Ausgabe 
18.3.1886
 
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Hießener Z-amilienbläller.

Aellktristisches Zeidlatt Mm Meßmer ARzelger»

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33 Donnerstag den 18. März. ______1886.

Are Aakschmr'mzer.

Cr'.minal-Noman $on Gustav LSssel.

(Fortsetzung).

Zuvor noch ein Wort im Vertrauen", wandte Dryden ein.Was machen wir im Falle des Ge­lingens unseres Planes mit Niston?"

Dem Verfertiger der Platten hm."

Riston ist vertrauenswürdig, aber in diesem Falle doch eine unangenehme Beigabe. Er wird seinen Antheil haben wollen."

Den Teufel soll er das! Kennt er mich denn?" Nein."

Und Du wirst ihm auch von unserem Vor­haben nichts sagen?"

Nicht eine Silbe. Aber der Mensch ist mein böser Dämon. Er heftet sich an meine Fersen und folgt mir, wohin ich gehe, denn er weiß wohl, daß seine Kunst ihm nichts helfen würde, wenn er mich nicht mehr hätte."

Warum? Was ist er für ein Mann?"

Ein verkommenes Genie, das ich auf die Bahn des Verbrechens leitete. Und bedauerlicher Weise theilt er die Leidenschaft aller solcher mit ihrem Schicksal zerfallener Menschen er trinkt. Seine Erscheinung ist eine solche, daß seine Verausgebung von gefälschten Hundertmarkscheinen sofort Verdacht erwecken würde. Er kann mich also als Geldwechsler nicht entbehren. Allerdings verlangt er wenig. Wenn er nur einen Rock auf dem Leibe hat und sich betrinken kann."

Duprats Stirne legte sich in Falten und aus seinen Augen blitzte es unheimlich drohend.

Höre Freund, das ist ein gefährlicher Charakter", sagte er,und es wundert mich, daß Dir seine Trunksucht noch nicht verhängnißvoll geworden ist. Der Wein macht mittheilsam."

Wein?" lachte Dryden.Wenn er den nur tränke! Dann ließe sich noch mit ihm verhandeln und verkehren. Aber er ist schon längst beim Fusel angekommen."

Noch schlimmer. Und wo hat er sein Quartier?"

Darnach habe ich ihn nie gefragt. , Seine Stammkneipe liege sehr weit weg von hier am Wasser; ein unterirdisches Lokal, welches stark oder wohl nur von Verbrechern jeden Genres freguentirt wird. Da treffe ich ihn jedeneit."

Und dort macht Ihr auch Eure Geschäfte ab? Unter dm Augen jener Menschen?"

Ich werde mich hüten. Ich hole mir meinen Goldfuchs nur aus seinem Bau ich glaube, das Nest heißt auchder Fuchsbau". Wir gehen dann eine Strecke weit weg an eine vereinsamte Landungs­hütte des Quais, wo uns Niemand beobachtet. Da giebt mir Niston ein Packet Banknoten und ich ihm, was er verlangt in echter Münze."

Und darauf beschränkt sich Euer ganzer Ver­kehr?"

Seit Jahren."

",Das heißt", bemerkte Duprat spöttisch,seitdem Dir der Boden in England zu heiß unter den Füßen wurde. Aber Du hast Dich rasch und gut akklimatisirt. Und Dein Ansehen hat nur gewonnen. Als englischer Baron und mit dem Exterieur eines Fürsten, dazu genügend mit Geldmitteln versehen, kann es Dir an Erfolgen nicht fehlen. Aber jede Herrlichkeit nimmt 'mal ein Ende, und so wird es auch die Deine, wenn Du Dir keine anderen Geld­quellen als die der Falschmünzerei erschließest."

Nun, und das werde ich ja nun mit Deiner Hülfe."

Ja, ja, aber Riston?"

Hältst Du das für einen unüberwindlichen Standpunkt?"

Offen gesagt, ja. Bist Du anderer Meinung?"

Ich denke mir die Sache so. Ich mache ihm

plausibel, daß wir nun auch hier genug gefälscht

haben und ich mich mit dem Gewerbe nicht mehr

befassen kann und will. Ich will ihm aber eine

namhafte Abfindungssumme zahlen unter der Be» dingung, daß unsere Verbindung damit definitiv ihr Ende erreicht und er mich fortan in Ruhe läßt."

Duprat schüttelte heftig verneinend den Kopf.

Das verspricht er Dir heut; und morgen nein! An ein solches Arrangement ist nicht zu denken, an Riston« Versprechen nicht zu glauben. Der Münzfälschungsapparat ist das Schreckmittel, welches er aegen Dich in Anwendung bringt, wenn seine Forderungen sich erneuern und vergrößern. Dieser Apparat muß also vernichtet werden, und nur gegen die Auslieferung desselben erhält Riston die Abfindungssumme; außerdem muß er sich ver» pflichten, im Ausland zu leben. Aber weißt Du, das Beste wird sein, Du machst mich unter irgend einem Namen und Vorwand mit dem Münzfälscher bekannt. Natürlich wähle ich eine entsprechende Verkleidung, so daß er mich später nicht wieder er- l kennt. Ich muß einen Menschen sehen, um zu wissen, wie er zu behandeln ist. Dann werde ich f Dir gleich sagen, wie wir uns des Burschen q»z