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Und da soll ich ruhig zusehen, bis meine Papiere völlig entwerthet sind?"

Wenn ich Ihnen sage, daß dieses Abwarten Ihnen nur Gewinn und keinen Verlust bringen kann, so dürfen Sie mir Glauben schenken!"

Wenn Sie das so sicher wisien, dann über­nehmen Sie die Papiere für eigene Rechnung", sagte Ackermann;ich will gern auf den Gewinn verzichten.Zahlen Sie mir mein Kapital aus

Wie kann ich das!" unterbrach der Banquier ihn. , Ich sage Ihnen ja, daß ich den größten Theil des Kapitals in Aktien übernehmen mußte, und daß diese Aktien jetzt noch ziemlich werthlos sind."

Dann mache ich den Gutsverkauf rückgängig!" Dazu sind Sie in keiner Weife berechtigt." Ich kann volle und baare Zahlung fordern!" Sie haben mich notariell bevollmächtigt, den Verkauf abzufchließen; das Geschäft ist daraufhin geordnet"

Sie haben es nicht im Sinne der Vollmacht geordnet!"

Herr Landrath!"

Sie mußten Baarzahlung verlangen und mir das Geld zur Verfügung stellen."

Sie wiffen wohl selbst nicht mehr, was Sie unterzeichnet haben", sagte Morgenroth mit scharfer Betonung, während er den Akt aus einem Schub­fach herausnahm.Bitte, lesen Sie; vor unge­rechten Vorwürfen möchte ich mich schützen. Sie können mir das Kapital kündigen, allerdings, in diesem Falle aber bin ich erst nach sechs Monaten verpflichtet, Rückzahlung zu leisten. Sie haben mir bisher volles Vertrauen geschenkt, und ich darf mir sagen, dieses Vertrauen stets gerechtfertigt zu haben; worauf gründet sich nun dieses plötzliche Mißtrauen?"

Der Landrath schien diese Worte nicht zu hören, sein Blick ruhte stier auf der Vollmacht.

Und das habe ich unterschrieben?" fragte er.

Sie können sich durch den Notar den Original­akt vorlegen lassen."

Dann hätte ich mich ja mit gebundenen Händen Ihnen überliefert 1" fuhr Ackermann auf.Es kann nicht sein, ich muß diese Vollmacht zurücknehmen!'<

Der Banquier hatte die Brauen ärgerlich zu­sammengezogen, auch in seinen Augen blitzte es zornig auf.

Was Sie da von gebundenen Händen sagen, ist für mich eine Beleidigung", erwiderte er.Ich muß mich als Geschäftsmann sicher stellen, ich kann nicht jeden Tag große Kapitalien baar zurückzahlen; eine Kündigungsfrist ist für mich unerläßlich. Innerhalb sechs Monaten will ich Ihnen Ihr Gut­haben auszahlen, eine frühere Regultrung ist mir unmöglich."

Und wer weiß, was in diesem Zeiträume vor­fallen kann!"

Was wollen Sie damit sagen?"

Sie können mir meine Besorgnisse nicht übel

nehmen, es handelt sich um mein ganzes Vermögen", sagte der Landrath mit wachsender Erregung.

Fürchten Sie, daß mein Haus falliren könne?"

Das habe ich nicht ausgesprochen."

Aber es liegt in Ihren Worten! Er würde mich nicht wundern, wenn man im Geheimen über diese Möglichkeit spräche. Ich habe stets mit Neid und Mißgunst zu kämpfen gehabt; man gönnte mir'» nie, daß alle meins Unternehmungen so glücklich endeten. Ich für meine Person lege auf solches Geschwätz kein Gewicht, aber bedauern muß ich, daß Andere sich dadurch bestimmen lassen, mir ihr Vertrauen zu entziehen."

Davon ist keine Rede", sagte Ackermann, der eben sein Glas hastig ausgetrunken hatte;nicht Ihnen mißtraue ich, sondern den Gründungen"

Hätten Sie mir das früher gesagt, so würde ich dar Kapital in anderen Papieren angelegt haben. Sir verlangten hohe Zinsen und Dividenden"

Und Sie behaupteten, da» Kapital selbst könne niemals verloren gehen."

Das behaupte ich auch heute noch, aber Sie müssen mir Zeit lassen. Ich verkaufe die Aktien, sobald er ohne Verlust geschehen kann, und stelle Ihnen das Geld zur Verfügung; Sie mögen es dann nach eigenem Gutdünken anlezen. Aber dar kann nicht sofort geschehen, nicht heute und auch nicht in dieser Woche; man muß damit warten, bi» dar Vertrauen an der Börse sich wieder befestigt hat."

Der Landrath war von seinem Sitz aufgestanden, er zog mit nervöser Hast seine Handschuhe an, und ein trotziger, unwilliger Zug umzuckte dabei seine Mundwinkel.

(Fortsetzung folgt.)

Die Araucaner.

(Schluß.)

Man wird aus diesen kurzen Mittheilungen wohl schon zur Genüge begreifen, daß alle Be­mühungen der katholischen Missionare, die Araucaner dem Christenthum zu gewinnen, erfolglos geblieben sind; sonderbarer Weise hat man aber auch über die Religion dieses Naturvolkes trotz aller Be­mühungen der Missionare nur sehr mangelhafte Nachrichten. Doch scheinen die Araucaner an ein höchste» Wesen zu glauben, das alle Dinge erschaffen hat und Man heißt; der Pillan bedeutet für diese Indianer das Princip des Guten, dem ein böses Princip unter dem Namen Cuecuban entgegensteht; auch glauben die Araucaner an ein Fortleben nach dem Tode. Mit der Verehrung dieser beiden Wesen aber ist es, nach den Begriffen anderer Menschen wenigstens, nicht besonder» wett her. Die Indianer gießen bei ihren Zechgelagen die ersten Tropfen des