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dingö insofern von Nutzen sein, als sich alle Kapitalien unmöglich so rasch, wie es der gräfliche Gemahl wünschen mag, realisiren lassen können."

Nun, das habe ich Beiden gesagt", rief der Banquier mit einem erleichternden Seufzer,ich bin wirklich froh, daß dieser Schwede uns nichts am Zeuge flicken kann, lieber Notar I Sie wissen es am besten, wie die löblichsten Absichten in's Gegentheil verdreht und als Betrug und Schurkerei gedeutet werden können. Uebrigens hätte ich wohl einmal Lust, den schwedischen Konsul zu besuchen und Er­kundigungen über seinen Landsmann einzuziehen."

Unnöthig, mein Lieber! Der Konsul zuckt die Achseln und erzählt Ihnen von einer reichen Familie Altorf, welche aus Deutschland stammen und jetzt bis auf diesen letzten Sprosien, der sich lange in der Welt hcrumgetriebrn, ausgestorben sein soll. Dieser Letzte seines Stammes muß fürchterlich reich und im Besitze großer Güter in Finnland oder Lapp­land sein. Soviel zu Ihrer Orientirung, Freund Gotthard!"

Hm, hm, Sie haben den Konsul schon in die Beichte genommen", brummte der Banqier,na, meinetwegen, mag die Frau Gräfin sich in Lapp­land einquartieren, ich bin froh, sie los zu sein."

So ist's, Verderben gehe deinen Gang!" Der Notar reichte dem Freunde die Hand und ging.

Das Wetter hatte sich in den letzten Tagen ein wenig aufgeklärt. Die Sonne lugte vom November­himmel herab und beleuchtete mit bleichem Schein das rastlos geschäftige Treiben der eiligen Menge.

Der alte Notar schritt gedankenvoll dahin und wäre beinahe gegen einen vierschrötigen Mann angerannt, der sich, mit dem Hute in der Hand, breitspurig vor ihn hinpflanzte.

Entschuldigen Sie, Herr Notar!" tönte die Baß­stimme,ich war schon in Ihrem Hause und bin nun froh, Sie noch zu treffen."

Guten Morgen, Herr Möller! Was haben Sie Wichtiges, wollen doch Ihr Testament nicht machen?"

Nee, Herr Notar!" versetzte Jener mit einem breiten Lachen,da ist ganz was Anderes los. Sie kennen meine Frau, worauf die ihren Kopf setzt, das muß auch gescheh'«, mag's brechen oder biegen."

Ja, ja, Ihre Frau ist resolut", nickte der Notar lächelnd,sonst aber auch kreuzbrav."

Das sollt' ich meinen, Herr Notar! eine Frau aus dem ff. Na, was ich sagen wollte, sie will ein Kind doptiren oder wie es heißt, ist mir nicht recht nach der Mütze, aber kann ich denn gegen den Strom, wenn sie mit dem Winde fahren will?"

So, sie will ein Kind adoptiren, na, das ist ja ganz schön von ihr, Herr Möller! gewiß ein Waisenkind, wie?"

Na ja, die Mutter davon ist ja tobt, er ist eine ganz verflixte Geschichte, Herr Notar, die ich Ihnen erzählen muß."

Hier auf der Straße? Das geht wohl nicht

gut an, sonst erzählen Sie nur recht kurz und bündig, Herr Möller, können dabei langsam weiter gehen, ich habe nicht viel Zeit."

Weiß, weiß, Herr Notar! ich will ganz kurz sein, hören Sie man zu."

Und Herr Möller, der WirthZur goldenen Traube", erzählte so lang und breit als möglich dem aufmerksam horchenden Notar, die traurige Geschichte von der tobten Mutter und dem verlassenen Kinde, das seine gutmüthige Frau nun durchausdoptiren" wolle, wogegen er denn schließlich auch nichts einzu­wenden habe, weil das kleine Ding gar zu hübsch und ein rechterschmeichelhafter Pusel" sei.

Haben Sie's denn nicht gelesen, Herr Notar?" fragte er schließlich verwundert,es hat ja in allen Blättern gestanden und mein Name ist ausdrücklich dabei genannt, na, man hat ja am Ende kein Herz von Stein und unsere süße Doris leidet auch nicht mehr darunter."

Der Notar drückte ihm die Hand.

Ich war in den letzten Wochen so sehr be­schäftigt, daß ich die Blätter kaum angesehen habe", sagte er,doch ist das brav von Ihnen, Herr Möller, und absonderlich von Ihrer Frau; ich komme selber bei Ihnen vor, um mir die Kleine anzusehen, die so gute Eltern gefunden hat. Ich soll Ihnen wohl das Nöthige zur gesetzlichen Adoption des Kindes besorgen?"

Ja, Herr Notar! darum wollte ich Sie bitten, machen Sie nur Alles so zurecht, daß kein Mensch, und wenn's der eigene Vater auch ist, ein Recht daran hat; es soll unseren Namen haben und für unser eigenes leibliches Kind gelten."

Der Vater des Kindes lebt also noch?" fragte der Notar rasch.

Kann sein, die Mutter hat Papiere bei sich ge­habt, mit einem polnischen Namen, sie liegen auf dem Stadthause."

Gut, gut, ich will Alles besorgen, gehen Sie ruhig nach Hause, Herr Möller, und grüßen Sie Ihre brave Frau!"

Der WirthZur goldenen Traube" schwenkte seinen Hut und der Notar setzte seinen Weg allein fort. Der kleine Zwischenfall hatte seine Gedanken von der Vergangenheit abgelenkt und ihm eine auf­richtige Freude bereitet.

Es giebt doch noch recht brave Menschen in unserem Hamburg", dachte er, still lächelnd,zumal im eigentlichen Volk, das seine alte Gutmüthigkeit sich immer noch bewahrt hat."

5. Kapitel.

Die Vermählung des schwedischen Grafen mit der schönen Wittwe der reichen Rodenburg hatte ein nicht geringes Aufsehen gemacht, da Alles programm­mäßig nach dem Wunsch der jungen Frau ohne jeg- liche Störung verlaufen war. Die Kirche konnte die Menge der Schaulustigen kaum fassen und war ß- in der Thai auch wohl der Mühe werlh, den