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etwas schneller als gewöhnlich in Bewegung zu setzen?"

Es war also ein Scherz!" sagte Felix enttäuscht. Und Ferdinand und ich hätten so gern unser Leben für Sie"

Sucht Herr Anton Schulze wirklich auch? Ach, so wollen wir ihn noch etwas in Athem erhalten. Helfen Sie mir rufen: Zu Hilfe! Zu Hilfe!"

Er rast eingeschlossen in einer Dachkammer, wo er, soviel ick sah, auch Gelegenheit haben könnte, ein weibliches Wesen zu retten."

Hahaha! lachte Fanny.Zu Hilfe, Schulz, zu Hilfe!"

Ferdinand, hier, Fer di nand I" stimmte Felix ein, und als sie dann das Toben des erzürnten Grobknechts hörten, versagte Beiden die Stimme vor Lachen.

Fanny stand dabei auf einem etwas erhöhten Platz an einem Luftloch und warf hin und wieder einen Blick in's Freie.

Wenn sich plötzlich jene Dachluke öffnete, und man Herrn Anton Schulz sich den Lüften anver- trauen sähe!" sprach sie, aber da zog auf einmal eine Röthe über ihre Wangen, und sie vollendete den Satz nicht.

Sie sah so reizend aus in ihrer Erregung, mit dem verwirrten Haar, der etwas in Unordnung ge- rathenen Kleidung, daß Felix überwältigt vor ihr auf die Kniee sank.

Nein, des Herzens sehnend Schlagen, länger halt ich nichts zurück!" rief er mit Pathos,lassen Sie mich endlich aussprechen"

Stehen Sie auf I" sprach Fanny in allerliebster Verwirrung.Wie können Sie wagen? Sie haben mich, meine Angehörigen, uns Alle hinter­gangen"

Doch nicht Sie?" sprach er, sich erhebend, nicht weil sie es ihm befohlen, sondern weil die Heuschicht unter seinen Knieen zu rutschen begann.Sie doch nicht?"

Freilich! Wie konnte ich das Geheimniß ahnen, das mir dieser Brief enthüllt?"

Sie warf ihm ein Papier zu und war, ehe er sich noch von seinem Erstaunen erholen konnte, ver­schwunden.

Sein eigener Brief an Ferdinand! Sollte sie wirklich sich durch die Unterschrift haben irre führen lassen? Und wem Hatteer dann diesen neuen Quer­strich zu verdanken? Wem anders als Ferdinand, der das Papier im Besitz gehabt und es Jenen in die Hand gespielt hatte!

Als Anton Schulze mittlerweile gefunden, daß er bei fortgesetzter Bemühung nicht mehr nöthig haben werde, seine Knochen von dem empörten Collegen zerschlagen zu lassen, hielt er erschöpft inne, und sein verzweifelnder Blick irrte bilfesuchtzrd in dem Raum umher, und nun kam, wie Fanny mit so großer Sehnsucht gewünscht hatte, die Dachluke an die Reihe. Ja, er Don Fernando, der Ritter des Phlegma, er wagte den Sprung!"

Schwindelnd, begleitet von einem Schrei oben, empfangen von einem unten, erreichte er den Erd­boden. Oben bog sich Mine händeringend aus der Luke, unten hielt unmittelbar vor ihm ein stattlicher Reiter, der sich eben aus dem Sattel schwang und ihm lächelnd die Hand bot.

Herr Hellmuth!" rief Ferdinand, und es durch­rieselte ihn wie eine Ahnung der Wahrheit.

In diesem Moment trat Fanny aus dem Ge­bäude und eilte mit dem Ausruf:Fritz, lieber Fritz!" auf den Ankömmling zu.

Mein Cousin Friedrich Hellmuth Herr Anton Schulz, unser Kutscher und hier (Felix war eben verwundert hinzugetreten) Herr Egbert, der Erzieher Deiner kleinen Stiefbrüder, Fritz!" stellte das junge Mädchen vor.

Die drei Herren verbeugten sich mit ausdrucks­vollem Schweigen.

Betrogene Betrüger! Was bedarf es noch weiterer Worte? daß sie es waren, daß Fanny im Ernst nie daran denken würde, die Fesseln, die sie trug, lästig zu finden, das sehen sie ja an ihrem strahlenden Gesicht, während sie sich an den Arm ihres Verlobten hing. Ja, sie konnte Herrn Hell­muth nicht einmal eine Beleidigung vorwerfen, die sie ihm nicht durch die in seiner Gegenwart ge­machten Schmähungen gegen denschurkischen Cousin" im Voraus vergolten hätten.

In die etwas peinlichen Erörterungen kam wie eine Erlösung der Postbote, um Felix einen Brief zu überreichen.

Mein Vater hat in der Lotterie gewonnen, er bezahlt meine Schulden hurrah!" rief der junge Mann nach einem Blick auf das Papier. Sie be­schwören mich, Heimzukommen, es soll ein großes Fest gefeiert werden. Nante, Bruderherz, Du be­gleitest mich!"

Schon gut, aber das ist doch kein hinlänglicher Trost", brummte Ferdinand.

Mir fällt auch noch ein besserer ein, und dies­mal ist es Deine Hinterlist, die ihn Dir verschafft. Sieh dieses Briefchen, mit dem Du mich in Schwierig­keiten zu stürzen dachtest Sollte ein ähnliches der Grund der Ungnade Deiner Cousine sein?"

Ferdinand schlug sich vor die Stirn.Mag mehr als ein solcher Fetzen mitDeine Frau" unterzeichnet in meinem Zimmer zurückgeblicben sein, als ich nach den Osterferien abreiste. Du hast es errathen, Felicia! Daher auch ihre liebenswürdige Aeußerung, ich solle Gott danken, wenn sie mich nur im Stillen verachte und wenn Perfidie nicht den Andern verrathe. Alter Junge, erst kommst Du mit mir, daß Cousine Elsameine Frau" kennen lernt, und dann tanzt momöglich auf Eurem Fest ein neues Brautpaar."

Herr Hellmuth und Fanny gratulirten, und Felix nahm die Gelegenheit wahr, zu zeigen, daß er nicht bis in den Tod getroffen sei. Er lud sie über» müthig ebenfalls zu Gaste.

Rkdaetion: K, Scheda, Druck Md N«lsg der Brüht'schen Druckerei (Fr. Ehr. Pietsch) In Siegen.