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trauen fassen, mir etwas mehr von diesem zu i sagen?" -

Alles, was mich angeht, möchte ich Ihnen sagen, wenn ich nicht fürchten müßte, Sie zu lang- | weilen und Ihre kostbare Zeit nutzlos zu schmälern", erwiderte Duprat.Denn meine Geschichte ist eine ganz gewöhnliche, mit keinem Reiz des Abenteuer­lichen oder Interessanten. wurde Kaufmann, weil ich früh ein Talent zum Rechnen verrieth, und blieb es, weil ich es nun einmal war. Hier- und dorthin vom Winde des Zufalls geschleudert, landete mein Lebensschifflein endlich nach den mancherlei Drangsalen, die keinem nach einer Existenz ringenden Menschen erspart bleiben, in dem hier sich mir öffnenden Hafen. Was ich seitdem gewesen und ge­leistet, wissen Sie selbst am besten, und ich wüßte auch nicht, was ich dem noch hinzusügen sollte."

Ja, ja", sagte der Kömmerzienrath wie Jemand, | der zustimmt und doch nicht voll zufrieden ist,Das ist ja auch Etwas von Ihrem Leben, von Ihrem späteren Leben, das für mich aber weniger Interesse hat. Ihre ersten Eindrücke, die ja immer die bleibendsten sind, möchte ich kennen lernen; denn die sind bestimmend für Charakter und Zukunft. Sie sagten mir wohl schon, daß Ihre Mutter im Wahnsinn geendet. Das ist ja aber etwas Schreck­liches und gewiß der Ausfluß von ungewöhnlichen Verhältnissen und Vorgängen, der Sie sich vielleicht auch noch entsinnen."

Und wenn ich es auch nicht thäte", erwiderte Duprat mit vibrirender Stimme,oder alles Das nicht recht begriffen hätte zu einer Zeit, wo ich selbst noch zu jung war, um mir ein Urtheil zu bilden sc- kann ich es Ihnen doch sagen, wie meine Mutter es mir gesagt, mir anvertraut hat, als sie mich aufforderte, sie an dem Elenden zu rächen, der meinen Vater in den Tod und sie in's Irrenhaus getrieben"

Hier wurde leise an die Thür gepocht.

Duprat hielt erregt inne; der Kömmerzienrath aber zeigte dem Eintretenden ein bleiches verstörtes Gesicht. Dieser war kein Anderer als Jonas, welcher eine Karte an den Chef überbrachte.

Etwold las erstaunt:Racheis, Polizeikommiffar." Er und Duprat tauschten einen raschen Blick.

Ist das vielleicht, derselbe Herr, der schon ein­mal hier war?" wandte er sich fragend an Ionas. Sie wissen schon damals, als"

Der Büreaudiener nickte mit seinem süßesten Lächeln.

Derselbe, Herr Kömmerzienrath", erwiderte er.

Da haben wir's", fuhr Dieser ärgerlich auf. Immer noch der Mord aus der Schwedengasse! Es scheint, daß mir dieser Todte nicht von der Thür genommen werden soll. Und abweisen kann man den Kommissar doch wohl nicht?"

Nein", entgegnete Duprat, an den diese Frage gerichtet war.Es wäre denn, daß man sich selbst einen ungerechten Verdacht aufladen wollte"

Lassen Sie den Herrn also herein", wandte sich Etwold ärgerlich an den Büreaudiener.

Coll ich gehen?" fragte Duprat bescheiden, in­dem er gleichzeitig eine Bewegung nach der Thür machte.

Nein", sagte der Kömmerzienrath hart,Ich habe Nichts mit dem Polizeikommissar zu verhandeln, das nicht für Jedermanns Ohren wäre. Sie sollen der Verhandlung als Zeuge beiwohnen."

Duprat verneigte sich stumm, als schon die Thür aufging und der uns bekannte Kommissar herein- trat. Er verneigte sich leicht gegen Etwold, warf einen forschenden Blick auf Duprat, den er früher hier nicht gesehen hatte und folgte dann der Einladung des Kommerzienraths zu einem Sitz.

Es scheint meine Bestimmung", sagte er im Tone leichten Bedauerns,Ihnen Unannehmlichkeiten und Aergernisse bereiten zu müssen, Herr Kommer- zienrath."

Schon wieder die Mordgeschichte?" fragte dreser spöttisch."Ich meinte, Sie hätten dieselbe an Herrn Soltmann abgegeben."

(Fortsetzung folgt.)

Ire lMsmt'W ßactmi jn Kerge«.

(Nachdruck verboten.)

Die Blüthezeit der Hansa, jener niederdeutschen Städtebundes, welcher sich im Mittelalter zu gemein­samer Handelsthätigkeir zusammenfand und dem in unserer Culturgeschichte eine höchst bedeutende Auf­gabe zu Theil ward, siel in die zweite Hälfte des 14. und in das 15. Jahrhundert. Nicht nur, daß in jener Zeit die Hansa dem deutschen Neichsober- haupte gegenüber eine fast selbstständige Stellung einnahm und behauptete, hatten auch die wichtigsten Städte des Bundes es verstanden, sich eine nahe an das ausschließliche Monopol grenzende Freiheit des Handels nach gewissen Gegenden zu verschaffen. Hauptsächlich waren es vier verschiedene Länder, in denen die Hansa ihren gewaltigen Einfluß lange Zeit siegreich und nachhaltig ausübte, und in denen sie Privilegien auf Privilegien zu erringen suchte. In Flandern waren freilich die Hansen ebenso wenig als in England und in Rußland die allein be­günstigten. War doch zum Beispiel Brügge in jener Zeit der Hauptstapelplatz für den Tauschhandel zwischen Ost- und Westeuropa, da die Unvollkommen­heit der Schifffahrt nicht den directen Verkehr zwischen der Ostsee und dem mittelländischen Meere in einem Jahre erlaubte. Hingegen hatte sich der niederdeutsche Städtebund, dem zur Zeit mehr als 80 See- und Handelsstädte beigetreten waren, in dem fernen Nordwesten von Europa, in Norwegen, eine ganz eigenthümliche Machtstellung zu erringen gewußt, welche die Hansa fast zur Herrin jenes i Königsreiches, yder wenigstens einer der wichtigsten