Ausgabe 
18.11.1886
 
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Die Lobte Mama schläft in der Erde", sagte, sie ruhig,sie war so traurig, weil Papa nicht kam. Aber Vera hatte nichts zu essen diese Mama ist bester I"

Das Kind hatte die letzten Worte sehr entschieden gesagt und wandte sich jetzt wieder zu ihrer Puppe.

Natalie seufzte unwillkürlich.

Was wollen Sie?" sprach der Notar»sie haben es Beide jetzt besser, die tobte Mutter und das lebende Kind. Gott hat es gut mit ihnen ge­macht."

Indem er es zuließ, daß jene Unglückliche er­mordet wurde?" rief Natalie in edler Entrüstung, nein, mein Freund! ich denke größer von dem All­gütigen, besten geheimnißvolles Walten wir nicht be­greifen können."

Nun wohl, damit geben Sie Alles zu, meine kleine Criminalistin! wir sind uns selber ein Räthsel, wie sollten wir es wagen dürfen, den Rath- fchluß des Ewigen erforschen zu wollen?" versetzte der Notar ernst.Trost allein giebt uns der Glaube an die göttliche Liebs, welche selbst dem Wurm zu Theil wird, und ich wiederhole das Wort aus voller Ueberzeugung, daß die Vorsehung es wohlgemacht hat mit Mutter und Kind."

Als er sich der Thür zuwandte, wurde diese von dem Wirth geöffnet, dem ein einfacher junger Mann folgte.

Der Herr Notar ist noch da", sprach Möller erfreut,komm' nur herein, Henning! Sehen Sie, dies ist der Sohn eines guten Freundes von mir, Herr Notar! nämlich von dem Hutmacher Henning aus Altona. Na, erzähle nur dreist von der Leber weg, Heinrich, mein Junge ich bin nämlich Ge­vatter zu ihm der Herr Notar ist just der rechte Mann dafür. Ich geh' wieder nach vorne, wo es sonst zu bunt wird."

Er verlieh bei diesen Worten die Stube, während der junge Hutmacher, welcher beim Anblick der Dame seine Fastung zu verlieren schien, nicht wußte, wie er beginnen sollte.

War haben Sie mir mitzutheilen, mein Freund? * fragte der Notar,hat's Eile oder wollen Sie lieber morgen auf mein Bureau kommen?"

Wenn es Ihnen lieber fein sollte, Herr Notar!" versetzte der junge Mann verlegen,sonst wollte ich Ihnen nur erzählen, daß ich vor einiger Zeit, just an demselben Abend, als die» Kind zu Möller's kam, beim Rödingsmarkt einen Mann aus einer rasch dahinfahrenden Droschke springen und eiligst sich entfernen sah. Es regnete immerfort, aber der Mann interessirte mich auf einmal ganz merkwürdig, so daß ich ihm dicht auf der Ferse blieb er sah seiner Kleidung nach wie ein Arbeiter aus und ging, als von der Droschke nicht» mehr zu sehen war, langsam weiter. Ich hielt mich dicht hinter ihm, bis er auf einmal wie in den Boden hinein ver­schwunden war, und muß dabei noch bemerken, daß er einen wunderlichen Cours nahm und sozusagen einen Zickzackweg einschlug. Ich stand bald darauf

vor einem Bretterverschlag in der Nähe der Nicolai- kirche, wo ein Neubau ist. Halt, dachte ich, viel­leicht ist der Cujon dahinter verschwunden; ich ging also rings herum, bis ich an eine lose Planke griff, die einen Mann gut durchlaflen konnte. In diesem Augenblick kam unglücklicherweise ein Polizeibeamter daher, der mich verdächtig genug auf'« Korn nahm, so daß ich mich" hurtig um die Ecke drückte."

Al» die Polizei nicht mehr zu sehen war, ging ich wieder dreist hin, weil ich meinen Kopf darauf gesetzt hatte, den verdächtigen Fahrgast zu entdecken."

Sie hätten den Polizeibeamten auf ihn auf­merksam machen sollen", fiel der Notar etwas unge­duldig ein.

Der Hutmacher lächelte überlegen.

Das wollte ich nicht riskiren, Herr Notar! mit der Polizei ist nicht gut Kirschen essen. Als ich wieder nach der losen Planke suchte, ging auf ein­mal ein feiner Herr an mir vorbei, dessen Schritt ich nicht gehört hatte, obschon die Leute alle auf dem anderen Trottoir gingen, weil es hier beinahe grundlos war. Ich erschrak wie ein Dieb, weil er mich scharf ansah, und dachte mir, daß e« wohl am Ende klüger"

Ja, lieber Freund I" unterbrach ihn der Notar, nach seiner Uhr sehend,ich muß Sie bitten, sich kürzer-zu fassen, in dieser Weise sehe ich kein Ende von Ihrer Geschichte."

Der junge Henning, welcher seine Scheu vor der Dame überwunden, war nun einmal im Zuge und fuhr triumphirend fort:Nur einen Augenblick Geduld, Herr Notar! es wird interessant. Der vor­nehm aursehende Herr schritt sehr eilig weiter und ich schlug auch einen anderen Weg ein, bis die Luft wieder ganz rein war. Da drängte ich mich endlich durch die Planke und suchte nun nach meinem ver­dächtigen Passagier umher, keine Idee mehr von dem Cujon, er war richtig verduftet. Der Bau war schon unter Dach, gewiß war er drinnen; ich bin Soldat gewesen, Herr Notar, und hab' Courage wie Einer, so etwas ist denn nach meinem Gusto. Ich hinein, zünde mir drinnen ein kleines Wachslicht an, das ich immer in der Tasche habe und leuchte vorsichtig umher. Da liegt in einer Ecke eine Dlouse, eine Jacke und eine ditto Mütze, wie die Arbeiter sie tragen. Alle» so in der Eile hingeworsm, neue Sachen, als ob sie eben erst gemacht wären. Das wirft kein Arbeiter so hin, dachte ich mir, und beleuchtete e» von allen Seiten. Schon will ich wieder abtrollen, als ich noch einmal umherleuchte und etwas Blankes sehe, dieses Medaillon, Herr Notar!"

Er zog das kleine Schmuckstück aus der Tasche und überreichte es dem Notar, der hastig darnach griff-

Ah, jetzt wird Ihre Geschichte interessant", sagte Willing, da» Medaillon betrachtend, während auch Natalie neugierig zu ihm trat. Er öffnete dasselbe nach mehreren vergeblichen Versuchen mit einem kräftigen Druck und erblickte ein feingemaltes Frauen»

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