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eines späteren Tages sagen. Zunächst habe ich ein Interesse daran, Ihren Entwickelungsgang aus der Nähe zu beobachten und Sie als guten Kameraden vor Schaden zu hüten."

Davor hüte ich mich schon selbst. Auch können Sie die Gestaltung meiner Zukunft ruhig mir über- lasien. Ich kann Ihres Rathes und Ihrer Theil- nahme entbehren."

Sie sind noch jung. Vielleicht werden Sie eines Tages einen Freund brauchen."

Ich danke, ich habe an dem einen falschen Freunde genug."

Riston ließ sich aber nicht abweisen und auch nicht ausweisen. Er wollte in der Nähe bleiben.

Gut denn", sagte Duprat, als er sah, daß seine Unterredung Nichts fruchtete.Wenn Sie durchaus mein Freund sein wollen, dann gefährden Sie mich momentan nicht weiter durch Ihre Gegenwart. Halten Sie eine Unterredung für nothwendig, so genügen ein paar Zeilen unter Couvert, um mich in wenig Stunden zu Ihnen zu rufen. Benöthige ich Ihrer, so weiß ich Sie zu finden."

Ganz recht", sagte freundlich zustimmend Riston. Ich habe auch daran gedacht und Ihnen einen zweiten Schlüssel angefertigt, der zu der Ihnen be­kannten Seitenthür des öden Hauses paßt. Es würde mich sehr freuen, wenn Sie recht bald und häufigen Gebrauch davon machten."

In Duprat's halb verdeckten Augen blitzte es auf wie von einer teuflischen Freude. Er griff nach dem Schlüssel und ließ ihn in seine Tasche gleiten.

Gut", sagte er.Ich werde kommen. Aber nun, Adieu!"

Riston ging, in seinem Herzen noch für Den­jenigen besorgt, der seiner Liebe mit so viel Kälte begegnete. Er ging zur Seitenpforte hinaus, wo er auch herein gekommen. Frank hatte ihn nicht passiren lassen wollen und ihn dann ins Haus be­gleitet, wo er bei ihm blieb, bis Jonas kam und ihn zu Herrn Duprat führte. Ohne dem Pförtner noch ein Wort zu gönnen, ging Riston hinaus.

Draußen vor der kleinen Gitterthür blieb er einen Augenblick unschlüssig stehen, als wenn er nicht wisse, wohin er sich wenden solle. Im Begriff, den Weg nach demFuchsbau" einzuschlagen, kam ein auf Gummirädern laufender Wagen herange­flogen, und so rasch und für den sinnenden Riston unhörbar, daß er zurückspringen mußte, um nicht überfahren zu werden.

Frank's Ohr war besser gewöhnt. Er hatte den Wagen kommen hören und öffnete schon das große Gitter, so daß jener kaum zum Halten kam.

In diesem flüchtigen Augenblick hatte Riston aber einen Blick in das Innere des Wagens ge­worfen und Etwold der saß darin naturge­mäß auf Denjenigen geblickt, der da vom Wagen- fchlag zurücksprang. Beider Augen begegneten sich und Beide erbleichten, Etwold in Furcht und Riston vor wahnsinniger Wuth.

Noch ehe dieser zur Besinnung kommen konnte,

lag das hohe, unübersteigbare Gitter zwischen ihm und demjenigen, dessen Anblick ihn so mächtig er­regt hatte.

Er packte dieses Gitter und starrte mit dem Ausdruck des enttäuschten Raubthieres auf die ent­rückte Beute. Etwold aber blickte scheu zu ihm hinüber, als er an der Seitenpforte ausstieg. Er sah jenen Ausdruck Riston's und seine drohend ge­schwungene Faust; und fast schien es, als wenn er sich beeile, in den sicheren Schutz des Hauses zu kommen. Riston entfernte sich ebenfalls rasch in einer anderen Richtung.

Währenddessen hatte Duprat mit Jonas eine kurze und bündige Auseinandersetzung gehabt, in dem Ersterer seinem vertrauten Untergebenen klar zu machen suchte, daß es in seinem Interesse läge, sein Glück im Auslande zu versuchen, wozu er, Duprat, ihm behülflich sein wolle wegen seiner mehreren und brauchbaren Dienste im Wege der Entwickelung gewisser Vorgänge und geheimer Unter­redungen im Etwold'schen Hause, denen Duprat als Zeuge nicht immer beiwohnen konnte.

Aber Jonas hatte merkwürdiger Weise dieselbe Anhänglichkeit an den Prokuristen bewiesen wie Riston. Auch er konnte es nicht über sich gewinnen, seinenedlen Gönner" zu verlassen. Nur verstand er Duprat's ganze Art besser, und die gemeinste Schmeichelei war ihm nicht zu verwerflich, um damit sein Verbleiben in Duprat's Diensten zu erwirken. Dies ward benn auch in Gnad n gewährt und un­begrenzte Beförderung in Aussicht gestellt, wenn Jonas seinem Versprechen nachkommen und ganz in dem Dienste Duprat's aufgehen werde.

Jonas ließ eben ein empfangenes Goldstück schmunzelnd in seine Tasche gleiten, als der Kommer- zienrath in großer Erregung hereinkam. In seinem Antlitz las Duprat, daß etwas ganz Außerordent­liches vorgegangen sein müsse. Er gab deshalb Jonas, den der Chef gar nicht gesehen hatte, einen heimlichen Wink, sich eiligst zu entfernen. Ehe Etwold sich umwendete, war dies geschehen.

Herr Kommerzienrath" sagte Duprat in banger Erwartung.

Duprat", zischte der, ihn am Arm packend und sich scheu umsehend.Duprat soeben war em Mensch hier"

Was? Wie?" fuhr jener zurück.

Leugnen Sie nicht!" rief Etwold gedämpft. Ich sah ihn hier aus dem Gitter kommen, indem ich zufällig von Weitem nach dem Haus herüber­blickte; er war also hier."

Ja, aber wer denn nur?" fragte Duprat, noch unschlüssig, ob er bekennen oder ableugnen solle.

Wer? Mein Todfeind!" zischte Etwold,der vernichtet werden muß, wenn ich Ihnen und meinen Kindern erhalten bleiben soll."

Allmächtiger Gott!" rief Duprat bestürzt.Herr Kommerzienrath meinen"

Ruhig, Duprat, ruhig", sagte Etwold be­sänftigend.Kommen Sie mit nach meinem Privat-