Ausgabe 
6.3.1886
 
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Das dachte ich mir doch gleich", war bie Ant- 1 ort des neuen Vertrauensmannes; einen Augen­blick sann er dann nach und bat daraus den Kauf­mann flüsternd aber sehr eindringlich, ihn am AbM> da und da aufzusuchen. 2lllerhand seltsame Ge­danken durchzogen den Bedrängten und Erzah.ungen von reichen Bettlern schoflen ihm durch den Kopf. Er wurde wirklich etwas ruhiger uno mit euer leiten Hoffnung setzte er seinen Weg fort.

Abends begab er sich zu dem bezeichneten Hause weit von der Hauptstadt und wurde von der srau des Bettlers sehr demüthig empfangen. Alles deutete die tiefste Armuth an, ein schlechter Kasten drente als Sitz und eine alte Pfeife ohne Mundspitze eij= hielt er dargereicht. Aus dem anstoßenden Gemach klang ein Stöhnen und Röcheln, das dem Besucher sehr unheimlich vorkam und dazu ließ ihn jetzt auch das Weib noch allein, angeblich, um den Kaffee zu bereiten. Eine Anzahl der schrecklichsten Geschützten gingen dem Horchenden durch die Erinnerung ; er entsann sich furchtbarer Verbrechen, die von Griechen während seines Aufenthaltes in Pera verübt woroen warm und wußte auch gut genug, daß die^e Leute keine Unthat scheuen, ihre Gier zu befriedigen. Eben faßte er den Entschluß, sich über die Ursache des Stöhnens Gewißheit zu verschaffen und in das Neven- gemach zu gehen, als der Bettler mit fetner eintrat. Ein einziger Blick üoerzeugte ihn, daß Beide keine feindliche Absichten gegen ihn hegten, denn in ihren Zügen strahlte die offenste Freude, ihn zu sehen. Der seltsame Hausherr dankte dem Gaste herzlich für die Ehre seines Besuches, nahm ihm eiligst die schlechte Pfeife und brachte ihm aus einem Wandschranke ein kostbares Rohr; hierauf setzte er ihm eine silberne Kaffeetaffe vor m der er dm braunen Trank servirte und endlich orachte er aus einer Schieblade mehrere große Säue, aus denen er eine Masse von Goldstücken, Xmfaten, Rubel, Piaster, Livres, Napoleons, Kronen re. mt- nahm. Ohne ein Wort zu sagen, bat er den Be° sucher, der vor Ueberraschung stumm war, gleich nachzuzählen, ob die Summe, die er ohnedies gern bei ihm angelegt hätte, hinreichend sei, er freue sich, es gerade jetzt thun zu können, da es so dringend erforderlich geworden. Der Kaufmann war noch immer sprachlos und glaubte in einem Wayn be­fangen zu fein, diese plötzliche Rettung durch einen Bettler schien ihm unfaßbar. Endlich erholte er sich unter dem freundlichen Zureden seiner W>rthe uno nun ging der Grieche, der zwar seiner Krücren be­durfte, aber doch nicht so elend war, als er auf der Straße schien, zwei Zeugen für den Vertrag zu holen, der sogleich ausgesetzt werden sollte.

Während defleu erkundigte sich der Franzose nach der Ursache des vorhin gehörten Stöhnens und zu seinem EnUetzm erfuhr er von der ganz ruhig und unbefangen bleibenden Frau, die Klagetöne seien von ihrem_________________

-Hund Vsrl^HrHhl1ch°N Drucke«, (Fr. Ehr. Pietsch) M Gichm.

jüngsten Sohne, dem der Vater erst heute Morgen die Arme und Beine gebrochen habe, damit er besser die öffentliche Mildthätigkeit in Anspruch nehmen und sein tägliches Brot gewinnen könne. Die beiden älteren Knaben feien ebenso zugerichtet worüm und hätten dem Vater all' das Geld da aus dem -msiku eingebracht, seien aber leider vor einigen Mona.en OB« -«

ben entsetzten Zuhörer, das er ferne beangst^te Lage völlig vergaß und wie von Furien gejagt die Treppe hinabsprang und forteilte. Er einigte sich noch am selbigen Abend mit seinem Gläubiger, dem er dm Vorfall erzählte und konnte seither nie mehr ebne Grauen den wieder an seinem Platze unter einer Cvprefle sitzenden Bettler und noch, weniger die zahllosen verkrüppelten und gelähmten griechischen Kinder betrachten, die sich schaarmweise in jedem Winkel der türkischen Hauptstadt ft^n. Es ist längst bekannt, daß auch m London solche Falle ab sichtlicher Verstümmlung zum Zwecke der Brand Atzung der öffentlichen Mildthätigkeit vorkommen, ib.- h-b-,, « di° M.--, an >h«

Kindern derart zu solcher Virtuosität gebrachi, als L L dm Lchm 'ch Fall ill.. W-lch--. ®-m* von Großmuth und Niederträchtigkeit zeigt n.chl dieser Bettler, der so viele seines Gleichen hat. Derselbe Mensch, der sich zum Henker der eigenen Kinder macht und ihnen das Schönste, was ihnen 2 ge* die gesunden, geraden Glieder nimm ihnen Gestalt und Gesundheit raub., derselbe bietet das auf solche entsetzliche Weise, durch ftme ver­storbenen, gemordeten Klemen erworoene Gelv einem fremden Kausmanne, wenn auch unter Kontrakt, an, der ihm einige Jahre lang Almosen gegeben und noch dazu in einem Augenblicke, wo jed.r rindere sich besinnen würde. Ich habe selbst manche Krüppel getroffen, die gar keine Gelenke mehr besaßen und als bloßer Rumpf am Boden krochen; die sich an einen Spekulanten vermiethetm, der sie gut ernährte und dafür die ganze Einnahme bekam. Es gibt in Konstantinopel mehr als eine reiche S«n»ue, bie

i ihren ganzen Besitz einem verstümmelten Kmde dankt - und nun glänzend lebt, und leider findet sich kerne . Polizei, die durch ein einfaches, strenges Veroot , solcher Schaustellungen die entsetzilcye Unthat an

einem menschlichen Wesen verhinderte. Wenn icy seither von entarteten Nationen lese, so kann ich in bet Erinnerung an die alten Hellenen und ihre hohe Bildung mich des Gedankens nicht erwegren, daß sich unter ihren späten, lang unterdrückten Nach­kommen, die ohnedies etwas anrüchig sind, ryrer Unehrlichkeit wegen, die Musterbilder der Entartung finden. Wie soll aber ein Türke nun die Schwärmerei Eurova'S für die Selbstständigkeit solcher Voller, die er in ihrer ganzen Verkommenheit jeden Tag vor Augen hat, begreifen? Wie soll er Meine für etwas anderes als für den Vorwand zu Gewalt- thätißkeiten halten? Dr. 1'. Muller.