Zneßener Jamilienbtätter.
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Mx, 34 Samstag den M. März. 1886.
j Zeit; glückliche Spekulationen eröffneten mir jetzt die Aussicht, nach Jahr und Tag zurückzukehren und meinen einmal abgewiesenen Antrag zu erneuern.
Die Iakschmünzer.
Criminal-Roman von Gustav Lössel.
Hiervon kann jetzt aber die Rede nicht mehr sein, und mein verfrühtes Erscheinen hier hat einen Grund, welchen ich nicht öffentlich nennen darf, ohne Ihren Vater in die Gefahr zu bringen, sofort
(Fortsetzung).
Klara nickte stumm und schwermüthig.
drohender Verwickelungen."
„Und was antwortetest Du?"
„Daß es mir sofort nicht möglich sei, eine heimliche Zusammenkunft zu bewerkstelligen; wenn Martin aber am Abend unter einer bestimmten Verkleidung zum Maskenball kommen wolle, so könne eine Unterredung im Wintergarten stattfinden."
„Im Wintergarten?" Etwold rang nach Aihem. „Weiter!"
„Ich sagte ferner, daß es bei uns nicht üblich sei, den Zutritt von Gästen durch Einladungskarten zu kontroliren. Wir nähmen einfach an, daß nur die Geladenen kämen, da ja nur diese Kenntniß von dem Feste haben könnten. So mußte natürlich auch Martin ungefragt passiren."
„Natürlich!" warf Etwold ungeduldig ein. „Und welche Maske führte er?"
„Schwarzer Domino mit rothseidener Maske. Das sollte für mich zugleich ein Erkennungszeichen sein. Es waren noch viele schwarze Dominos da; doch nur dieser eine trug eine rothseidene Maske."
„Und die Begegnung? —"
„Sie fand statt."
„Und Martin Forster? - er sprach Dir von der Million, die er gewonnen —"
„Er that es und zeigte mir eine mit Banknoten gefüllte Brieftasche; aber er that es in einer höhnischen beleidigenden Weise, wie man Jemandem etwas hinhält, mit dem man seine Begierde reizen, das man ihm aber nicht geben will. Diese Anmaßung empörte mich; ich sagte, daß ich keine Million von ihm begehrt habe und von ihm auch nichts annehmen würde. Ob er nur deshalb von Amerika gekommen, um mich zu beleidigen."
Er entschuldigte sich aus Gründen seiner inneren Erregtheit.
„Fräulein Etwold", sagte er, „ich will ganz offen gegen Sie sein und erwarte von Ihnen die gleiche Aufrichtigkeit. Ja, ich bin reich geworden in kurzer
-Wie hätte es auch anders sein können", fuhr sie fort. „Aber merkwürdig, daß ich keinen Augenblick etwas von der Freude des Wiedersehens empfand; vielmehr war es ein schwer bedrückendes Gefühl, welches sich da meiner bemächtigte, gleichsam die Vorahnung
verhaftet zu werden."
„Wie? Was?" fuhr Etwold auf. „Verhaftet? Ich?"
Klara schlug die Hände vor's Gesicht. „Ja, ja", stöhnte sie, „das waren seine Worte. Entsetzliche Worte, nicht wahr? Und ich wollte, daß ich sie nie gehört hätte."
Eine kurze Pause trat ein. Beide Personen bedurften eines Augenblicks der Ruhe, um sich zu sammeln. Etwold gewann zuerst seine Faffung wieder.
„Weiter!" sprach er mit versagender Stimme. !"
„Ich verlor im ersten Ansturm meiner Gefühle die Fassung", fuhr Klara fort, „und fand keine Worte, um einer so niederschmetternden Anklage zu begegnen. Martin Forster aber faßte mein Verstummen und meine tödtliche Verlegenheit als Schuldbewußtsein auf. „Hai" rief er, „sieht es so? Befindet sich die Tochter in der gleichen Schuld mit ihrem Vater? Und daher Ihre Verlegenheit — und darum dieser eisige Empfang? Gestehen Sie es nur, Sie wußten gleich, als Sie meinen Brief bekamen, warum ich diese Unterredung forderte, und schoben sie nur auf, um Zeit zu gewinnen und sich mit Ihrem Vater zu besprechen. Vielleicht soll ich auch, wie mein unglücklicher Vater verschwinden, spurlos, was bei mir, der ich kaum zurückgekehrt und hier ganz fremd geworden bin, noch weniger auffallen würde, als bei ihm. Und dazu wäre die Nacht allerdings bester geeignet als der Tag."
„In diesem Tone sagte er noch Vieles, was mir völlig unklar war. Nur so viel lernte ich aus seinen wirren Reden verstehen, daß er gekommen war, um das Schicksal seines vor Jahr und Tag verschwundenen Vaters zu erforschen, und daß er Dich, Papa, dafür verantwortlich machte."
Etwold entfärbte sich. „Mich?" hauchte er. Und seine Augen richteten sich mit einem Ausdruck stummen Entsetzens auf seine Tochter.
Diese nickte zustimmend.
„Nicht nur", sagte sie, „daß er Dich dafür ver- ' antwortlich machte, da sein Vater zuletzt in Deinen Diensten gestanden, nein, er beschuldigt Dich geradezu,


