Verbrechens verdächtig sei.
(Fortsetzung folgt.)
hatte die Indiskretion des Kommerziemaths keine Folge weiter. , ,
We Reit ist bemessen", sagte der Kommissar, „und die meine auch. Nur Theilnahme für Ihre Person nöthigte mir das gerügte verlängerte Verfahren auf. Ich werde Ihnen also zunächst rn Kürze sagen, wie und wo wir das Portefeuille ge
funden." , ,
Er berichtete nun, was wir von der Firmst der drei Falschmünzer aus der Penne des Vater Christo p) bereits wissen, und betonte besonders, daß ein thuni, als ob einer der Drei nicht der Verlierer des Portefeuilles gewesen, gar nicht aufkommen könne, da Letzteres aus dem Dach und nicht aus der Straße gefunden wurde. Die früheren Vorgänge, welche Veranlassung zu der Jagd über die Dächer gegeben, berührte er nur andeutungsweise, so daß DÜprat über den Verbleib des aus dem Wasser gezogenen Maskenkostüms, für das er ein so lebhaftes Interesse an den Tag gelegt, nichts Näheres erfuhr. Des Kommissars Bericht endete mit dem spurlosen Verschwinden der Verfolgten von den Dächern.
Duvrat war diesen Ausführungen mit derselben Spannung gefolgt wie sein Chef. Als der Kommissa^ geendet hatte, athmete Jener erleichtert auf, wahrend Etwold über die Zumuthung, daß sein Sohn der Genosse solchen lichtscheuen Gesindels sein könne, rn Hellen Zorn gerieth. Duprat hegte die verwegene Hoffnung, daß es sich zur Zeit nur um die Auffindung des Portefeuilles an dem verdächtigen Ort handle, wurde darin aber gründlichst getäuscht, als der Kommiffar nach Etwold's Zornesausbrucy fort- fuhr: „Wenn es sich nur um die Genossenschaft solcher zweifelhaften Existenzen handelte, könnten Sie sich noch zufrieden geben; denn mancher junge Mann mit so viel Zeit und Geld läßt sich verführen, ste um der bloßen Lust am Abenteuerlichen zu suchen. Aber der Zufall hat hier gar wunderlich gespielt und uns durch das Verluststück eines der Verfolgten verrathen, warum die Letzteren eine Flucht über Dächer ihrer Sistirung vorzogen. Es war eine Gesellschaft von Falschmünzern; und die Banknoten, die Sie hier sehen, sind Falsifikate.".
Der Kommerzienrath prallte entsetzt zurück.
„Sie verlangten keine Schonung", sagte schneidend der Kommissar, „und ich halte mich verpflichtet, Ihnen zu bemerken, daß Ihr Herr Sohn, der e>n ausschweifendes Leben führen soll, bei uns im Verdachte steht, an diesen Fälschungen mitgewirkt zu haben, respektive selbst ein Falschmünzer zu sein."
„Mein Sohn - ein Falschmünzer?" stammelte der Kommerzienrath. „Herr Commissar — das ist eine - Unwahrheit, eine wissentliche Lüge, deren ein Mann in Ihrer bevorzugten Stellung sich nicht schuldig machen sollte. Sie mißbrauchen Ihre Amtsgewalt, um mich, einen allgemein geachteten Mann, zu beschimpfen."
Dunkle Zornesröthe bedeckte das Gesicht des Kommissars^ aber er bezwang sich.
„Ich bin es gewohnt, solche Anschuldigungen zu hören", sagte er, „und Sie sind zu erregt, um zu wissen, was Sie sprechen. Wenn hier von einem Mißbrauch meiner Amtsgewalt die Rede sein kann, so kann dies nur Bezug haben auf meine zu große Langmuth und die Rücksicht, die ich 0^en Familie übte. Ich hätte mich gar nicht erst an Sie wenden, sondern Ihren Sohn einfach verhaften lassen sollen. Aber ich hoffte und hoffe noch, dav Sie discreditirende Aussehen vermeiden zu können, wenn Sie sich nämlich entschließen wollen, mich zu Ihrem Sohne zu führen, und ihn rn meinem Bn- ein kraft Ihrer väterlichen Gewalt zu einem vollen Geständniß zu bewegen." , ,
„Ach so", ermannte sich der Kommerzienrath zu sagen, „Sie wissen nur, daß mein Sohn sich nicht hier befindet, weil sein gegenwärtiger Aufenthalt für Jedermann im Hause Geheimniß ist. Und nun stellen Sie mir diese Falle, um mich zur Nennung seines auswärtigen Domizils zu veranlaffen.
Der Vorwurf traf. Der Kommiffar war zuvor bei Soltmann gewesen, hatte ihn aber nicht M Hause getroffen und die Sache selbstständig behändem , sons würde er von jenem wohl erfahren haben, daß Eduard Etwold in M. und jetzt eines noch größeren
Die HMatischt Zartsm |n Serges.
(Fortsetzung.)
Der Friede vom Jahre 1435 bestätigre aue Freiheiten der Hanseaten auf's Neue; -r begründete gleichzeitig das Monopol derselben zu Bergen auf lange Zeit. Die Armuth der Bürger von B^rgm erleichtert» den Hanseaten die Ausbreitung des Handels in jeder Weise. Sie leisteten den Emge' borenen Geldvorschüffe, wogegen diese ihnen Hä^er und Grundeigenthum verpfändeten. Ohne hinrelchende Capitalien konnten die Berger auch nicht mehr nucp hansischen Häfen mit eigenen Schiffen fahren, und ste, die bereits schon früher den Handel mu dem Noxden ihres Heimathlandes beschränken mußten, verloren jetzt auch jenen nachdem Süden, drff en sich die Hanseaten sofort bemächtigten. Den Gewinn, den sie aus dem Zwischenhandel der Berger zogen, war ein beträchtlicher. Sie lockten l^verstaMch auch die nach Bergen kommenden schyfer aus Nord Norwegen an sich, was ihnen um so leichter geiang, als den Kaufleuten von Bergen bald bie, nöthigen Betriebskapitalien für den Zwischenhandel fehlten. Diesen Nordlandsschiffern gewährten die .'Hanseaten aber zu Anfang stärkeren Credrt an Waaren, als deren Gegenrechnung betrug, und so wurden auch bald die noxMgischen Verkäufer den Hanseaten


