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er sei Hahn im Korbe; keinesfalls ist er auf den Korb gefaßt gewesen, den er bald darauf von der schönen Dame empfing. Er verließ plötzlich die Residenz, zog sich auf seine Güter hier in der Provinz zurück und trat später eine Reise an, von der er erst nach einem Jahr zurückkehrte. Fräulein von Löwenfels war gänzlich unbemittelt. Sie wohnte bei einer Tante, die von einer kleinen Pension lebte, und als diese starb, sah die junge Dame sich ge­zwungen, eine Stelle als Gesellschafterin anzunehmen Wie Tante Schirmer behauptet, soll sie ihrem Ge­liebten nachgetrauert haben, aber auf der andern Seite mag auch ihre Stellung in der reichen hoch- aristokratischen Familie wenig angenehm gewesen sein kurz, als der Gutsbesitzer Ackermann ihr jetzt, nach zwei Jahren, wieder begegnete und seine Werbung erneuerte, gab sie ihm das Jawort."

Der Oberst hatte das Haupt auf den Arm ge­stützt und mit sichtbsrer Spannung zugehört; jetzt, als der Referendar eine Pause machte, athmete er tief aus; dann fuhr er mit der Hand, an der ein kostbarer Brillant funkelte, langsam durch den langen blonden Bart.

Und die Ehe ist trotz dieser Beständigkeit des Landraths keine glückliche geworden?" fragte er.

Nein, die Charaktere sind zu verschiedenartig. Ackermann liebt es, mit seinem Reichthum zu prunken; er ist rücksichtslos, ein Tyrann im Hause und draußen der leichtfertige Lebemann, der das Geld mit vollen Händen auf die Straße wirft, daneben ein unangenehmer, hochfahrender Mensch, mit dem Niemand sich befreunden kann.

Wie sein Vetter behauptete, soll er früher sehr liebenswürdig gewesen sein"

(Fortsetzung folgt.)

Km Iagdaöenteuer in Kanada.

In den 60er Jahren war ich als Beamter der Hudsonbaicompagnie in Stony Creek, einem der vielen kleinen Forts, welche die Compagnie zur Unterhaltung des Pelzhandels mit den Indianern und Trappern angelegt hatte, installirt, wo ich ein paar Irländer und auch einen halbcivilisirten Indianer aus dem Stamme der Tschippeways unter mir hatte. Unser Leben trug den Charakter großer Einförmigkeit, denn unser kleines Blockhaus lag ein paar Tagemärsche von dec nächsten Ansiedelung entfernt und wir waren von der civilisirten Welt so gut wie abgeschlosien. Mit den rauhen Trappern und noch weniger mit den Indianern, die uns ihre erbeuteten Biber-, Bären-, Fuchs-, Marder-, Dachs- feste u. s. w. zum Umtausch gegen wollene Decken, Schießgewehre, Munition, Thee, Branntwein u. s. w. brachten, konnte ich wenigstens keinen besonderen Verkehr pflegen, wenn meine Gefährten in dieser Beziehung minder sciupulös waren. Reben den

wenigen Büchern, die ich in diese Wildniß mitgenommen satte, bildete daher die Jagd meine einzige Erholung und da es in der Gegend Wild in Ueberfluß, aber auch eine Menge Wölfe und Bären gab, so konnte ich mich dieser Erholung in ausgedehnter Weise widmen; davon dürfte nachstehendes Abenteuer, das mir während des zweiten Winters, den ich in Stony Creek zubrachte, passirte, ein Pröbchen ab­legen.

Schon seit einigen Tagen hatte sich in der Um­gegend ein riesiger schwarzer Bär gezeigt, von jener Art, welche die Indianer so sehr fürchten, daß sie nur in großen Trupps Jagd auf Exemplare derselben (Ursus niger americanus) machen. In der That sind diese Bären sehr gefährlich für den einzelnen Jäger, denn wenn letzterer die Bestie mit der Kugel nicht unfehlbar tödtlich trifft, so kann er darauf rechnen, sich in den nächsten Minuten unter den Tatzen des Thieres zu befinden. Da ich indeffen meines Schuffes immer sicher zu sein pflegte, so hegte ich gerade keine besondere Furcht, dem in Rede stehenden Burschen, der unsere kleinen Anpflanzungen arg zurichtete, selbst im Einzelkampf zu begegnen. Doch nahm ich mir, als ich an einem bitterkalten Februarmorgen zur Jagd auf die Bestie auszog, zur Vorsicht den Tschippeway, der mir auf meinen Jagdausflügen schon mehrere Male nicht unwesent­liche Dienste geleistet hatte, sowie Mac. _ Curris, einen meiner irischen Untergebenen, mit. Wir waren alle drei gut bewaffnet und wegen des tiefen, auf seiner Oberfläche mit einer Kruste versehenen Schnees, mit den bootähnlichen Schneeschuhen versehen, außer­dem auch in dicke Pelze gehüllt. Die Kälte hatte einen so hohen Grad erreicht, daß die an mildere Klimate gewöhnten Jagdthiere, wie der amerikanische Hirsch, das flüchtige aschgraue und gestreifte Eich­hörnchen, der blutgierige Cuguar und selbst der Waschbär unsere Gegend längst verlaffen und sich mehr nach Süden gezogen hatten.

Der Bär sollte, wie der Tschippeway versicherte, in einer felsigen Partie, inmitten eines wilden Dickichts von Fichten, Dornsträuchern u. s. w., welches sich zwei oder drei Büchsenschüsse westlich von unserem Blockhause befand, sein Lager aufge­schlagen haben und nach dieser Richtung zogen wir uns denn hin. Da bemerkten wir plötzlich nach noch nicht allzulangem Marsche auf einer kleinen Boden­erhöhung ein prächtiges Musethier mit zwei Jungen, alle drei eifrigst bemüht, am Rande des Waldes das Moos aus dem Schnee zu scharren. Diese unver­hoffte Beute durften wir uns nicht entgehen lassen, umsoweniger, als sich unser Fleischvorrath bedenklich zu Ende neigte. Rasch instruirte ich meine beiden Begleiter, auf einem Umwege den Thieren in die Flanke zu fallen, während ich mich selbst vorsichtig an das alte Thier heranzupirschen suchte,. Der Ir­länder und der Indianer eilten so rasch, als cs ihnen die Schneeschuhe gestatteten, quer durch den Wald und waren bald aus meinem Gesichtskreise entschwunden. Die kleine Hirschhornpfeife, welche