Ausgabe 
31.3.1925
 
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und auch diefesmal wieder hätten die Rechts­parteien grobe Disziplin gezeigt.

Italien.

Der .Popvlv" preist Jarres als den Mann der nationalen Strömungen, welche die wirtschaftliche und politische Wiedergeburt anstreben, nacktem Deutschland sich selbst wie- der gefunden habe. Diese Strömungen nehmen täg­lich an 'Bedeutung und Umfang zu. seitdem sie in den sozialistischen und demokratischen Parteien die Auflösung der nationalen Kräfte sehen.

DieEpoca" schreibt: Die Franzosen deu­teten die Erfolge von Jarres falsch Dieser zeige, daß Deutschland die Demütigungen der letzten Jahre nicht mehr länger ertragen wolle. Trotz aller Nachgiebigkeit sei es den bisherigen demokratischen Regierung^ nicht gelungen, die Schande und Schmach der Ruhrbesehung und die Teilung Oberschlesiens zu verhindern. Man müsse auch in Betracht ziehen, daß England entschieden s o zi a l i st e n - seindlich unb für konservative Regierungen in Europa sei. Der gestrige Wahlgang habe ge­zeigt, wie wichtig das deutsche Doll die na­tionale Würde adjte, eine Eigenschaft, die unumgänglich notwendig sei, wenn ein Volk leben und fortschreiten wolle.

DasGio male d'Jtalia" macht die Entente für den Sieg der nationalistischen Parteien verantwortlich to.-gen der Richträu ° mutig Kölns entgegen den klaren Bestimmun­gen Versailler Vertrages und der lächerlichen Vorwände, welche sie gebraucht hätte, um diese Nichtbeachtung des Versailler Vertrages zu recht- fertigen. Jarres sei ein Mann von großem Talent und großer persönlicher Anziehungskraft, Energie und Ausdauer, welcher sich als Bürger - meister und ausgezeichneter Verwalter bewahrt habe.

Der demokratischeM o n d o" meint, daß sich die Linksparteien vereinigen müßten, um nicht der Gefahr ausgesetzt zu fein, mit der Präsi­dentschaft das Steuer der Verfassung zu ver­lieren.

Oesterreich.

Das Ergebnis der gestrigen Wahlen für den Reichspräsidentenposten, über das die Blätter aus­führliche Berichte veröffentlichen, hat den Voraus­sagen in Wien insofern entsprochen, als es keine Entscheidung gebracht hat. Uebereinstimmend stellen die Blätter fest, daß die beiden radikalen Parteien von rechts und links seit den letzten Reichstagswahlen erheblich an Stimmen eln - gebüßt haben. Andererseits wird ein bedeutendes Uebergewicht der Parteien der Weimarar Koalition verzeichnet. Sie nehmen daher an, daß beim zwei­ten Wahlgang ein von diesen Parteien aufgestellter Kandidat gegenüber den vereinigten Rechtsparteien die entscheidende Mehrheit erhallen würde.

Neuwahlen in Preußen?

Berlin, 31. '.Närz. (Prv.-Tell des WTB.) 3u der heutigen Sitzung des Preußischen Land­tages, auf deren Tagesordnung die Wahl des Ministerpräsidenten steht, bemerkt das .,23 e r l. Tageblatt*, daß nach dem Erfolg der drei republikanischen Parteien in Preußen bei dem ersten Wahlgang der Reichspräsidentenmahk wem ner denn je ein <3ninb dafür vorhanden sei, von der bisherigen Regierungskoalition abzuge'yen und ein Beamtenkabinett zu bilden. Das Blatt glaubt, daß die sofortige Auflösung des Landtags und die Ausschreibung von Neuwahlen für den 26.'April, dem Tage des zweiten Präsidentschafts- yohlgcmges, die Folge des Wahlresultates sein lÄerte. Wie derMünstersche Anzeiger" erfährt, ist Mr Landeshauptmann von Westfalen, D i e ck - ifta n n , von der Zentrumsfraktion ersucht worden, a$5 preußischer Ministerpräsident die Bildung eines Bcamtenkabinetts zu übernehmen. Dieckmann hat die Berufung abgelehnt.

Ein deutscher Wahlsieg in Sonderburg.

Sonderburg, 30. Marz. (TU.) Bei der Durgenneisterwahl in Sonderburg wurde der bis­herige aus einer reindeutschen Alsener Familie stammende Bürgermeister, Lehrer a. D. Johann Jacobsen (Soz.) mit Hilfe deutscher bürgerlicher Stimmen auf oi er Jahre wiedergewählt.

Die deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen.

Pari s. 30. März. (WB.) Heute fand im Handelsministerium eine Vollsitzung der beiden Delegationen für die deutsch-französischen Wirt- schaftsverhandlungen statt, bei der vereinbarungs­gemäß die Listen der gegenseitigen Zugeständnisse überreicht wurden. Die deutsche Delegation hat zwei Listen überreicht: Eine Liste A. in der die Ausnahmen von der Meistbegünsti- gung für die Dauer des Provisoriums auf-- geführt sind, und eine Liste B, die die Zoll- bedingungen und Zollherabsetzun­gen enthält. Französischerseits wurden drei Listen überreicht, deren Ausst llung zwischen den Delegationen im Februar vereinbart worden war, und zwar eine Liste A mit den Waren. Htr die Deutschland den Winimaltarif erhält, eine Qiste B, die die Waren enthält, für die Deutsch­land den Minimaliarif erst bekommt, wenn die Kammer einen entsprechenden Gesetzentwurf angenommen hat und die bis dahin einen ent­sprechenden Zwischen tarif vorsieht, und schließlich eine Liste C. aus der die Waren ver­zeichnet sind, für die Deutschland auf Grund des jetzt geltenden Minimaltarifs Zollsätze zwi­schen dem Generaltarif und dem 'Mi-> irimaltarif bekommen soll. Die beiden De­legationen haben das Studium der Listen sofort begonnen. Der erste flüchtige Eindruck der fran­zösischen Listen ergibt schon, daß noch große Schwierigkeiten zu überw ndeu sein wec- bcn. bis dir Verhandlungen zu einem beide Teile befriedigenden Abschluß gelangen.

Italien zu dem interMiertm KchMenprMem.

M a r i a n ö . 30. b'lrürz. (Sil.) Die Frage der Revision dec interalliirrten Schulden wird in faszistischen Parlamentskreisen lebhaft erör­tert. Man bereitet eine große Propaganda zur Aufklärung der Gläubiger lande r, namentlich Amerikas, über die von Italien im Kriege geleisteten Opfer vor. General Zup- velli bat im Senat eine Rede gehalten, v. ixr er die entscheidende Bedeutuna der italienv-

scheu Reutralitatserklärung bei Aus­bruch des Krieges und feinen späteren Eintritt in den Krieg beleuchtete. Ferner teilte er mit, daß bei der italienischen Mobilisierung 400 000 in Amerika lebende Italiener sich zur Heimiehr gemeldet hätten, daß man diesen aber Schwierigkeiten bereitete und sie auf den Sin tritt in die italienische Armee verzichten mußten. Als später Amerika in den Krieg ein­trat. seien mindestens 100 000 Italiener in die amerikanische Armee einbevufen worden, in der sie eine wichtige Rolle gespielt hätten. Damit habe Italien einen großen Tribut an Amerika geleistet.

Ein polnisch-russischer Zwischenfall.

Warschau. 30.März. (WTD.) Daginfki und Wiczorkiewicz, zwri kommunisti­sch e O f f i zi e r e, die sich verschiedener terroristi­scher Verbrechen schuldig gemacht, deshalb zum Tode verurteilt, später .aber zu lebens­länglichem Kerker begnadigt wurden, sollten auf

feffor Bartholomy, Der sich außerstande er­klärte, gegen die Manifestanten Disziplinarstrafen zu Der bangen und der sich anderersefts auch ge­weigert hat, mit Hilfe der Behörden gegen die Beeinträchtigung der Freiheit der Vorlesungen einzuschreiten, feines Amtes als Doyen der rechtswissenschaftlichen Fatultät enthoben wird. Die rechtswissenschaftliche Fakultät wird bis auf weiteres geschlossen. Lediglich die­jenigen Studenten, die Kriegsteilnehmer sind und zum April zum Examen zugelassen sind, werden von der Schließung nicht betroffen.

Dor dem Strafgericht ist gegen f ün f Studendenten. die sich am Samstag an den Kundgebungen vor der rechtswissen- schaftlichen Fakultät aus Anlaß der angesagten Vorlesung von Professor Soelle beteiligt hatten, verhandelt worden. Zwei Studen- t e n wurden wegen Tätlichkeiten gegen Polizisten verurteilt', der eine zu 14 Tagen Gefängnis ohne Bewährungsfrist, der andere zu zwei Monaten Gefängnis mit Bewährungsfrist. Zwei weitere Studenten, die nur der Beleidigung für schuldig erkannt wurden, wurden zu 48 Stun-

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Oberhessens und des Lahngebiets, Kultur und Politik der ein­gesessenen Bevölkerung spiegeln sich in ihrem Heimatblatt, dem Gießener Anzeiger und in seinen Beilagen. 3n jeder einzelnen Textabteilung den hohen Anforderungen entsprechend, die sich eine moderne Tages­zeitung von Bedeutung selbst stellen muh, ist für den Wietzener Anzeiger richtunggebend die Pflege desHeimatgeda .lens. Sie kommt besonders wirksam zum Ausdruck in den Beilagen

Gießener Familienblätter

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Bild und Wort, der Garten- >und .Hauswirtschaft, sowie der , Bebauung der Heimaterde, bieten diese drei Beigaben Eigenes, auf die Leserschaft besonders Abgestimmtes, nur hier mit ßid>c und Sorgfalt gusammengetragenes, also Kultur im besten Sinne.

So werden diese Beilagen ausschliehlich in eigener Redaktion bearbeitet und im Betrieb des Giehener Anzeigers gedruckt. Der Vierteljahreswechfel und die damit verbundene BezUgs- erneuerung geben Anlah, an das Wesen der Zeitung zu er­innern, die jedem ein willkommener täglicher Gast sein will.

Intervention der Regierung der Räteun-on gegen zwei in Ruhlar.b eingekerkerte Polen, ehren Pri nter und enm polnischen Kon- sularboamten ausgetau'cht werden. Wie Kurier Poranny" meldet, näherte sich her Stfen» bahnzug mit den beiden Kommunist en bereits der russische:: Grenzstelle, wo der Austausch statt» sinken sollte. a'<- vlotzlich einer der den Transport begleitenden polnischen Polizisten den R vvlver zog. sich rasch den beiden Häftlingen näherte und einige Schüsse auf sie abgab. Baginfti wurde auf der Stelle getötet Wiczorkiewicz soll tv dlich verletzt sein. Der Polizist übergab dann dem Füh er der polnischen Eskorte seinen Revolver mit dein Bemerken, er glaube, eine patriotische Tat vollbracht zu haben. Der 3ug wurde zur polnischen Grenzsta'ion zu- rüdgelettet. DerKurjer Porarmy" fuhrt die verbrecherische Tat des Polizisten auf die Hetze zurück, die in der letzten Zeit von der rtationa» listrschen Presse gegen die A slieferung derbe den Kommunisten geführt wurde. Der Tater, der Polizeiunteroftizier R u r a s z ko, wurde fefige­nommen. Gr wird in kürzester Zeit vor das Gericht gestellt werden. Wie die Abendblätter erfahren, hat dccs Warscha -er Auhenministe- riuni die polnische Gesandtschaft angewiesen, die Regierung der Rüteunion von dem Zw schenfall vfsiziell in Kemrtnis ;u sctz rr, um ihr die Ur» fache der Richteinhaltung des Abkom­mens über den Gefangenenaustausch darzulegen. Gin gleicher Schritt wird von dem polnischen Auhnmtmst ertum bei der Warschauer Gesandt­schaft der Rätermivn unternommen

Kunst und Wissenschaft.

Schlirstung der rechtsw fsenstbaftlichen

Fakultät der Pariser Un versität.

In Paris ist am Montagvormtttag der Rat der Uniberfität zufammengetreten, um sich mit den anlählich der angefagten Vör­ie u gen frö Vcllerr.ch slehrerir Gecrg: Soelle st.ttge untenen Zwischen fäll n tmb ben gu etgreifenien Mahnahmm -u beschäftigen. Der Rat der Universität, der unter dem Vorsitz des Rektors der Sorbonne. Pros. Avpel. statt- fand. hat sich in feinem Gutachten für die Schließung der rechtswisfcnschaft- lichen Fakultät bis auf weiteres aus- gcsprochen. Dieses Gutachten des Rates der ilniDerfität ist Unterrichtsminister Francois 2 l ° b e r t zur Kenntnis gebracht worden. Der Unter, ichlsminist er hat eittschieden, datz der Doyen der r echtswisterrfchaftlichen FockUltät. Pro-

Ven Haft mit Bewahrungsftist und zu 25 Fran­ken Geldstrafe sowie ein weiterer Student nur mit 25 Franken Geldstrafe belegt.

Josef Partsch f.

Berlin, 30. März. <WTB.) Jnfv'ge Herz­schlags ist der ordentliche Prof fsor an der juristi­schen Fakultät der Universität Berlin, Josef Partsch, nn 44. Lebensjahre gestorben.

Der Stellvertreter des Reichs­präsidenten richtete an d'e Witwe von Pro-- f s or Partsch nachstehende Telepranrm: DieRack>- richt vom Hinsch den Ihres hochg schätz'en Ge­mahls bewegte mich tief. Die Wisse '.schäft des internationalen Rechts vrlert in dem Dahi'-g gangenen einen hervorragend befähig'en Gl hcten, der fein umfassendes Wissen unermü')= lich dem Dienst des Vaterlandes nutzbar machte. Ich bitte Sie, meiner herzlichen Teilnahme ver­sichert zu sein. gez. Simons.

Rudolf Steiner

In Dörnach ist Dr. Rudolf Steiner, der bekannte Leiter der anthroposophischen Be° w-gung, Montag vormittag 10 Ahr nach lang- jährigenr Leiden im Alter von 6c Jahren ge­storben.

2lus aller Welt.

Berliner Kolonia'woche.

Luther. Sirefemann und Seih sprechen.

Berlin, 31. März. (TU.) Anläßlich der Er­öffnung der Berliner Kolonialwoche widmete Reichs­kanzler Dr. Luther namens der Reichsregierung einige Geleitworte. Er sagte u. a.: Sechs Jahre ent­behrt das deutsche Volk seine Kolonien. In ange­spannter Arbeit weniger Jahrzehnte haben deutsche Ansiedler und Kaufleute, beutle Beamte und Aerzte. deutsche Missionare und Soldaten die deut- fchen Schutzgebiete derart entwickelt, daß ihre Wirtschaft und Verwaltung mit den Kolonien der größten und ältesten Kolonialoölker nicht nur wett­eifern konnten, sondern sie in mancher Beziehung übertrafen. Meinen Wünschen und meiner Hoff­nung gebe ich in den Worten Ausdruck: Deutsches Volk, gedenke deiner Kolonien!

Dr. St re sein an n erklärte: Die Kolonial- frage üft für unser auf ein zu enges Gebiet zu- sommengedrängtes Volk ohne die Möglichkeit des Bezuges der für feine Erklärung und Industrie notwendigen Rohstoffe von allergrößter Bedeu­tung. Dem festen und zähen Willen des geeinten Volkes zur kolonialen Betätigung kann auf die Dauer der Erfolg nicht versagt werden.

Gouverneur Seitz führte aus, datz man Heu« vor zwei schwerwiegenden Entscheidungen stehe. Die eine sei bereits gefallen: Die deutschen Lands­leute in Südwestafrika hätten mit überwiegender Mehrheit beschlossen, sich der Uebertragung des südafrikanischen Staatsbürgerrechts nicht zu widersetzen, um sich eine Mitwirkung bei der künftigen Selbstverwaltung des Schutzgebietes zu sichern. Die zweite Entscheidung sei die des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund Von der Regierung fei zu verlangen, daß sie auf den Boden der Forderungen der Kolonialdeutfchen trete und die Interessen des ganzen deutschen Vol­kes wahre.

Beisetzung der Opfer von Merlenbachs

Unter Beteiligung enter ungeheuren Men­schenmenge fand am Montag die Be isetzung der Opfer der Merlenbacher Katastrophe statt. Don Rah und Fern waren die Teilnehmer her­beigeeilt, so daß man ihre Zahl auf 70000 bis 80000 schätzt.

Um 10i,i Uhr vormittags Begann in der Lohnhalle der Grube, die in eine Kapelle umgewandelt war, das Hochamt, das von Bi­schof Peltz von Metz zelebriert würde. Aach dem Hochamt ergriff Arbeitsminister Petra! das Wort, der der Trauer des ganzen Landes gedachte und den Hinterbliebenen das Versprechen gab. daß für sie gesorgt werde. Rach weiteren Ansprachen der Direktoren der Saar- und Moselgesellschaft war die kirchliche Feier gegen zwei Uhr nachmittags beendet.

Der Zug teilte sich entsprechend den Herkunfts­orten der verschiedenen Opfer, für die in ihren Wohnorten gesonderte Feiern stattfanden, die gegen 4Vg Uhr beendet waren. Don der Regie­rungskommission des SaargebieteS nah­men an der heutigen Feier sämtliche Mitglieder mit den Abteilungsdirektoren und Generalsekre­tär M o r i z e teil. Die saarländischen Opfer waren bereits gestern, bestattet worden, in Raß­weiler, tix> die Mitglieder der Regierungskom­mission Rauft, Kohmann und Lambert und in Karlsbrunn, wo die Herren DezenSki und <5te= phens anwesend waren.

Neun Bergleute verunglückt,

In einem Kohlenbergwerk bei Rew- castle sind neun Bergarbeiter durch Wassereinbruch abgeschnitten worden.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 31. März 1925.

Gießener Wocherrrnarktpreise.

am 31. März 1925 (Händlerpreise).

Es kosteten: Butter Pfd. 210220 Pf.. Matte 35, Käse 70, Wirsing 30, Weißkraut 20, Rot­kraut 30, gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Spi­nat 75. Unter-Kohlrabi 8, Mischgemüse 20, Gruw- lohl 20, Rosenkohl 70, Feldsalat 100, Tomaten 150, Zwiebeln 30, Meerrettich 60100, Schwarz­wurzeln 5070, Kartoffeln 5, Aepfel 1520, Birnen 12, Dörrobst 35, Honig 40, junge Hahnen 100, Suppenhühner 120, Gier Stück 12, Blumen­kohl 6080, Salat 3040, Salatgurken 150. Gn- Vivien 100, Lauch 510, Sellerie 50 -70, Ra­dieschen Bd. 2040.

Bornotizen.

Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 71/3 UhrDie verlorene Tochter". Lichtspielhaus Bahnhofstraße: Jackie Coogan.

Die Menagerie und Raubtier- dreffurschau auf OSwaldsgarten gibt morgen ihre letzten Vorstellungen (siehe Anzeige).

Wettervoraussage.

Merst bedeckt, südwestliche Winde. Ri^er» schlage, milder, später kälter.

DoS neue isländische Fallgebiet gewinnt in breiter Front Raum nach Süden und bringt mit südwestlichen Winden mildere Witterung unb Riederschlüge. Ein nachfolgendes Hochdruckgebiet dürfte in den nächsten Tagen eine abermalige Abkühlung bewirken.

*

** D i e Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten im März 19 2 5. Die nach ber neuen, erweiterten Grundlage be­rechnete Reichsindexziffer für die Lebeirshaltungs- kosten (Crmährung, Wohnung, Heizung, 'Beleuch­tung, Bekleidung und sonstigen Bedarf) beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsomtes für den Durchschnitt des Monats März auf 136,0 (gegen 135,6 im Vormonat). Sie hat sich um 0,3 v. H. erhöht. Rach Oer alten Methode würde sich die Indexziffer für den Durchschnitt März auf 125,7, also um 0,5 v. H. höher als im Februar (125,1) stellen.

** Zahlungspflicht für verstärkte Abnutzung bei: Kreisst rahen. Aus Darmstadt wirb uns berichtet: Der Derwal- tungsgerichtshof verhandefte am Samstag in einer Klagesache der Firma Johann Krömmelbein II. in Lauterbach gegen bie Kreise Schotten unb Lauterbach wegen Heranziehung zu den Kosten der Kreis- strahenunterhaltung. Die Firma war vom Kreis­ausschuh des Kreises Schotten zu einem Strahen- unterhaltringSbeitrag von 300 Mk. verurteilt wor­den, weil ihr Automobil unb Anhänger die Straßen bei den H lzab uhren so stack abnutzten, daß Mehraufwendungen im Betrage von 400 Mart zur Wiederherstellung notwendig waren Die Firma verlangte eine gleichmähige Heran­ziehung aller Straßenbenuher zu den Kosten und erhob gegen den Beschluß des KreisauS- schusses Beschwerde beim Provinzialausschuh. Dieser wies die Klage ab, fetzte jedoch den Kosten beitrag für die Strahenunterhaltung auf 200 Mark fest. Der Verwaltungsgerichtshof, vor dem die Klagesache jetzt gebracht wurde, verwarf die gegen das letzte Urteil eingelegte Beru­fung. Aehnlich erging es der Firma mit ihrem Einspruch gegen den KceiS Lauterbach, wobei es sich um einen Betrag von 200 Mark handelte: auch diese Klage hatte den Instanzenweg durch­laufen und ist jetzt vom Verwaltungsgerichtshot kostenpflichtig abgewiesen worden.

Aufgehobene Straßensperre Da die Straßenaufbruchsarbeiten in der Wetz­steingasse zwischen Walltorstraße und Wetzstein- sttaße beendet sind, hat das Polizeiamt die art= geordnete Straßensperre wieder aufgehoben.

§auö der Handarbeit und Aus­stattung. Unter dieser Firma wurde im Sel­tersweg in dem bisher Hartmannschen Geschäft ein Unternehmen eröffnet, das die feinen Er­zeugnisse weiblicher Handarbeiten (Stickereien, Klöppel ufto.). Wäsche unb Gardinen aller Art vor das Publikum bringen will. Zur Geschäfts- erÖffnung hatte die Firma am Sonntag eine Ausstellung veranstaltet, bie bei den Besuchern einen outen Eindruck hinterließ. Man darf sagen,