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ankamen", fuhr Ludmilla fort.Anfangs wollte Tante Lina uns begleiten, aber sie zog doch vor, in Wiesbaden zurückzubleiben und dort auf uns zu warten."

Und erreicht hat die gnädige Frau hier doch Nichts!"

Nur neue Aufregungen hat sie sich geschaffen sie setzt nun ihre Hoffnungen auf den Haupt« mann von Görlitz. Glauben Sie, daß er ihren Wunsch erfüllen wird?"

Nein."

So sehr auch ich dieser dunkle Räthsel gelöst zu sehen wünschte, so glaube ich doch, daß e» rath. sanier ist, darauf zu verzichten und die Lösung dem Zufall oder einer späteren Zeit zu überlaffen meinen Sie dar nicht auch?"

Der Referendar nickte gedankenvoll und rückte an seiner goldenen Brille.

Vielleicht gelingt es mir, diese Lösung zu finden", sagte er.Der Vagabund ist in jener Geheimniß verwickelt, seine eigenen Interessen werden ihn zu einem Geständniß zwingen. Und war ich erfahre, das soll Ihnen kein Geheimniß bleiben."

Auch dann nicht, wenn Sie Verschwiegenheit geloben müssen?"

Ich werde dieser Gelübde zu umgehen suchen!"

Der Oberst könnte sich veranlaßt sehen, Sie in dieses Geheimniß einzuweihen, und vorher dieies Gelübde von Ihnen fordern!" sagte Ludmilla. Das wäre ja das kürzeste und einfachste Mittel, Ihre Nachforschungen und deren Resultate unschädlich zu machen."

Der junge Mann schüttelte ablehnend dar Haupt. Wann wollen Sie wieder abreisen?" fragte er. Gleich nach dem Frühstück. Werden Sie uns jetzt begleiten?"

O Ludmilla, daß ich Sie begleiten könnte das ganze Leben hindurch", sagte er rasch, indem er ihre Hand ergriff und ihr in's erglühende Antlitz schaute. Darf ich's?" Was man von der Minute ausge- schlagen, giebt keine Ewigkeit zurück, in dieser Minute muß sich das Glück meines Lebens ent­scheiden! Ludmilla, brich dieses räthselhafte Schweigen, sprich nur ein einziges Wörtchen; denn eben wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein! Du siehst mich lächelnd an, Eleonore, und siehst Dich selber an und lächelst wieder? Willst Du mir Vertrauen schenken und auf Deinem ferneren Lebenspfad von mir Dich führen lassen?"

Ein schelmisches Lächeln umzuckte die Lippen Ludmilla's, und als sie jetzt die blauen Augen zu ihm aufhob, sah er es freudig in ihwn aufleuchten.

Schnell fertig ist die Jugend mit dem Wort!" scherzte sie. ,Soll ich Ihnen auch mit Citaten ant« Worten?"

Ein einzig kleines Wörtchen genügt!"

Nun denn--ja! Halt; ich knüpfe eine

Bedingung daran!"

Er hielt das erglühende Mädchen schon in den Armen. Was lag ihm daran, daß er dabei feine

Tafle fawmt der Milchkanne umfließ und ihr In« halt sich über das blüthenweiße Tischtuch ergoß!

Welche?" fragte er.

Daß Sie fortan der Citatenjagd entsagen nnd wie andere Leute hübsch vernünftig reden."

Das wird mir schwer werden, süßes Lieb; denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht, und die Ge­wohnheit nennt er seine Amme. Aber ich verspreche es Dir, Du sollst zufrieden mit mir sein!"

Der Kuß besiegelte den Bund; dann entwand Ludmilla sich sanft den Armen ihres Verlobten.

Wird Tante Lina ihre Zustimmung geben?" fragte sie besorgt.Du mußt uns begleiten, Emil; wir dürfen nun kein Geheimniß aus unserer Ver­lobung machen. Offenheit und Vertrauen sind wir der Tante schuldig"

Gewiß, mein Kind, ich gebe Dir Recht; ein edler Mann wird durch ein guter Wort der Frauen"

Emil!"

Ja so, vergieb, daß ich mein Versprechen schon so bald vergaß! Natürlich werde ich Dich begleiten; mein holdes Bräutchen darf ich nicht allein reisen laffen!"

Guten Morgen und herzlichen Glückwunsch zu­gleich!" scherzte Vera, die unbemerkt eingetreten war. Ludmilla eilte zur Freundin und umarmte sie; der Referendar erwiderte sichtbar verlegen den Handdruck, der den Glückwunsch Vera's begleitete.

Sie haben wohl den günstigen Augenblick b» nutzt?" fragte die schöne Frau scherzend.

Die Gelegenheit war günstig", erwiderte er. Ich hab' gethan, was ich nicht laffen konnte."

,Bereust Du auch jetzt noch, mich hierher be­gleitet zu haben?" wandte Vera sich zur Freundin. Deine Tante wird vielleicht nicht ganz damit ein­verstanden sein. Der Referendar hätte zuerst bei ihr um Deine Hand werben müssen; aber überlaß es mir, sie zu besänftigen und ihre Bedenken zu be­siegen. Wir werden nicht viel Zeit mehr zu ver­lieren haben; Tante Lina erwartet uns mit dem nächsten Zuge"

Und ich muß noch packen", unterbrach Rommel sie hastig,das ist rasch geschehen"

Bitte, Herr Referendar, es wäre mir lieb, wenn Sie nach unserer Abreise noch einige Stunden hier bleiben wollten. Ich weiß wohl, welch' großes Opfer ich verlange; aber ich hoffe auch, den Freunden gegenüber diesen Wunsch aussprechen zu dürfen. Oberst Johnson hat sich eingeschlossen, und selbst wenn ich noch einmal eine Unterredung mit ihm er­zwingen könnte, würde ich nicht mehr erfahren als das, was ich bereits weiß. Da möchte ich Sie denn bitten, Herr Referendar, nach unserer Abreise noch einmal recht ernst mit ihm zu reden; vielleicht theilt er Ihnen mit, was er mir aus persönlichen Rück­sichten nicht sagen will."

Hoffen Sie das nicht!"

Mag auch diese Hoffnung mich täuschen, ich bitte Sie dennoch, meinen Wunsch zu erfüllen,"