Aiehener Jamikienbläller.
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M 42 Donnerstag den 8. April. 1886,
Aie Jakschmünzer.
Eriminal-Noman von Gustav 2b f fei.
(Fortsetzung).
„Und Du bist überzeugt, daß Du das Couvert nicht auch den Flammen übergeben hast?" fragte Dryden.
„Fest überzeugt davon."
„Wir stnd verloren."
„Wenn wir nicht sogleich fliehen."
„Fliehen! Das Dümmste, was wir unter diesen Umständen thun könnten; wenigstens Du."
„Meine Papiere sind vollständig in Ordnung. Ich bin Viton."
„Dem Namen nach. Aber wenn der Beamte den unvermeidlichen Steckbrief befragt, bist Du Duprat."
„Ich werde mich verändern."
„Das verräth nur noch eher."
„Ich weiß, worauf Du hinaus willst", knirschte Duprat, auf dessen Stirn der kalte Schweiß stand. „Du willst allein fort und mich im Schlimmsten sitzen lasten. Aber da kommt mir Riston's Einbildung zu gute. Er wird mich nicht verlassen, um Dich zu erheben, und Du, bist Nichts ohne seine Kunst, Nichts ohne mich, der jene lukrativer macht. Darum überlege zweimal, ehe Du handelst."
„Und was erwartest Du von meinem Hierbleiben?" fragte höhnend Dryden. „Nichts weiter als eine Milderung Deiner Angst, wenn es Dir nun an Hals und Kragen geht, indem Du noch einen Schuldgenosfen auf die Anklagebank zu bringen vermagst. Ich werde aber darauf nicht warten. Du irrst, wenn Du meinst, ich fei ohne Euch nicht existenzfähig. Nächst der Falschmünzerei ist das falsche Spiel meine Hauptstütze, und die trägt noch meine schwache Last."
Duprat warf sich verzweifelt in einen Sessel.
„Und mein ganzer schöner Plan, dem ich so viel Zeit und Nachdenken gewidmet, über den Haufen geworfen?" rief er klagend. „Ich kann mich an diesen Gedanken nicht gewöhnen und ich will es auch nicht; es wäre zu viel Strafe für eine einzige Gedankenlosigkeit, die ich nicht einmal verschuldete. Es ist um rasend zu werden."
„Warte damit noch ein wenig", spottete Dryden. „Ich höre Deinen Diener kommen. Apropos Franz!" wendete er sich an diesen. „Warst Du gestern Abend nach unserem Fortgang noch hier im Salon?"
„Jawohl, Herr Baron, um die Lichter zu löschen und nach dem Feuer zu sehen."
„Hm —" machte Dryden nachdenklich. „Dein ; Herr vermißt einen Brief —"
Duprat machte eine heftig abwehrende Bewegung.
„Briefe?" fragte Franz rasch. „Da bebaute ich nicht dienen zu können. Aber ein Couvert —"
„Was riefen Duprat und Dryden aufspringend.
„Lag hier", erwiderte Franz mit komischem Staunen. „Und das habe ich —"
„Nun?"
„Ins Feuer geworfen."
„Ins Feuer!"
Beide Herren sprachen es mit einem tiefen Auf- athmen der Erleichterung. Franz blickte verwundert von Einem zum Andern.
„Schon gut, Franz", sagte Duprat im Tone höchster Zufriedenheit. „Was Du für ein bloßes Couvert hieltest, war ein Bries, allerdings mit sehr dünner Einlage — nur ein Blatt."
„O, ich bebaute aufrichtig —" begann der Diener.
„Kein Bedauern!" rief Duprat. „Siehst Du nicht, wie Deine Versicherung mich erleichtert? Lieber, als jenen Brief verloren zu sehen, möchte ich ihn verbrannt wissen. Du hast doch noch gesehen, daß der Brief an mich adressirt war ?"
„An Sie."
„Gut; und was wolltest Du jetzt?"
„Fragen, ob ich den Kaffee bringen soll."
„Selbstverständlich! So schnell als möglich."
Franz eilte hinaus.
„Nun, mein lieber Baron", sagte Duprat, sich schadenfroh die feinen weißen Hände reibend. „Wer kann nun noch der Gefährdete fein ? Du! Nun will ich einmal sehen, zu welchen Feigheiten Dich die Angst treiben wird."
„Mich? Zu gar keinen", entgegnete Dryden gelassen. „Ich habe nur noch eine dunkle Erinnerung, daß in dem Portefeuille außer den Banknoten Etwas enthalten war. Es wird mir schon noch einfallen wenn —"
„Die Polizei es Dir ins Ohr borniert", spöttelte Duprat.
Dryden zuckte die Achseln.
„Seinem Schicksale entgeht Keiner", sagte er. „Ich werde hier abwarten, was nun wird. Gehst .Du ins Bureau?"
„Ich werde meine Hand konsultiren, an der ich ’ kaum einen Schmerz mehr verspüre."


