Aiehener Jamiüenbläüer.
Belleiriftisches BeihlstL MW Meßmer Anzrißer.
gwe M w —. - rn— ■ »»» ■ 1 ■•8*r^^<«xmsaaKcwam^^XMgaB»g-4Jy ^samt^MgsnKSSXsn»^.iwrww»-
M. 45, Donnerstag den 15. April. 1886
—*wgg«*»MM^iBia«gaaaBKBeBaBBaaMHgBiBe«aga»sa«ssataamwMatiäacgäsi»»«»«~«»««.............. imr—•—----rTw-inm
Die Jatschmünzer.
Criminal-Noman von Gustav Söffet.
(Fortsetzung).
„Eduard selbst! Ich soll ihn tödten?"
„Unsinn! Nur Hinreisen sollst Du zu ihm mit dem nächsten Courierzuge und ihm dermaßen Angst machen, daß er die Flucht ergreift. Du bleibst noch in seiner Wohnung zurück, oder kehrst dorthin zurück, nachdem Du ihn zur Bahn begleitet und stöberst Alles durch, um jede Spur zu vernichten, welche auf uns deuten könnte."
„Thu' Du das selbst."
„Ich kann es leider nicht. Ich muß morgen früh vor der Zeit im Büreau sein. Dich vermißt man nicht, und noch kennt Dich Niemand hier. Auch stehe ich mit Eduard zu gespannt, um ihn selbst warnen zu können."
„So warne ihn anonym."
„Und wenn er die Warnung nicht begreift, Alles für eine Mystifikation hält, so ist das ein erster Hinweis auf seine Unschuld; dann wird zunächst ermittelt, daß der geheime Warner in der Residenz lebt."
„Selbstverständlich! Und Eduard's Angst giebt ihm ein Zusagen, was mir verderblich werden kann. Du hast Recht. Es giebt nur diesen einen Ausweg — selbst nach M. und den Herren zuvorgekommen! Wann kann ich reisen?"
„Um halb eins."
„Was ist das für ein Zug?"
„Courier. Ich benutzte ihn schon öfter für meine Reisen nach M. Gegen Abend bist Du dort. Die beste Zeit zur Flucht für Eduard. Vor morgen Nachmittag sind die Herren nicht da. Bis dahin aber kommt er über die französische Grenze."
„Im Ernst?" fragte Dryden mit eigenthümlicher Betonung. ,Jch meinte, Du sagtest vorhin —" Er stockte.
„Gewiß", versicherte Duprat, „und ich will Dir auch gleich die Route sagen, die er zu nehmen hat, um das zu bewerkstelligen. Ich habe eine Special- karte mit Stundenangabe."
„Welch ein Glück!" lachte der Baron. „Entwirf Du den Reiseplan. Ich mache mich fertig und bediene mich in Ermangelung der eigenen Effekten der Deinigen, soweit ich sie zu meiner Ausrüstung benöthige."
„Was Du willst! Host Du Reisegeld?"
j „Da ich mein Portefeuille verloren — nein."
„Ich gebe Dir welches. Nur einen Augenblick Geduld."
Er ging nach dem Nebenzimmer.
„Du höre!" rief ihn Dryden von der Thür zurück.
„Was denn?"
„Es könnte sein, daß Eduard auch kein Geld hat und nach dem Geschäft nicht mehr gehen kann. Gieb mir gleich auch für ihn das Reisegeld. Braucht er es nicht, so bin ich Dir wohl gut für die Rückerstattung."
„Gewiß, gewiß", sagte Duprat. „Nur kein Geld gespart — nur Eile! Weg mit Dir. Das Uebrige wird sich dann schon finden."
Er eilte hinaus.
„Dummkopf!" murmelte der zurückbleibende Baron. „Was Eduard kann, kann ich auch. Er will ihn doch nur beseitigen, um zu seinem Ziel zu gelangen; und wenn Eduard's Schwester jetzt stirbt, geht mit meiner Werbung auch meine Theilhaber- schaft am Gewinn in die Brüche."
/ Nach kurzem Verweilen kam Duprat wieder herein. „Hier ist Geld!" sagte er, Dryden ein Packet Banknoten darreichend. „Und hier der Plan. Ich werde ihn studiren. Geh indeß in mein Schlafzimmer und nimm Dir, was Du brauchst an Wäsche oder Begleidungsgegenständen. Einen Handkoffer findest Du auch dort."
„Weiß schon", sagt' Dryden. Er schritt durch das Zimmer, aus welchem Duprat gekommen, nach deffen Schlafgemach. Dasselbe lag hinter jenem Zimmer. Alle Räume waren mit Teppichen belegt, so daß sein Fuß geräuschlos darüber hinglitt.
Im ersten Zimmer angekommen, warf er einen prüfenden Blick umher. Ein lebhaftes Zusammenzucken verrieth, daß er etwas Gesuchtes mit den Augen gesunden hatte. Dies war der eiserne Geldschrank Duprat's, in welchem letzterer in der Eile den Schlüssel stecken gelassen. An der Thür des nächsten Zimmers wandte sich Dryden noch einmal um, das Auge noch immer auf den Geldschrank gerichtet.
Dann betrat er das Schlafgemach, wo er Schränke und Kasten nach den Gegenständen durchwühlte, die er brauchte.
Er wechselte auch die Strümpfe, und bei dieser Gelegenheit schritt er noch einmal durch das Nebenzimmer, wie um seinem Freunde etwas Vergessenes zu sagen oder zu fragen.


