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brannten.
,Du bist ja mein
Noch einfacher", sagte er.
ir
Freund und besitzest' als solcher mein ganzes Ver- snr?r, fnno mir kur;, was enthalt der
trauen. Also sage mir kurz, was enthält
Er Du um ein
„Lies selbst, das Allereinfachste." , Duprat warf Brief und Couvert unbesehen ut den offenen Kamin, wo sie sofort zu Asche ver-
Brief?"
„Eine Aufforderung Etwold's zur Umkehr, habe sehr Dringendes mit Dir zu besprechen, würdest wohl schon aus den Zeitungen wissen, was es sich handle. Er halte dafür, daß hier Racheakt vorliege oder eine schmutzige Konkurrenz thätia sei, welche mit der Breittretung dieser Rache
den Credit seines Hauses untergraben wolle. Er bedürfe Deines Rathes zur Bekämpfung dieser Ge-
„Jch bin beruhigt. Wahre Dein Geheimniß wie Du willst. Ich werde Dich darum nicht bedrängen.
„Das wäre auch zwecklos", entgegnete Duprat kalt und entschlossen. „Ich lasse mir nicht entreißen, was ich nicht freiwillig hergeben will."
Der Baron machte ein Gesicht, als wenn er sagen wolle, daß das noch darauf ankäme; aber er entgegnete nur kurz: „Zur Sache also."
„Du weißt, warum ich Dich nach M. schickte.
Das bedarf keiner Rekapitulation."
„Dennoch haben Deine Bemühungen, den sungen Etwold zu vermehrtem Spiele und neuen Extravaganzen fzu reizen, den erwünschten Erfolg nicht
rüchte."
Duprat lächelte selbstgefällig.
„Und hatte der Kommerzrenrath felbst unterschrieben?" „
, Nein, ein „Pro" und darunter: „Leuchtmann.
Duvrat rieb sich vergnügt die feinen Hände.
„Und dieser Brief", fügte er, „hat dem Schreiber seine Stellung gekostet."
„Wieso? Wer ist Leuchtmann?"
Duprat erzählte das Vorgefallene.
„Und warum verdrängst Du alle besseren Elemente aus der Nähe dieses Mannes?" fragte der Baron.
„Bessere Elemente", spottete Duprat. „Der rothe Mathies war wohl auch ein besseres Element? Wenn es nach mir gegangen wäre, wäre er schon längst aus dem Hause gewesen und der Mord gar nicht vorgekommen. Aber Etwold zögerte und gögerte, und nun hat er den Braten. Mag er sich satt dran riechen. Leuchtmann war aber meinen Planen hinderlich. Er wollte sich nicht fügen; also mußte er gehen."
„Deine Pläne", sagte der Baron, „die sind es ja wohl, von denen wir jetzt sprechen wollen, ^ch möchte sie in der That gern kennen lernen."
„Und das sollst Du, mein guter Freund", entgegnete Duprat, noch einmal des. Anderen Hand drückend; „wenigstens so weit sie unser gemeinsames Interesse berühren."
, Hast Du noch ein besonderes Interesse daran, Deinen Chef nnseren Plänen dienlich zu machen?"
In Duprat's kalten Augen blitzte es auf, eine hektische Rothe bedeckte auf einen Moment seine sonst so bleichen Wangen.
Ja, ich habe noch ein besonderes Interesse daran, diesen Mann ganz in meine Gewalt zu bekommen", zischte er. „Aber frage mich darnach weiter nicht. Es thut mir weh, und ich vermochte Dir jetzt doch keine Auskunft zu geben." ,
„Kreuzen sich unsere gemeinsamen und Deine besonderen Interessen irgendwie?"
Nein. Sie decken sich vollständig, und indem
M mir dienst, dienst Du Dir selber."
gehabt." . . .
„Erlaube gütigst. Ich habe ihm circa dreitausend Mark im Spiel abgenommen. Uebrigens sah ich wenig von ihm. Als ich ankam, war er gar nicht da, und es konnte mir auch Niemand sagen, wo er hin sei. Erst am nächst folgenden Abend sand ich ihn zu Haus; doch leugnete er überhaupt fort gewesen zu sein. Er schien nicht aufgelegt, im Gegen- theil, er befand sich so zu sagen in einer recht reue- müthigen Stimmung. Erst am nächsten Abend konnte ich ihn wieder zum Spiel bewegen. Er war aber auch da so verstimmt, daß ich ihm nicht mehr abzu- nehmen wagte, um ihn nicht weiter zu reizen. Am nächsten Tage ließ er sich vor mir verleugnen. Und so fand ich es für gerathener, abzureisen."
„Mit einem Wort", ergänzte Duprat verstimmt, „es geht wieder Alles zurück, was auf einen so guten Weg geleitet war. Der Bursche, will nicht weiter. Ich sehe ihn noch eines Tages wieder hier.
„Auch das Beste für ihn und für uns. Hier ivar ihm doch von allen Seiten beizukommen, und wenn ihn Karten und Würfel nicht lockten, so thaten es schöne Frauenaugen. Warum hast Du ihn nur ^rt^,Warum? Um meinem Einfluß bei seinem Vater weiter Bahn zu brechen; und Du weißt doch, daß ich da als Vertreter unserer gemeinsamen Interessen handle. Dies ist durch mein Jntriguenspiel auch gelungen; der Komrnerzienrath wendet sich von seinem Sohne ab und mir zu, der ihm zuerst die Augen über seinen mißrathenen Sproß geöffnet. Hier, wo sich jeden Augenblick Gelegenheit zu einer Verständigung bot und wo auch im guten Sinne auf Eduard eingewirkt werden konnte, durfte er Nicht bleiben. Er ist auch in M. noch zu nahe. Er muß über's Weltmeer, je weiter, desto bester; aber dazu ist der Alte nicht zu bewegen. Er hat Angst, sein Sohn könne drüben zu Schaden kommen; gerade das, was ich hoffe und wünsche."
„Ein frommer Wunsch", spottete der Baron, der Deiner Dankbarkeit alle Ehre macht."
„Dankbarkeiti" riefDuprat verächtlich. „Sprich mir von Rachsucht, und Du hast das Motiv meines
: Handelns errathen."
„Rachsucht? Wieso? Was hat Dir Etwold je anders gethan, als Gutes?"
„Lasten wir das", wehrte Duprat seinen Freund


