen nicht nur durch ihren Gesang, sondern machen sich auch durch ihre Thätigkeit äußerst nütz­lich, denn sie räumen gar wacker unter den mancher­lei Feinden der Gartenerzeugniffe auf und im In­teresse der Gartenbesitzer selber kann es daher nur liegen, wenn sie die Singvögel im Garten hegen und schützen. Nützliche, wenn auch etwas unange­nehme Besucher des Gartens sind ferner verschiedene Schleicher" undReptile"; da finden sich die Blind­schleiche, die Eidechse, der Laubfrosch, die Ringel­natter, die häßliche Kröte sie alle machen Jagd auf allerhand schädliche Käfer, Schnecken u. bergt, und verdienen daher den Namen tüchtiger Garten­polizisten.

Bei weitem am meisten vertreten findet sich im Garten natürlich das große Heer der Insekten vor, von deren Vertreter sich allerdings nur wenige seitens der Gartenbesitzer einer freundlichen Beurtheilung zu erfreuen haben, wie einige harmlose Abend­schmetterlinge, die leuchtenden Johanniswürmchen, die fleißigen, honigsuchenden Bienen und Hummeln. Dagegen werden die verschiedenen Käferarlen mit unbedingtem Mißtrauen betrachtet. Schon der prächtig-grüne Goldkäfer, der sich gern in den Blumenkelchen herumtreibt, gilt als ein unangenehmer und unnützer Gast, noch mehr aber der Maikäfer, der ja die schönste Kirschblüthe vernichten kann. In recht üblem, leider nur zu gerechtfertigten Rufe stehen die Rüsselkäfer, deren der Garten, gleich dem Walde, verschiedene Arten beherbergt und die zum Theil den Obstbaumknospen, zum Theil den Blättern der Obstbäume schaden; ein böser Gartenschädiger ist auch der Himbeerkäser, welcher die würzigsten Früchte mit ekelhaftem Moderstoff überzieht. Ge­fährliche Feinde der kreuzblüthigen Pflanzen, be­sonders der Radieschen, sind die Erdflöhe, eine Art kleiner, springender Käfer, die sich nur schwer ver­tilgen lassen.

Für Schmetterlinge ist der Garten ein beliebter Tummelplatz, aber wenn sich auch die Kindelwelt an diesen Gauklern der Lüfte ergötzen mag, so weiß doch der Erwachsene, daß manche Schmetterlings- arten den Obftbä umen und Gartengewächsen sehr