Einzelbild herunterladen

Verein für das Deutschtum im Ausland.

Erste Hauptversammlung des Landesverband Hessev'Darmstadt.

Der neugegründete Landesverband Hessen- Darmstadt des Vereins für das Deutschtum im Ausland hielt am Sonntag in D a r m st a d t seine erste Hauptversammlung ab, die sehr stark aus allen Teilen des Landes besucht lvar. Es wohnten ihr auch die in der Landes- hauptstadt anwesenden Kärntner bei, die unter Führung von Professor Perkonig am Sams­tag im Städtischen Saalbau durch Darbietung von kärtner Liedern, Gedichten, Tanzen usw. einen außerordentlichen Erfolg errangen. Der Haupt- Vorstand des Vereins in Berlin war durch Frau Marie Straub- Frankfurt und Herrn Köh­ler- Berlin vertreten. Das Landesamt für das Dtldungswesen vertrat Staatsrat D l o a und die Stadt Darmstadt Oberbürgermeister Dr. Gläs- s i n g. Die Verhandlungen leitete Studienrat Weckerling- Friedberg, der die Vertreter der Behörden und die Gäste begrüßte.

Oberbürgermeister Dr. G l ä s f i n g wies in seiner Ansprache auf die erfreuliche Tatsache hin, daß die Arbeit, die der Verein für das Deutsch­tum im Ausland seit Jahrzehnten geleistet hat, jetzt in immer größeren Kreisen Anerkennung findet. Aach weiteren Begrüßungsansprachen wurde in die Verhandlungen eingetreten und zunächst der Aech enschaftsbericht ent- gcgengenommen. Bei dieser Gelegenheit gedachte Studienrat Weckerling der Verdienste des ver­storbenen Ministerialrates Emmerling um den Verein. Der Verein hat jetzt Ortsgruppen in Alsfeld, Laubach, Friedberg, Gießen, Dad- Aauheim, Büdingen, Schotten, Darmstadt, Bens­heim, Heppenheim, Michelstadt, Groß-Llmstadt, Offenbach und Gernsheim. Die Erwähnung der Pfingstfahrt nach Kufstein gab Studien­rat Weckcrling Veranlassung, Herrn Staatsrat Block in Anerkennung seiner Verdienste um den Verein ein Album mit Photographien von der Tagung in Kufstein zu überreichen. Den Rechen­schaftsbericht erstattete Herr Philipps - Fried­berg, er wurde im späteren Verlauf der Verhand­lungen genehmigt. ®ie Versammlung wählte dann Studienrat Weckcrling zum Vorsitzenden des Lan­desverbandes und Fabrikant Dr. Röhm- Darin- stadt zum stellvertretenden Vorsitzenden, ferner die Herren Stange- Friedberg zum Schriftführer und Philipps - Friedberg zum Rechner, außer­dem wurden noch drei Vorstandsmitglieder ge­wählt. Als Vorort des Landesverbands wurde Friedberg bestimmt. Die mehrstündigen Ver­handlungen bestanden in Berichten der Orts­und Schulgruppen und in der Erörterung von Organisationsfragen. Die Aussprache war sehr rege und ergab eine Hebereinstimmung der Mei­nungen in den wesentlichen Punkten.

Die Ortsgruppe Gießen des Vereins war auf der Tagung zahlreich vertreten. Die Herren Professor König - Dießen und Schone- bohrn-Gießen ergriffen mehrfach in der Dis­kussion daS Wort und beeinflußten maßgebend die Ansichten der Versammlung. Ärr Vorsitzende wies auf das zahlenmäßig starke Anwachsen der Gie­ßener Ortsgruppe in der jüngsten Zeit hin. Auf der Tagung fand auch der am 6. August inH e t- mat im Dild". der Beilage zum Gießener Anzeiger, erschienene Aufsatz von Karl Dotter- Alsfeld3m heil'gen Land Tirol" viel Beachtung. Auslanddeutschtum und Heimat Einebedeutsame RedeDr.Stresemanns

Berlin, 29. Aug. (WB.) Die Tagung der Auslanddeutschen in der Heimat begann heute mit einem Begrüßungsabend im Karfer- l saalRheingold". Die Reichsregierung war durch Reichsaußenminister Dr. Stre- ^semann vertreten. Außerdem hatten die preu- . hische Regierung und die Stadt Berlin Vertreter ' entsandt. Der zum Vorsitzenden der Verhand­lungsleitung der Tagung gewählte Admiral und Gouverneur a.D. v. Truppe! begrüßte die Erschienenen und teilte das folgende Degrüßungs- tclegramm mit: Der Reichspräsident schrieb- Engstes Vertrauen zwischen dem Auslanddeutschtum und der alten Heimat ist heute notwendiger als je. Möge die hiesige Da- gmrg der Auslanddeutschen diejes Vertrauen festigen und dazu beitragen, die Beziehungen zwischen dem Ausland- und dem Inlanß- deutschtum neu zu beleben und zu vertiefen.

Auch Reichskanzler Dr. Luther und die Reichsminister Schiele unö Aeuhaus hatten Glückwünsche gesandt. Die Versanunlung stimmte jubelnd dem Vorschlag zu, dem Reichs­präsidenten in einem Telegramm ehrer­bietigste Grüße und aufricht i g st c Wünsche für ein weiteres segensreiches Wir­ken zum Heile des deutschen Vaterlandes zu übermitteln.

Aachdem Geh. OberregierungSrat Große namens des Bundes die aus den verschiedensten Ländern erschienenen Vertreter des Ausland­deutschtums und die Vertreter der reichsdeutschen Behörden begrüßt hatte, nahm

Reichsautzenminister Dr. Stresemann daS Wort zu einer mit großem Beifall aufgenom­menen Begrüßungsansprache, in der er u. a. «folgendes 'ausführte: Eines eint daS gesamte Auslanddeutschtum, das ist der Gedanke der Zugehörigkeit zur großen deutschen Kulturgemeinschaft, ein Zugehörigkeits­gefühl. das niemals stärker war und niemals stolzer i-nb freimütiger in die Erscheinung ge­treten ist als in der jetzigen Zeit deutscher Rot. Es ist bedauerlich, daß das Reich in seine Be­ziehung zum Auslanddeutschtum durch die Frie­densverträge in einer Weise hineingezogen wor­den ist, die zu berechtigten Klagen des Auslantck>eutschtums Veranlassung gegeben hat. Man hat das Auslanddeutschtum haftbar ge­macht für die deutsche Kriegsentschädigung. Das Deutsche Reich ist entschädigungs- fltchtig für diejenigen, denen Hab und Gut genommen ward. So ist gerade da« Ausland­deutschtum hineingezogen worden in die große Vermöge nSentwertung der- Inflation, und die Grenzen der Fähigkeit staatlicher Hilfe sind bitter empfunden worden. Erst langsam ebbt auch für den deutschen Kaufmann die Kriegs­psychose im Ausland ab, und

bte letzten von Deutschland abgeschlossenen Handelsverträge zeigten den großen Kampf um die Gleichberechtigung der Deutschen in der Tßfelt, der noch nicht bis zum Ende au«- gekämpft worden ist.

eo mag der Auslandpeutsche ost der deutschen Heimat gegenüberstehen mit Zweifeln und Be­schwerden. Erschwert wird dieses Verhältnis noch durch die Einstellung des AuslanddeutschtumS zu unserer innerdeutschen Entwicklung. Man fennt draußen vielfach nur das Deutschland, das tm Sonnenklanz der Weltgeltung vor den Völkern dastand und fcnyt nicht die Kampfe, durch die dieses Deutschland aus der Tiefe sich wieder einporringen mußte. Trotzdem brauchen wir aber nicht die Hoffnung auf eine bessere Zukunft auf­zugeben. lieber unseren Kämpfen in der Gegen­wart steht das trotzige Wort ..Dennoch!". Seien wir uns doch klar darüber, daß es trotz allem im Innern vorwärts geht. Es war ein Zeichen der politischen Reife des deutschen Volkes, daß es aus den Verhältnissen nach einem verlorenen Kriege den Weg zur konstitutionellen Verfassung fand. Mag diese Verfassung Fehler und Schwächen haben, sie ist doch der einzige feste Grund, auf dem wir stehen und uns weiter entwickeln können.

Wie man die Erinnerungen an das, was im alten Deutschland ehrwürdig und groß war, verbindet mit der Anerkennung des neuen Deutschland, dafür sei uns di« ehr­würdige Gestalt unseres Reichspräsidenten ein leuchtendes Vorbild. Wenn wir im Innern die Kräfte vereinen, so wird uns die Möglichkeit de« Aufstiegs nicht genommen werden.

Die stabile Währung ist der Anfang der Konso­lidierung der deutschen Verhältnisse. Rur ein Zehntel betragen zp>ar heute die Sparkassenein­lagen gegenüber der Vorkriegszeit, aber sie wach­sen wieder an, und zeigen die Anfänge der Bil­dung einer neuen Mittelschicht, deren Verlust durch die Folgen der Inflation der schwerste Verlust war, den das deutsche Volk erlitten hat.

Schwer und dornig ist der Weg der deutschen Außenpolitik. Der Kampf, dem sie fürder gilt, ist der Gedanke der Gleichberechti­gung Deutschlands neben den anderen großen Völkern. In der öffentlichen Meinung Deutsch­lands ist die Frage des Eintritts Deutsch­lands in den Völkerbund scharf um­stritten. Im Rückblick auf die Geschichte des Völkerbundes ist diese Skepsis verständlich Aber vorwärts schauend müssen wir uns fragen, ob wir nicht für die deutschen Minderheiten in der Welt und für die internationalen Verträge, welche diese Rechte sicherstellen sollen, durch unsere Mitwirkung im Völkerbund beson­ders wirken können. Wir sehen in diesen Tagen deutsches Land von fremder Besatzung befreit. Möge der Zeitpunkt nicht allzu fern sein, in dem wir im ganzen Deutschland auf freiem Grund mit freiem Volke stehen. Lassen Sie uns in diesem Sinne in einer Zeit tiefer Rot dem Gedanken an unser Recht auf Freiheit und Größe Ausdruck geben.

Begnadigung von Neumann, Poege und Skoblervski.

Da« Todesurteil der drei in dem großen Kommunistenprozeß vom StaatSgerichtshoi zum Tode verurteilten Kommunisten Reumann, Poege und Skoblewski ist nach einer Blättermeldung auf dem Wege der Degnaoigung aufgehoben worden.

Ausbreitung des syrischen Ausstandes.

London. 31. Aug. (Reuter.) Ruch Meldung aus wverläfstger Quelle ist in Damaskus eine starke Gärung zu bemerken. Französische Truppen patroullieren in den Straßen. Einige öffentliche Gebäude sind mit Drahtverhauen umgeben und zur Verteidigung mit Maschinen­gewehren ausgerüstet worden. Line Anzahl füh­render Syrier ist verhaftet worden. 3n ihren Wohnungen haben Haussuchungen stattge­funden. Sultan Atrasch erließ einen Aufruf, in welchem er die Syrier zum allgemeinen A u f - stand ouffordert.

Neue Rüstungen Abd ei Krims.

London, 31. Aug. (WTB. Funkspruch.) Times" berichtet aus Tanger, daß Abd et Krim feit den letzten französischen Erfolgen über die Tsuis- und Lranes-Stämme seine Propaganda un­ter den Stämmen verschärft hat. In einer An­sprache an die Häuptlinge des Rifaebietes erklärte er, daß er lieber den Widerstand fortsetzen werde, bis alle kämpfenden Männer vernichtet seien, als daß er nachgeben werde.

Die Rifleute entfalten auch wieder eine rege militärische Tätigkeit. Zwei Führer sind mit Ab­teilungen in Stärke von 4000 Mann in der Gegend des oberen Leben eingetragen. Die Rifleute ver­fügen über ausreichende Munitionsbestände. In der Gegend von Saka wurde eine Abteilung von Rif­leuten gemeldet, die zwei Kanonen mit sich führt. Kürzlich sind von den Rifleuten auch Kavallerie- kontingente aufgestellt worden. Der Führer der Djcballas von Wes Krida hat von Adjir auf dem Lauffluß neues Kriegsmaterial erhalten. Bei Rif- fona wurden starke Stellungen ausgebaut. In der Nähe von Bu Amara sind große Masten von Rif­kavallerie und Artillerie versammelt.

Aus aller Welt.

Ehrungen für Professor Wolff.

Der Magistrat der Stadt Frankfurt ver­lieh Prof. Dr. Wolff aus Anlaß seines 80. Ge­burtstages in Anerkennung seiner Verdienste um die Erforschung der Vorgeschichte der Heimat die silberne Plakette der Stadt Frankfurt. Die naturvisscnschaftUche Fakultät der Universität Frankfurt ernannte Professor Dr. Wolff zum Ehrendoktor.

Zusammenstoß zwischen D-Zug und Lastauto.

Am Donntagnachmittag gegen Vt(3 Uhr hat sich in unmittelbarer Rähe von Breslau auf der Landstraße zwischen Deutsch-Lissa und Bres­lau ein schweres Unglück ereignet. Als kurz nach 5 ilbr ein Lastwagenzug bei der Zuckerfabrik Waltsch die Dahngleise kreuzte, wurde er von dem im selben Moment die Strecke passierenden Berliner Schnellzug gerammt. Auf dem An­hänger des Lastwagenzuges befanden sich vier Handwerksburschen, die von Berlin in ihre vberschlesische Heimat wandern wollten. Sie wurden bei dem Zusammenstoß auf die Ge­leise geschleudert. Einer war auf der Stelle tot. 3m Breslauer Krankenhaus ist noch ein zweiter feinen schweren Verletzungen erlegen. Das Anglück ist darauf zurückzuführein,

daß der Schrankenwärter die Schranken beim Rahen des Berliner V-Zuges nicht ge­schlossen hatte.

Furchtbares Familiendrama.

In Herne erschlug in der Schlosserstraße der Schlosser Schmidt zwei seiner Kinder durch Beil hie he auf den Kopf. Das dritte Kind konnte die Mutter nur dadurch retten, daß sie es unter ein Bett versteckte. Der Grund zu der Tat f ollen Rahrungssorgen sein, aber auch Furcht vor geistiger Umnachtung seiner Frau. Der Mann sprang nach der Tat aus dem Fenster und wurde ins Krankenhaus ge­bracht. Die Frau erlitt einen Nervenschock und liegt ebenfalls im Krankenhaus.

Typhus in der Eifel.

Wie die Blätter melden, ist in der Gemeinde A l l f e l d in mehreren Familien Typhus aus- gebrochen, der bereits mehrere Todes­opfer gefordert hat. Es wurde angeordnet, daß auswärts beschäftigte Arbeiter vorerst Allfeld nicht verlassen dürfen.

Eine Pariser Etnbruchsaffäre.

Die Pariser Abendblätter berichten in großer Aufmachung über eine Einbruchsaffäre in dem Pariser Vorort R e u i l l h. Dort wurde Mitt­woch abend ein Einbrecher im Garten einer Villa von einer Rachtwächterpatrouille über­rascht. Als er die AufforderungHände hoch!" mit einer drohende Geste beantwortete, gaben zwei Rachtwächter gleichzeitig Feuer ab. Der Unbekannte stürzte schwer getroffen zusammen und wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er sofort einer Operation unterzogen werden mußte. Man fand bei ihm angeblich einen deutschen Paß auf den Ramen Leonard He in ritz lautend, geboren am 5. August 1883 zu Frankfurt a. M. Heinrih habe angegeben, daß er eine Reihe von Komplizen habe, die zur Zeit gesucht werden.

Aus Stahl und Land.

Gießen, den 31. August 1925.

Das Jubelfest der Feuerwehr.

Zum 70jährigen Jubiläum der Freiwilligen Gailfchen Feuerwehr und der Gießener Frei­willigen Feuerwehr bewegte sich am Samstag abend unter Vorantritt der Duderus-Röchling- Kapelle ein imposanter Fackelzug durch die dicht von Zuschauern besetzten Straßen unserer Stadt nach dem Oswaldsgarten. Unter den Klängen des Deutschlandliedes flogen die Fackeln in weitem Bogen zusammen. Im An­schluß daran vereinigten sich gegen 9 Hhr abends die Teilnehmer und geladenen Gäste zu einem Festkommers im Saalbau Sauer. Die Feier wurde eingeleitet durch einige musikalische Vorträge der Kapelle. Direktor Wenzel, Kom­mandant der Gailschen Feuerwehr, übernahm die Leitung des Abends. Rach einem Fest- Prolog ergriff Branddirektor Braubach das Wort und begrüßte zunächst die anwesenden Vertreter der Provinzial- und KreiSverwaltung, der Stadtverwaltung, der Presse, sowie die übrigen gelaßenen Gäste. Er schilderte in großen Hmrtffcn den Werdegang deS Gießener Feuer- löschwesens unter besonderer Berücksichtigung der beiden freiwilligen Wehren. Weiter hob er her­vor, daß die Beziehungen der Heiden Wehren seit längeren Jahren stets gute und kamerad­schaftliche gewesen sind, und daß man die Weh­ren stets bereit finden werde, unter Einsatz von Gesundheit, ja auch des eigenen Lebens bei Feuers- und sonstigen Gefahren daS Leben sowie Hab und Gut der Mitbürger zu schützen, ohne dabei irgendwie auf Dank zu rechnen.

Als Vertreter der Provinzial- und Kreis­verwaltung sprach OberregierungSrat Dr. Heß, der in seiner Ansprache die Bedeutung der beiden Wehren im allgemeinen hervorhvb, und betonte, daß sie weiter aber auch Pflegestätten seien des Gemeinschaftsgeistes, des unbedingten Zusammengehörigkeitsgefühls und der Verpflich­tung allein für den Dienst am Rächsten. wöbet alle politischen, wirtschaftlichen und konfessionellen Gegensätze vollkommen in den Hintergrund treten. Gr schloß seine Ansprache mit dem Wunsche, daß dies auch weiterhin so bleiben und daß das (Streben nach diesem Ziel auch auf weitere Schichten unseres Volkes sich ausdehnen möge. Als Vertreter der Stadtverwaltung und des ObeibütgermciftetS sprach der neue Dezernent für das Feuerlösch- und Wohnungswesen Bei­geordneter Dr. Hamm, der in seiner Rede be­tonte, daß die Stadtverwaltung selbstverständlich jederzeit die Bestrebungen der Wehren fördern und unterstützen werde. Roch lange blieb man bei musikalischen Darbietungen in froher Gesellig­keit beisammen: besonders die Vorträge des Herrn Wein Hard trugen wesentlich zur Hebung der Stimmung bei und fanden den herzlichen Beifall der Zuhörer.

Punkt 12 Uhr am Sonntag begann die große Feuerwehrparade

auf Oswaldsgarten. Unter Leitung des Brand­direktors Braubach besichtigten zunächst die offiziellen Vertreter der Behörden und die ge­laßenen Gäste ßic in Paraßeftellung angetretenen Feuerwehrmannschaften mit ihren Geräten. Die nun folgcnßen Hebungen am Gerät zeigten die straffe Disziplin, ßic in ßer Formation «und auf ßic im Ernstfälle sicherer Der-

Es war ein prächtiger Anblick, als die Wagqn nach dem Kommando:Links mar­schiert auf, marsch marsch!" von den Mann­schaften herumgerifsen wurden und als sich die gewaltigen Magirusleitern langsam und sicher auswärts richteten, und fertig -um Feuerangriff machten.

Den Abschluß der Bormittagsübung bildete eine groß angelegte Schluhübuna der Gießener Freiwilligen und der Freiwilligen Gailschen Feuerwehr mit Feuerangriff. Es wurde ange­nommen, daß, während die ständige Feuerwache zu einem Feuer am äußersten Ende der Frank­furter Straße ausgerückt ist, auf der Zentrale die Meldung einläuft, in der Bezirksschule in der Westanlage ist Feuer ausgebrochen, bas sich rasch ausbreitet und bereits einen ziemlich gro­ßen Umfang angenommen hat.

Die beiden Wehren erschienen auf das Alarmsignal und begannen den Angriff. Dank der glänzenden Disziplin und Organisation gelang eS, gemäß der Brandidee die im Ober­stock abgeschnittenen Kinder schon nach 4,35 Min. aus dem Feuerbereich zu bringen, teils über die Leitern, teils durch den Fallschlauch. Nach 8 Minuten war das Rettungswerk vollbracht, das, wie schon die Parade auf Oswaldsgarten. das regste Interesse eines zahlreichen Publikum» gefunden hatte.

I Zweifellos haben diese Hebungen dazu t» tragen, das Vertrauen auf die Zuoerläfsigtcir i.-n- ferer Feuerwehr im gegenseitigen Verkehr zwis hon Publikum und Wehr zu fördern und zu bclc/r.i.

Am Nachmittag und Abend fand im PhiIa - sophenwald ein gemütliches Beisammenfein statt mit Kinderbelustigungen und Tanz.

*

e< D i e Lehrerlaufbahn in Hessen. Das Pädagogische Institut in Mainz nimmt für das am 27. Oktober begi nenßc Wintersemester neue männliche und weicu.ye Studierende auf, welche nach atoci Jahren die Prüfung für An­stellung im Dolksschuldienst ablegen. Die Lehrer» laufbahn ist gegenwärtig in Hessen noch aussichts­reich. Anmeldungen erfolgen auf dem Sekre­tariat des Instituts Mainz, Pctersstraße 2.

** Rundfunksammlung für Blinde. Ebenso wie in anderen deutschen Ländern soll auch in Hessen gelegentlich der Einziehung der Rund­funkgebühren in den Monaten September und Oktober eine Sammlung freiwilliger Gaben zur Beschaffung von Rundfunk-Empfangs- gerät für Blinde (insbesondere Kriegsblinde) veranstaltet werden. Die Spenden werden durch das Personal der Postämter bei der Einziehung der Rundfunkgebühren entgegengenommen. Die Zustel­ler sind im Besitze einer Zeichnungsliste, auf der eine beglaubigte Abschrift der Genehmigungsver- fügung abgedruckt ist.

* Errichtung von Prüfungskom­missionen zur Abnahme der Meister- Prüfungen. Rach Anhören der Handwerks­kammer wurde als weiteres Mitglied der Prü­fungskommissionen zur Abnahme der Meister­prüfungen für den VolkSstaat Hessen auf die Dauer von drei Jahren bei der Prüfungskom­mission für die Provinz Oberhessen in Gießen für das Kupferschrnießegewerbe 6er Kupferschmiede­meister Hermann HaaS in Butzbach ernannt.

fpß. Eine Dreiztehn-Pfennigmarke. Die Handelskammern haben beim Deut­schen Industrie- und Handclstag den Antrag ge­stellt, das; dieser bei der RcichSpostverwaltung für die Schaffung einer D r c i z c h n-P f e n n i g- marke eintritt, die für die Freimachung ßcr Rachnahrnekarten Verwendung finden soll.

* * D i c eh emaligen 116er ersehen aus dem heutigen Inserat daS Programm des Fest» sonntags. Eintrittskarten bei S. Loeb, Bahnhof­straße 52 und Marktplatz 15.

" Die ehemaligen 117er treffen sich am Mittwochabend im Restaurant zum Post- keller, um über die Gründung einer Bereinigung zu beraten.

!*1 Dör Erweiterungsbau der Lu­pusheilstätte wurde dieser Tage von dem Präsidenten beS Heilstättenvcrcins, Reumann- Darmstaßt, in Begleitung von Herren ßcr Q5c- hörße unß ßer Landesversichcrungsanstalten ein- gehenß besichtigt. Es tourße ßen Herren ßcr alte unß der noch größere neue Bau, sowie ßie Anlagen, ßas Luft- unß Sonnenbad eingehend vorgeführt. Professor Icsioneck, Leiter ßcr Lu­pusheilstätte, wies unter Vorzeigung von Pho­tographien auf ßie erreichten Erfolge in der Lupusbehandlung hin unß erläuterte Zweck und Ziel ßcr in der LupuShcilstätlc angeto^nßten Therapie unß forßertc inSbesonßcrc von den Herren ßer Landesversicherungsanstalten ipeit- gehenßes Entgegenkommen gegenüber ßen Zielen dieser Heilbehandlung. Der Reubau wurde be­sichtigt, er ist im Rohbau fertig, daS Dach ist darauf, die Böden sind gelegt, die Innenwände gezogen. Der neue große Lichtfaal (Belichtungs­raum für künstliche Belichtung) ist fertig, darüber wird ein Balkon mit Glasdach errichtet. Die Anlagen zwischen ßen Sonnenbädern sind fertig, ßer Sportplatz für ßic Kranken toirß mit weißem Sanß eingeßeckt unß gewalzt. Die Patienten toißmen sich bereits eifrig dem Sport, ober beschäftigen sich mit Turnen an selbst angefer­tigten Turngeräten. Den Reubau hofft man bestimmt am 1. Dezember beziehen zu können. Er wirb in seinem Verputz bem alten Bau angepaht. Der 14 Meter lange Verbin- bungsgang zwischen beiben ©ebäuben ist tm Roh­bau hcrgestellt. Geplant ist nach Fertigstellung bcs Reubaues, ben alten Bau im Innern voll­ständig zu renovieren, da er infolge der über­mäßigen Belastung während der Kriegs- und Rachkriegszeit stark verwohnt ist. Die Plane des Reubaues und der Anlagen sind von Bau­rat Meyer entworfen.

" Vom Hochschulring deutscher Art. In dem letzten Semester hat der Hochschul­ring deutscher Art zu Gießen eine Reihe Vor­träge für seine Mitglieder veranstaltet ßic aus­nahmslos sehr gut besucht waren. Es sprachen Herr Zimmer über die Deutsche Studenten­schaft, Herr Dr. Jung über den Deutschen Hoch­schulring, Herr Drückmann, Main§, über das Problem der Deutschen Westmark und Herr Dr. Roßberg über die Ofhnarfenfragc. Der Vor­trag deS Abg. Kindt übet den Deutschen Ra­tionalstaat mußte leider wegen Erkrankung des Redners ausfallen. Außerdem beteiligte sich der Hochschulring an einer vom Hessischen Vater­ländischen Block veranstalteten Saarkundgebung. In der hiesigen Ortsgruppe des Alldeutschen Verbandes hat im letzten halben Jahre reges Leben geherrscht. Wie in früheren Jahren wurde auch diesmal am 1. April eine Bismarck-Gedenk­feier veranstaltet, bei der Herr Abg. Kinbt die Gedenkrede hielt. In erweiterten Mitglieder- Versammlungen sprachen u. a. Herr Oberstleut­nant Wegeli über die Erfahrungen mit im­provisierten Heeren, Herr Dr. Roßberg über den Bauernschulgedanken und Herr Zimmer über die letzte Entwicklung ßer politischen Parteien. Zu einer bedeutsamen Kundgebung sür unsere Brüder im besetzten Gebiet wurde ein Vortrag eines Vorkämpfers gegen den Separatismus über die Gefahren deS Separatismus.

Auftrieb auf dem ßeutigeit Frankfurter Schlachtviehmarkt. 451 Ochsen, 64 Bullen, 1174 Färsen und Kühe, 424 Kälber, 106 Schafe, 4596 Schweine.

Bornotizen.

Tageskalendcr für Montag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße:Dte Königsgrcra- diere. Astoria-Lichtspielc: Harry-Piel-Zyklus.

Wettervoraussage.

Unbeständig und Regenfälle, für die Jahreszeit kühl, westliche, zeitweise stärkere Winde.

Die gestern eingetretene und durch das nord­östliche Vorrücken eines Azorenhochv bedingte Auf­besserung des Wetters hat wieder erneuter Trü­bung Platz gemacht, da die Zufuhr ozeanischer Luft sich wierder verstärkt hat. Im Nnrdmeei sieht ein ausgedehntes Tiefdruck-System westostlvärts, desien Teilwirbel sich in kurzen Abständen folgen. Grit- rige Tagestemperatur: Maximum IM Grad Eel sius, Minimum 12,4 Grad Celsius.