Ausgabe 
4.2.1886
 
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ft rupfen und jede Waffe, die ihr zu Gebote stand, dabei benutzen.

Söer sind Sie und was berechtigt Sie zu dieser Frage?" erwiderte sie, das eckige Haupt trotzig zu­rückwerfend.

Ich glaube, es ist rathsam, Ihnen reinen Wein einzuschenken", fuhr Michel ruhig fort.Wer ich bin? Ein Geheimbeamter der Crimiualpolizei. Und was mich zu dieser Frage berechtigt? Eine geheime Unterredung, die Sie gestern Abend mit Sonnen­berg hatten und deren Inhalt wir Wort für Wort kennen. Bitte, bemühen Sie sich nicht, Sie werden dieses Zimmer nicht verlassen und sich ruhig verhalten."

Er hatte ihr mit einer raschen Wendung den Weg abgeschnitten, als sie hinauseilen wollte; seine entschlossene Haltung, mit der er jetzt dicht vor ihr stand, ließ sie erkennen, daß es vergebliche Mühe sein würde, ihn überlisten zu wollen.

Sie werden hier bleiben und das Weitere ab­warten," nahm er wieder das Wort und seine Stimme klang jetzt scharf und drohend;hören Sie wohl auf meine Warnung, Sie würden es bitter bereuen, wenn Sie diese gering achten wollten."

Und das ist Dein Werk, Dora?" fragte Ernestine, ihr einen haßerfüllten Blick zuschleudernd. Ich würde mich deflen schämen"

Schämen Sie sich Ihrer eigenen Untreue wegen!" siel ihr Dora entrüstet in die Rede. Schämen Sie sich des Bündnisses, das Sie mit einem Verbrecher geschlossen haben."

Wer nennt Sonnenberg einen Verbrecher!" fuhr Ernestine auf.

Ich!" erwiderte Michel.Ist auch der Mord ihm noch nicht bewiesen, so ruht doch ein dringender Verdacht auf ihm, und so nahe er Ihnen auch stehen mag, Madame, Sie werden seine Verhaftung jetzt nicht mehr verhüten können. Sobald er in dieses Haus eingetreten ist, besetzen zwei Polizeibeamte die Thür, die gemessenen Befehl haben, ihn nicht mehr herauszulassen; vielleicht hoffen Sie, ihn durch einen Schrei warnen zu können, diese List würde voll­ständig mißlingen und nur Ihre eigene ^Verhaftung zur Folge haben."

Ernestine war auf diese furchtbare Anklage nicht gefaßt gewesen. Die Erinnerung an die graue Dame stieg in ihrer Seele auf der Herr aus London war jedenfalls gekommen, um die Schuld Sonnenberg's zu beweisen, kraftlos, einer Ohnmacht nahe, sank sie in einen Sessel nieder und ihr glühender Blick ruhte voll Entsetzen auf dem ernsten Antlitz des alten Herrn, in dessen Zügen sie kein Erbarmen las.

Sie hörte, daß der Wagen, der vor dem Hause gehalten hatte, abfuhr, noch einmal durchzuckte sie die Hoffnung, daß es ihr gelingen könne, ihren Verbündeten zu warnen und zu retten.

Sie wollte ans Fenster eilen und hinausrufen, er war vielleicht schon in der Straße, aber als sie von ihrem Sitz emporsprang, umklammerte die Hand

des Beamten ihren Arm.mit so festem Druck, bai ie einen leisen Schmerzensruf nicht zurückdräng-, konnte.

Ich rathe Ihnen noch einmal, geben Sie sich keine Mühe", sagte er,Sie würden nur sich scH vmpromittiren. Das verabredete Zeichen ist g» geben, die Gardine am Fenster Ihres Schlafzimmer! niedergelassen, die alte Magd mit dem Wagen fort gefahren bitte, ich sage es Ihnen jetzt zu» letzten Mal, bleiben Sie ruhig sitzen, wenn Sie mich nicht zwingen wollen, Sie zu fesseln."

Das bieten Sie mir? Einer Dame?" sch Ernestine aus und der Blick, den sie ihm zuschleudert!, würde ihn zerschmettert haben, wenn er die Knast eines Blitzstrahls besessen hätte.

Das biete ich jeder Helfershelferin eines Vn brechers", erwiderte er gemessen,gleichviel, ob fit eine Dame oder eine Dienstmagd ist. Sie hab« meine Frage noch nicht beantwortet, was ist Ihm Sonnenberg? Haben auch Sie unter falschem Name- heimlich geheirathet?"

Wie kommen Sie auf diese Vermuthung? fragte sie gereizt.Ich bin eine geborene Sonnet berg."

Mir nannten Sie aber einen anderen Namm sagte Dora.

War ich denn verpflichtet, Ihnen in alle Dingen die Wahrheit zu sagen? Sie würden's friii genug erfahren haben, wenn Sie die Frau meint; Bruders geworden wären, nur dies allein war be: Zweck, den ich verfolgte. Weder vor dem Gesetz noch vor der Moral kann dieser Zweck verurtheili werden "

Und als Sie erkannten, daß die Erreicht« dieses Zweckes nicht mehr in der Möglichkeit lag, da verabredeten Sie mit Ihrem Bruder Einbruch und Raub, um auf diesem Wege ihm das Vermöget einer Dame zu verschaffen, die Ihnen ihre Fremd schäft und ihr Vertrauen geschenkt hatte!" nnterbroi Dora sie verächtlich.

Also Ihr Bruder?" sagte der alte Herr, bei jede Bewegung der Gesellschafterin mit scharfen Blicke beobachtete.Und Sonnenberg ist in bei That sein wirklicher Name?"

Weshalb zweifeln Sie daran?" fuhr Ernest« wieder auf.

Weil er in London John Brighton hieß."

Das glaube ich nicht, es muß ein Jrrthm sein. Und es ist auch nicht Alles wahr, was mau von ihm geredet hat."

Sie wissen wohl nicht, daß er in England ge­wesen ist, unterbrach der Beamte sie.Natürlich, werden Sie behaupten, von der Vergangenheit Ihres. Bruders keine Ahnung zu haben"

Weshalb sollte rch das behaupten? Was ich; von ihm weiß, das macht ihm keine Unehre, und, wenn hier kein Raub verübt wird, so kann Wj Niemand bestraft werden." |

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